w 'i\'- '\ 1 5 J V DENKSCHRIFTEN DER KÖNIGLICH - BAIERISCHEN BOTANISCHEN GESELLSCHAFT IN REGENSBURG. MIT VI KÜPFERTAFELN. REGENSBURG, 1818. IN COMMISSION DER MONTAG- UND WEISSISCHEN BUCHHANDLUNG. )(.p ^ ./ DENKSCHRIFTEN DER KÖNIGLICH - BAIERISCHEN f BOTANISCHEN GESELLSCHAFT JN REGENSBURG. lV\A»V\/» W W\v\*^^A^I\A^)\A.>A» ZWEITE ABTHEILUNG. < 9. ^ A «f > B O T A N 1 C A \, S^ (4 "• 1. ^- """ INHALT. ^im^^mf^%/%/^'%,'^^*^%/^/^^ »^mw Seite I. xxufzälilung einiger Pflanzen aus Labrador, mit Änmerlcnngen, Von dem Herrn geheimen Rath Ritter von Schraisck ... 1 IL Plantae noA^ae et rariores in Livonia observalae , a Comite de BraYj Societatis Botan. Ratisbon. Praeside. (c.Tab. I. et IL) 31 III. CuRTii Sprengel , Professoj-is Halensis, SymLolarum criti- caruni ad Synonymiam Umbelliferaiuni^ conlinuatio .... 49 IV. Aufstellung drey neuer Pflanzenarien, mit Abbildungen (Tab, III. IV. el V.) von dem Herrn Grafen von Stern- BERG 55 V. Cbara capitata. Eine neue Art Ton Armlcuclilcr nebst Bemer- kungen über die Frucbttlieile der Galtung, von Dr. C. G. jy'ees von Esenbeck (c. Tab. VI.), Ö4 VI. Bo- \l Stile "\'I. Botaniaclio Bomcrknn^rn, mit vorziigliclicr RücksicTit auf Dcnlsch- lands Flora ; voji dein Herrn Grafen von Stehjs'Bkrg und Herrn Professor Dr. Hoitk 84 MI. Pflanzen aus Sarepta, niil Anmerkungen, von F. v. P. Edletst von ScHRAjycK 157 VIII. Versuch einiger kritischen Bemerkungen über Gaudin''s Agi'O- «lülugia hclvclica , von Dr. G. TV. F. Pajszer .... lOf« L AUFZÄHLUNG einiger Pflanzen aus Labrador ^ mit Anmerkungen. Von dem Herrn geheimen Roth Ritter von ScHRAycK, Ltahrador ist ein grosses Land in Nordamerika*), welches für die Botanisten bisher unter die unLeliannleii Länder ge- hör- *} Labrador liegt nacli de I'lsle's Carte zwischen dem So tind 63 Grade der nördlichen Breite, und zvrischcn dem ag3 und o24 der Länge. Hein- rich EllLs giebt in der Carte, welche seiner in den Jahren ir46. und 1747. gcinachUn Kcisc nach der Hudsonsbay beygefiigt ist, die Breite «wischen dem 53 xiiid 6a Grade, und die westliclic Lange zwischen dem (d5 und 79 Grade an; und so. oder wenig abweichend, gab auch der Rccollecte Hennequira die Breite dieses giofsen Landes an in der seiner Nouvelle decouverte d'un tres-grand pays , beygefügten Carte. Sjjätere Carten theilen zwar diese Landstrecke in drey ver- schiedene Ijänder ab, wovon sie das nördlichste, welches an der Hud- sons - Strasse liegt, als eine dreycckige Insel bezeichnen, und ohne Namen lassen; der nördlichen Ostkiiste des daran stossendcn festen Landes geben sie den Namen der Esqtiimaux , alles übrige bis an den 5osten Breitengiad herab neinien sie Labrador, oder JSeu - Britan- nien, Eigentlich ist aber auch hier nichts neu, als die erst nach 1747. entdeckte Meerenge unter dem 59slen Giade der Breite; das ganze Land behalt seinen alten Namen Labrador oder Neu- Brilaiuiien, und die Ostkiiste allein hcist das Laud der Esquimaux. 1 ••••«••I«t*t liörle*), obsclion das gegenüber Hegende und Lelräclitlich iiördliduM'C Grünland wolil beliannt ist. Die lludsonsbay und die zaldluscn Seen, welche zwischen ihr und der ungeheuren Mündung des Lorenzoslronis lifegen, und unter dem allge- meinen Namen der Mistassins* ♦) in den ^Carlen aufgeführet werden, scheinen den Botanisten alles weitere Vordringen genen Norden unmöglich gemacht zu haben. Bis hieher kam Andreas IMlcIiauXy der mulhigste Bolanist aus allen, welche das nürdlic he Amerika bereiset haben , aber auch er wxilte nicht lange in diesen unwirthlichen Gegenden, von welchen er uns nur wenig zu sagen weis, und fand mehr Vergnü- gen in den pflanzenreichen Gefilden der südlichen Provinzen. Unterdessen erhielt gleichwohl der Präsident von Schreber ein Pacqnet mit Pflanzen, welche in Labrador von einem ge- wissen liohhncistcr, wahrsheinlich einem der Missionarien in den diniischen , Besitzungen auf* Neu- Grönland, gesammelt worden. Hier und da hat der Einsender die systematischen Namen, wcnigslejis der Gallungen, beygeschrieben, aber was er *) Die Ursache ilavon liegt wohl in dem gSnzHrlien Mangel enropäisciier Isidlcrlassun gen in diesen hohen Gegenden. Es ist für einen Gelehrten nnniöglich sich nrit der Küche der dortigen Kiislenvölker zu begnügen. Robben -Fleisch- mit WaJlßsch - Thran gewiirzet, welch eine Kosl für einen europäischen Magen! Und die weiter landeinwärts wohnenden Völker sind vielleicht zu rohe und zu ungesellig"; um Fremde, besonders l'uropäer, auch für Geschenke und gute "NN'orle bey sich zu beherber- gen. Es ist merkwürdig, dufs es weder die Missionarien unter der französischen Besitzung von Ganada wagten , in diese Gegenden vor- zudringexi, noch die Pelzhändler unter der englandischen. **) Mislassins ist eigentlich der Name der dortigen Völkerschaften. er ia seinen BücKern niclit fand, liefs er unLesllnimt. IcK vverJe sie genau nacli der Linnaischen Ordnung aulzälden,, nur die wenigen, welche aus den drey vorlezlen Classen vor- kommen, werde ich geliorigen Orles in den höliern Classen cinscliallen , Uieile aber die Abhandlung, um durch Irochue Beschreibungen nicht zu ermüden. I. Classe. 1. Illppuris vulgaris. L. Sonst in den stillen Wassern des ganzen gemässigten Erdegürlels zu Hause. II. Classe. ' 2. Feronica alplna. L, Bey uns geht sie ziemlich hocli in die Alpen hinauf. 3. Finguicula vulgaris, L. Selbst in Süddeutschland noch immer eine Pflanze des Flachlandes. U) Pinguicula involuta. Der Sporn gerade, so lang als die übrige Blume; die Blumenslücke ganz; die Blätter eyför- niig tellerähnlich. Calcari recto, longitudine reliquae corollae; corollae la- ciniis integris; foliis ovato-orbiculatis. Pinguicula involuta. Persoon ench. I. p. 18. nr. Q. aus dev^lora Peruviana. Ich halte sie wenigstens für die peruvianische Pflanze; freylich gehört noch ein zottiger, oder vielmehr kurzhaariger Schaft dazu; das kann ich aber in den vor mir liegenden Stücken nicht unterscheiden, weil sie etwas vom Schinnnel angelaufen sind. Lie Die Pflanze ist viel Meiner und zarter, als unsere deut- schen Arien; der SchaA einblüUiig; die Blume blau; der Sporn gerade, hegeirörniii^, so lang als die übrige Blurne. 5. Salix vitelUna. L. In ganz Europa zu Hause. 6. Salia: glauca. L. Sie wurde bisher in der alten Welt nur auf den Alpen von Lap2)land gefunden. III. Classe. 7. Iris gratninca. L. Die Narben barilos; der Frucht- knoten sechsechig; der Stengel länger als die linienförniig degenähnlichen Blällcr. ^.. Sligniatibus iniberbibus; ovario Iiexagono ; caule foliis liueari -ensilorinibus longiore. Der Stengel nur einblüthig. Dafs ich das, was man sonst bey der Iris -Galtung Blu- rncnblätlcr nennt, Narben nenne, und welche Gründe ich da- für habe, ist bereits bey andern Gelegenheiten gesagt worden^ 8. EriopJiorutn vaginatuin. L, Q. Eriaphoriun vulgare. Persoon, Zwo bekannte Pflanzen der allen Welt, welche in den sumpfigen tbenen des miltlern Europa vorkommen. 10. Carex panicea. L. Eine Segge, die fast in ganz Eu- ropa in nassen Waldörtern vorkömmt. 11. Ptileum alpimnn. L. Wenigstens im südlichen Deutschlande eine wahre Alpenpflanze. 12. Agrostis striata. IV. In der That eine nordameri- kanischc Grasart, welche aber bisher nur aus südlichem Län- dern bekannt war. 15. j-i^rostis trichantha. Die Rispe verengert; die Bis- o Rispenäste aufrecht, eine Granne aus dem Grunde der gleicli- langen, langhaarigen Blume, kürzer als der Kelch 5 die Bläller äusserst schmal, im Trocknen eingerollt. Panicula coarctala : ramis erectis j arista ex hasi corollae aequalis, elongalopilosae, calycem non ae^uanle; foliis an- guslissimis , siccilale involulis. Diese, meines Erachtens, neue Art hat AehnlichheiL mit A^joslis strlcta und A. setacea, ist aher durdi die an- gegehenen Charaktere von heyden hinlänglich verschieden. Sie ist keinen Fufs lang; der Halm hat nur zween Knoten. Die Bläller sind äusserst schmal, und rollen sich im Trock- nen ein ; die aus der Wurzel werden kaum einen halhen Fufs, die am Halme nicht üher 3 Zoll lang. Die Rispe ist 3 Zoll lang, sehr verengert, weil die Aeste kurz und aufrecht sind; sie ist nicht hreiter als einen halhen Zoll, und ausser der Blü- hezeit noch schmäler. Die Blüthen sind verhältnifsmässig ziemlich grofs (2 ^^^ It^ng)? das gilt aher nur dem Kelch, wel- cher grün , und mit Lilacfarhe oder schwarzroth hcmalt ist. Die Blume ist beträchtlich kürzer als er, mit langen Haaren hesezt, und durchaus feinhäutig; die heyden Klappen gleich- lang, aher nicht gleichhreit; die gröfsere, welche an ihrem Ende dreyzähnig ist, hat am Grunde eine Granne, die seilen die ganze Länge der Blume erreicht. — Diese Grasarl unter- scheidet sich vorzüglich von A. rubra dadurch, dafs hey die- ser die Granne am Oherende ist. 14. Aira melicoides. Gerispet; die Aehrchen zwey- Llüthig; die Blülhchen grannenlos, am Kiele und an den untern Theilen wollig; das dritte Blülhchen unkennllich, gestielt. 2^. Pani- ö Paniculala, splculls Lifloris; flosculls niutlcls, carliia La- siqiie ])iIosis; flosculo lerlio oLlilterato, pcdicellalo. Aira mellcoicles. IMichaux ßor. bor. ainei\ /. p. Ö2. = Persooii euch. I. p. TT. nr. 5. Ist sonst in Canacia zu Hause. Die Llüliencle Rispe ausgebreitet; und dann liat sie einige Aehnlichkeit mit der Rispe von Aic^rostis liispida IVilld. Der Halm einen Fufs hoch, armblällrig (nur 2 Knoten, einen an der Wurzel, den andern ein Paar Zoll Iiölier); die Blätter flach, ziemlich schmal. Allemal vier Piispenäste aus Einer Stelle, ganz oben wenigere. Das dritte (unvollendete), Blütchen äusserst Wein , fast unsichtbar, aber sehi' deutlich gestielt. Die Blüthchen mit Purpurfarbe angelaufen. 15, Aira nielicoidcs. ß. Dieses Gras ändert ab mit äusserst schmalen Blättern, die sich im Trocknen einrollen. Ich finde noch eine andere Spielart, die erheblicher ist, nämlich . l6. Aira mclicoides. y. Sie \vird nicht viel über einen halben Fufs hoch ; die Rispenäste stehen gewöhnlich nuj. paarweise (doch sah ich auch zu dreyen, und sogar zu vieren); und die Aehrchen sind meistentheils dreyblülhig , und diefs drille Blüthchen ist nicht etwa das zur Vollendung gekommene dritte, sonst unvollständige, Blüthchen: denn dieses ist gleich- wohl noch da, ebenfalls gestielt, und vielfällig weiter ent- wickelt, als bey der Stammart. IT. Poa alpina. L. Sie geht bey uns nicht über die Voralpen herab. - 18. Poa triülalis. L. Bey uns eine Flachlands- Pflanze. IQ. Poa compressa. SinitJi. Eine Grasart, welche auch im gemässigten Üuropa vorkönnnt. 20. Ave- 20. Avena ßexuosa. Die Rispe angedrückt; die Ris- penäsle und der Hahn zwischen ihnen geschlängelt; der Kelch so lang als die Leyden eingeschlossenen grannigen Blülhchen; die Blätter horstenrürniig. Panicula coarctata: raniis, cauleque inlermedio undulatis; peristachyo hifloro, flosculos aristatos aequante; loliis setaceis. Viele Aehnlichkeit mit Avena setacea, und vielleicht nur eine Ahart davon. Der Hahn einen. Fufs lang, fadenförmig; die Blätter horstenfönnig; die Rispe sehr schmächtig, weil alle Aesle und Aestchen aufrecht und angedrücht sind; zugleich sind aher diese Aeste, und der Halm seihst zwischen ihnen, geschlängelt, und durchaus schwärzlicht parpurfärhig. Die Aehrchen zweyhlüthig; die Kelche so lang als die heyden Blüth- chen zusammen; die Kelche und Blüthchen an ihrem Untertheile dunkel purpurfarben, ohen weifslicht ausgehleicht ; die Granne fast schwarz, an der Spize oft ausgehleicht, länger als der Kelch. 21. Avena squarrosa. Die Rispe ährenförmig, ge- drängt; die Kelche zweyhlüthig: heyde Blüthchen gegrannet : die Grannen geschlängelt, wegstehend; der Halm, die Ris- peuäste, die flachen Blätter und die Scheiden feinhaarig. Panicula spicata , conferta; peristachyo hifloro : flosculis aristatis: aristis undulatis, patentihus ; foliis planis, vaginis, caule, ramisque paniculae puhescentihus. Dieses Gras ist kaum einen Fufs hoch. Die Rispe, wel- che nicht ganz ^^^ lang, und fast * Zoll dick ist, und Ley diesem Ansehen nicht sehr einer Haberart ähnelt, verräth sich bald durch ihre sparrig auseinanderstehenden, dicidichten, geschlängelten, fast schwarzen Grannen. Die Rispenäste sind sehr stark verzweiget, aber die Aesle und Aestchen davon sind sehr 8 t sehr \\UTZ, OLsclion die ganze übrige Pflanze mit selir kur- zen Härchen diclit Lekleidet ist, so sieht man doch nichts da- von an den Bhithen seihst, aber auch an den übrigen Theilea Ist die Bekleidung nur mittelst des Suchglases wahrzunehmen. 22. IIolcus odoratus. L. Er kömmt zwar bey Mün- chen vor, ist aber olTenbar aus den Gebirgen durch die Isar herb ey geschwemmt, also eine Gebirgspflanze der alten Welt. 23. Ariindo Calamagrostis. L. Ich finde an diesem Grase durchaus die äussere Spelzenklappe an der untern Uük- kengegend mit einer feinen Granne bewehrt, welche kürzer ist als die Ilaarzotten und der Kelch. Die wenigsten Schrift- steller lliun ihrer Erwähnung; Linne und Scheuchzer sahen sie nicht; aber der genaue PoUich, den man doch hier anführt, übersah sie nicht. Soll ihr Dasevn und Fehlen nicht den Un- terschied zwoer Arten begründen ? Doch davon vielleicht ein andermal. 24. Arundo Groenlandica. Die Rispe äusserst zusam- mengezogen, rundlicht; die Aehrchen einblüthig; die Spelze etwas kurz ; eine Granne aus der äussern Klappe , so lang als der Kelch; die Blätter sehr schmal linienförmig , im Trock- nen eingerollt. Panicula contraclissima tereti ; spiculis unifloris ; gluma corollina breviuscula; arisla valvulae exterioris longitudine ca- lycis; foliis anguslissime linearibus, siccitate involutis. Diese Art ist nicht nur in Labrador, sondern, nach ScJireber's systematischer Sannnlung, auch in Grönland zu Hause. Das Gras wird kaum viel über einen Fufs hoch, ist durch- aus sehr schmächtig und schmielenähnlich; die Blätter sind unge- p ungemein schmal, vmd rollen sicli im Troclmen ein; <3ie Rispe ist selir stark verengert, indem die vielLlülliigen Püspenäste angedrüelit, J.ie Äslclien sehr kurz und ebenfalls angedrückt sind. Die Kelche sind scliwärzliclit purpurn, gröfser als die Spelzen; die äussere Spelzenklappe hat am untern Theile ihres Rückens eine Granjne, die so lang als der Iielch, zuweilen län2,er ^\ird. 25. Einpetriirn incrum. L. In der alten Welt theils nur auf Bergmorästen des höchsten Nordens, theils, wie in Süddcutschland, auf Sümpfen der höchsten Gehirge zu Hause. IV. Classe. 26. Cornus canadensis. L, T}le Blätter eyförmig, fünfnervig: nur zwey Paar Blätter am Stengel. ^. Foliis ovatis, (juincj-uenerviis, foliis caulinis nonnisi duo- rum pari um. Linne unterscheidet diese Art von der höchst ähnlichen schwedischen, dafs diese zw^en Aesle treibe, die canadische ästelos seyn soll; aber die Stücke, die ich vor mir habe, trei- ben ebenfalls einen Ast aus jeder der obern Blaltachseln. ITlldenow ändert die Linnäische Angabe dahin ab, dafs bey der schwedischen Art die Blätter nervig, und durchaus Gegen- blätler, bey der canadischen aderig, und die obersten Quirl- Llätter seyn sollen. Das ist nicht richtig;.* die Blätter sind ebenfalls nervig, und ebenfalls durchaus Gegenblätter; was man für Quirlblälter hielt, waren die Blätter hervorbrechen- der Zweige, die noch nicht hinlänglich heranwuchsen, dafs sich die Blätter von der Blallachsei entfernen konnten; bey solchen Pflanzen wird man dann leicht irre geführt, dafs man ^2 - die 10 ^ic seclis herum stehende Blaller als in einen Quirl gestellt ansieht. Dagegen sehe ich bey der canadischen Art nur zwey Faar Blätter, v\ ährend hey der schwedischen drey sind. Die- ser Unterschied reicht aber Kaum hin , beyderley Pflanzen für verschiedene Arten zu erkennen. 27, Alnus vulgaris. Unter diesem vom Einsender ge- schriebenen Namen kömmt ein Zweig mit weiblichen Käzchen vor, den ich ohne Bedenken für unsere Schwai'zerle halle, ^bschon s^ine Blätter wenigstens um die Hälfte kleiner sind, und an den Adernachseln der Unterseite keine Haarpolster haben. Sie ändern aber so sehr ab, wie bey unserer Schwarz- erle, sind theils fast kreisrund, theils aus dem kreisrunden spizig, durchaus seichtlappig, und feingezähnelt, glatt, nur an den Adern der Unterseite behaart. Ich sehe wohl am blatt- losen Blülhenstiele drey weibliche Käzchen, glaube aber darum noch nicht, dafs ich Alnus serrulata vor mir habe, oder diese ist selbst nur eine Spielart unserer Schwarzerle, die, wie bekannt, ungemein stark abändert. V. Classe. 28. Puhnonaria maritima. Ij. Der Kelch verkürzt; die Blume glockenförmig; die Blätter eyförmig, S2)itzig, am Grunde in den Blattstiel verschmächtiget 21.. Calycibus abbreviatis; corollis campanulatis , foliis ovatis, aculis, basi in peliolum attenuatis. Eine ganz kleine Fflanze, die, nach ihrer Wurzel zu urlheilen, ganz gewifs ausdauernd, und nie einjährig ist. Der Stengel ist nicht sehr ästig, aber die Wurzel ist vielköpfig, und die Blüthen kommen, wie bey der Galtung Sitte ist, an der 11 der Snize geJräiiglcr, dafs claJurcK fast wie ein Straufs gebilclet wird. Auch legt sich der Stengel nicht nieder, ausgenoninieni> wann ihrer zu viele beysaminea wachsea, da e&da.un die äus- sern nach Lekannten Gesezen thun müssen. Sie ist geAvifs Yon P, virginica und sibirica , so wie diese unter sich, verschieden. Beyde sind gegen unser Pflänz- chen Riesenpflanzen; die virginische hat trichterförmige Blu- men, aher ebenfalls Lanzellhlätter, und ihre untersten BlaUer ähneln gewifsermafsen den Blättern der Plantago maxbna. Da übrigens diese drey Arten in unser« Systemen nicht deutlich genug unterschieden werden , so wird e& dienlich sey«, wenn ich ihre Diagnosen angebe; Pulmo naria virginica corollis infundibuliformibus; calyce minimo ; foliis obverse lonceaolatis 14.. Pulmo naria sibirica corollis campanulatisj calycibus abbrevialis; foliis lanceolalis: inferioribus ovato^di- latatis, basi atlenuatis. 3^. Pulmonaria jnaritima corollis campanulatis ; calyci- bus abbrevialis; foliis ovatis , acutis, basi in petio- lum attenuatis. 2f . Unsere Pflanze scheint übrigens dem hohen Norden über- haupts eigen zu seyn: sie kömmt in der alten Welt vor in Island, in Norwegen, und am Nordstrande von Grofsbritannien. 29. Primula farinosa. L. Eine sehr armselige Pflanze», wenn man sie mit unsern mehligen Primeln vergleicht. Sic hat meistens nur zwo Blüthen in der Dolde, und erhält, wenji es hoch kömmt, ihrer fünf. Auch ihr übriger Wuchs iat sehr kümmerlich. 2* 30. Aza- p ,. 30. Azalea lapponica. L. Dieser Ideine Straucli ham bisher nur in Lappland und dem nördlichen Rufsland vor. 31. Azalea procumhens, L, Bey uns eine Alpen- pflanze. ^ 32. Menyanthes trifoliata. L. Auch in unsern Mo- rästen gemein. 33. Campanula Unifolia. VF* Eine Bergpflanze in Deutschland. 34. Viola palustris. L, Diese Art hömmt in der alten Welt in Frankreich, Deutschland, England, und im ganzen Norden an feuchten Orten vor, aher doch im südlichen Deutsch- lande, nach meinen Beobachtungen, nur in Vorgebirgen. 35. Viola canina. L. Diese europäische Pflanze hat doch schon Gronoiv auch aus Virginien gehabt. 56 Viola labradorica. Der Stengel aufrecht, ästig; die BliUhenstiele aus den Achseln, einzeln, langgezogen, mit einem Paar Blülhenblättern ; die Blätter tellerförmig herzähn- lich zugespizt. Caule erecto, ramoso ; pedunculis axillaribus, solitariis, clongatis , bractearum pari auctis ; foliis orbiculato - corda- lis, acuminatis. Ich habe «ur ein Aestchen vor mir, das ein Zweites treibt. Die Blätter ziemlich langstielig , tellerförmig herzähnlich, hurz zugespitzt, schwach gekerbt, aber nicht sägezähnig; ihre Gröfse wie bey Viola hirta , wann dies Veilchen an magera Stellen wächst. Die Blüthenstiele aus den Achseln, einzeln, ziendich lang, mit zwey linienförmigen Blüthenblättern an ih- rer obern Hälfte besezt. Die Blattansäze lanzellförmig, und, wie es scheint, vollhonnnen ganz : aber ausser ihnen kommen am - 13 am Grunde der Blallstiele nocli hlelne pfriemenförmlge, oder fadeiiforniige Auswüclise vor. 37. Gentiana nivalis, Frölich. Namenllicli die Spiel- art, welche Barrelier unter dem Namen Gentianella fugax aesliva slellata caerulea minor abgebildet bat, welche sich durch einen meistens einbliUhigen Stengel und sehr kleine eyförmige Stengelbläiter unterscheidet. ,~ Bey uns eine Pflanze der höchsten Gebirge. 58. An^elica Arclian^elica. L. Bey uns eine Gebirgs- pflanze. 59. Vibuvninn acerifoUuni. JMichaux. Der wildwach- senile Strauch hat auf einerley Stannne, sogar an einerley Aste verschiedene Blätter. An dem Zweige, den ich vor mir habe, sind die zwey obersten Blätter lanzettförmig, unmerklich säge- zähnig, die vier folgenden leicht herzförmig, zugespizt, grob sägezähnig ; die vier untersten wie bey F. Opuliis gebaut. An einem andern Zweige sind die beyden obersten Blätter eyför- mig; sägezähnig; die übrigen Opuliis - Blätter, nur dafs sie in dem einen und dem andern Stücke grob sägezähnig sind. Dieser Strauch geht bis in das obere Carolina herab. 40. Farnajsia palustris. L. Ganz wie unsere gleich- namige Pflanze, nur scheinen mir das einzelne Stengelblatt tie- fer anzusizen, die Blumenblätter mehr ey förmig, und die Drü- senstielchen der sogenannten Honiagefäfse länger zu seyn. 41. Statice Armeria. L. Die ächte Linnäische Pflanze, die bey uns um Nürnberg, Erlangen, Bamberg, und um Her- zogau sehr gemein ist. VI. 14 VI. Classe. 42. Uviilaiia amplexifolia. L. In Europa eine VoraW pen- Pflanze, die aber schon in Canada iw die Waldungen der Ebenen hcrabgeht. 43. Anthericuin calyculatum. L. Sehr armselige Pflänz- chen , an denen der Blülhenhopf nicht so grofs als ein Wicken- liorn ist, und die längsten Blätter kaum it" lang, sind. Bey uns geht diese Pflanze sehr hoch in die Alpen hinauf^ kriecht auch dabey sehr ein, aber nie so sehr, wie die lab- radorische. 44. Convallaria hlfolia, L, Bey uns auf Bergen des flachen Landes. 45. Jiincus maxunus, VF. Bey uns auf Gebirgen. 46. Jiincus pllosus. L. In Europa gemein. ' 47. Junciis parvißoriis. f^J"^. Diese Art wurde bisher nur auf den Alpen Lapplands gefunden. Sie ist durchaus haarlos; nur an den Gränzen zwischen Blatt und Scheide sizen einige lange, weifse, aber äufserst feine Haare. 48« Juncus spicatus. L, Auch diese Art gab man bisher nur als eine Bewohnerinn der lappländischen Alpen an; sie ist aber auch in dem salzburgischen zu Hause» 49. Peplis Portlila, L. 50. Triglochin palustre. L. So wie die vorhergehende Pflanze ist auch diese in den Ebenen von Europa zu Hause, kömmt aber sparsam vor. VII. Classe. 51. Trientalis europaea. L. Sehr kleine Stücke, nur niit 4 bis 5 Blättern im Quirl, und einer einzigen ßlüthe; aber auch 15 .auch ungleich ansehnlichere mit 6 Lis 7 QuirlLlällern , und drey Blüthcn. Bey allen aufscr diesen gröfsern Blältern noch einige zerstreute, sehr Weine am Stengel. Sie ist also nicht mehr ausschliefslich eine Europäerinn. Sie kömmt im flachen Lande von Süddeutschland nicht vor. VIII. Classe. 52. JLpilohlinn angustifolium. L. In Baiern und Oest« reich kömmt diese Pflanze vielfaltig in feuchten, etwas waldi- gen Gegenden des Flachlandes vor. 53. Epilohium paucißoriun. Die Blülhen regelmässig, am Ende, sehr sparsam; der Stengel einfach; die Blätter wech- selseitig. 3|. Florihus regularihus, terminalihus, paucis; caule simplici; foliis allcrnis. Die Stengel nur einen halhen Fufs lang , vollkommen ein- fach. Die Blätter wechselseitig , schmal, lanzettförmig (i^^^' lang, jy^hreit); nur drey his vier Blüthen an der Spize, aher vollkonnnen so grofs , als hey der vorhergehenden Art. Vielleicht doch nur Spielart. 54. Epilobiinn alpestre. Fersoon. Persoon führt die- ses Gewächs als Spielart von E. montaninn auf. Es ist un- terschieden von E. alpiniitUy und kömmt auch in Europa vor. 55. Vacciniuin uliginosiim. L. Auf unsern IMoräslen gemein. 56. Vaccinium fifsuin. Die Blülhensliele trauhig; die Blätter glatt , lanzettförmig, fein sagezähnig, an der Spize ge- spalten, t). Pedun- \ lö Pcdunculis racemosis; foliis glaLris, lanceolatis, serrula- lis, apice iiisis. Icli sali die Blütlien niclit; die FrücKte sind scliwarz, vöu der Gröfse der Heidelbeeren. 57. Vacciniiuii Vitis idaea. L. 58- T'^acciniimi O.rycoccos. L. Erslere Art in unserii Waldungen , leztere auf unsern Morästen gemein. 59. Polygoniun viviparuin. L. Audi in den Yoral- pen von Europa zu Hause. 60. Betula nana. L, Auf den Alpenmorästen des süd- liclien Deutsclilandes; auf den Morästen des Blachlandes im liöhern Norden von Europa und Asien, wird aber walirschein- licli öfter mit Betula fruiicosa verwecliselt. X. Classe. 61. Andronieda polufoUa. L. Auch auf den Morästen von DeutscKland und Scli'vveden. 62. Andronieda caerulea. Herb. Schreb. Die Blätter ofTensteliend , zerstreut, linienförmig, am Ende gerundet; die Blüllienstiele etwas angelläuft, an den Enden; die^ Blumen walzenförmig, -j:,. Foliis patulis , sparsis , linearibus , termlnalibus ; pedun- culis suLaggregalis, terminaliLus, coroilis cylindricis. Erica caerulea. JVllld. spec. IL p. 3()3. n. 8Q. Zwar niclit eigentlicli aus Labrador, aber docb aus dem Lenaclibarten Grönland; vielleicht niclit einmal eine Andro- nieda, sondern eine Erica, aber die Unterscliiede lassen sich in der schon alten Pflanze nicht mehr mit Zuversicht angeben. Schreber hatte sie für eine x\ndromeda anerkannt. Der ' 17 Der StraucTi wird Innr.er so grofs, als der von Erica lier^ hacea ; die Blätler slchen gedräü^'^^t, oliiie Ordnung, sind liiiicu' förmig, am Ende gerundet, und, genau betraclitet, am gan- zen P«.ande durcK feine Drüsen sägezühnig; sie sizen auf BlalU slielen, mit welclien sie zusammen gegliedert sind, aber diese Blattstiele sind ihrer ganzen Länge nach an das Aestchen ange- wachsen. Die Bliithensliele konimen aus Aqu Enden; meistens sind ihrer zween, zuweilen drey; sie sind durchaus mit ge- stielten Drüsen hesezt. Der Kelch kurz : die Kelchstücke gerun- det; die Blume eyförmig walzenähnlich: die jMundlappea sehr kurz. ' 63. Kalniia glauca. Sc/irc6<^r erhielt diese Art unter dem Kamen Kalniia parvifolia ; sie ist von ly^angenheims Kalmia poliifolia *) nur darin verschieden, dafs die Blätter kürzer sind, und sich mehr der Lanzettform nähern; aucli die Blüthen sind etwas kleiner. Es ist aber, wie es den Anschein hat, Eigen- schaft dieses Landes (Labradors), dafs es alles verkleinert; nicht nur die jMenschen, auch Pflanzen, vvelche es mit andern Ländern gemeinschaftlich hat , sind hier Escjuimaux. Ich definire sie Kalmia glauca, die Blätter gegenüber, länglicht, ge- glättet , unten grau , am Bande zurückgerollt ; die Blüthen fast am Ende, straussförmig ; die Aestchen eckig, ti. Foliis opposilis , oblongis , laevigatis, subtus canis, mar- gine revolutis ; floribus subterminalibus, corynibosis; ramulis ^') -Sclirift. d. Bcrl. Ges. naturf. Fr. VIII. p. 129. tob. 5. rr la ramulis angulaüs. Kalniia glauca. VFilld. spec. II. p. 601. rz. 3. Der Kleine SlraucK krleclit, wie ich aus dem vor mir lie- genden Stücke sehe, und hat eine rolhhraune Rinde. Die Zweige sind nicht zweyschneidig, wie sie ^iton und Pj'l.lldenorv angehen, sondern undeutlich vierkantig, was auch der Stamm in seinen Jüngern Triehen ist, sie werden aher, w^ie der ge- meine Spindelbavim, hey zunehuieiulem Aller rundlicht. Die graue Unterseite der Bliiller scheint vollkommen glatt zu seyn; sehr genau betrachtet , zeigt sie sich aher als ein höchst feiner Ueherzug von eigentlich kleinen gedrängten Drüsen von der Art, wie die viel gröhern hey unserm Rhododendron ferru^i- neiim sind. Die Blüthen bilden keinen eigentlichen Strauss , »teilen aber doch diesen Blülhenstand vor, indem die blühen- den Zweige vmd Blülhenstiele aus den obersten Blattwinkeln kommen, und so kurz beisammenstehen, dafs das Ende der Hauplzweige einen Straufs vorstellt, welcher ohne einen Haupt- Stiel am Ende aufsizt. Ich habe diesen Strauch für den Garten aus einem andern Garten erhalten, wo er als Glashaus- Gewächs behandelt wurde. Hier lernte er durch Anbinden aufrecht stehen; die Aestchen sind wirklich etwas zusammengedrückt rundlicht, und in der That zweyschneidig, was von den an der Rinde herablaufen- den Blattstielen herkönnnt. Der Kelch ist frey , lieblich grün, klein, fünftheilig, am Grunde genabelt: die Kelchslücke stumpf, am Ende gefärbt. Die BluniC aus dem Fruchtungsboden, röh- rig glockenförmig, weifs : der Rand bauchig glockenförmig, fünfspaltig, zuweilen erröthend. Die Staubgefässe aus dem. Fruchlungsböden, von der Länge der Blume: die Träger zu- • sannnen- 19 sammengecTriJcI^vt , am Grunde beyclerselfs gebartet; Jie Beulel slcllen einen läjiglichten Würfel vor, und ölFnen sich nur am Ende durcli zwey Löclier, die zu eben so vielen Kanmiern führen. Der Fruchtknoten fünflappig ; der Griffel etwas kür- zer als die Slaubgefässe, Avalzenfürmig ; die Narbe abgestuzt. Sonst ist dieser Strauch auch auf Neufundland zu Hause. 64. Lcdiim latifoliinn. Die Blätter länglicht, am Rand© zurückgerollt, unten rostfarbig filzig; die Blüthen fünfmän- Foliis oblongis, margine revolulis, subtus ferrugineo - tomentosis; floribus pentandris. Ledum latifolium. ^Vllld, spec. IL p. Ö02. n. 2. Dieser Strauch, welcher auch auf Grönland, Neufund- land, und in Neusehottland zu Hause ist, söhnt uns einiger- massen mit dem unfruchtbaren Labrador aus. Seine Blätter sind nicht nur etwas länger als an unserm europäischen Feste, sondern auch gar viel breiter ; sie haben nämlich die Länge de» lezlen Gliedes am kleinen Finger, und ihre Breite mifst fast die Breite des Nagels an demselben. Die Blüthen kommen in straussförmigen Bündeln am Ende der Zweige, und diese wach- sen dann nach dem Verblühen zwischen ihnen weiter fort, da- her die Früchte dann nicht mehr an den Enden, sondern an dem bereits blattlos gewordenen unterm Theile des Zweiges an ihren überhangenden Stielen herum stehen. Was man sonst nur an den Holzgewächsen warmer Län- der antrifft, dafs man reife Früchte und Blüthen zugleich an ihnen pflücken kann , das ahmt auch dieser Strauch in seiner so sehr kalten Heimat nach. 3 * 6j. Leduin 20 65. Leäinn buxifoUiuyi. Die Blätter längliclit , eyför- mig, Leyderseils glatt; die BlütKen fast dolderiförniig. -j^. Foliis oblonge - ovatis, ulriiicjue glabris; floribus subum- bellalis. Ledum buxifolium. U^illcl. spec. IL p. 602. n. 3. Zwar iiiclit aus Labrador selbst, aber docb aus der Hud- sons -Slrafse erliielt 5c/i?'e6er durcli CoZZinson diese Art, welclie Ton ihren Gallungsgenossen in verscliiedenen Dingen abweiclit: denn sie bat durcliaus Keinen Filz , und ist so glatt als der Bucbs, wovon sie den Namen bat, und die verkehrt birnior- migen Kapseln öffnen sieb nicbt am Grunde, sondern an der Spize zuerst; dafür bangen aber aucb die Fruchtstiele nicht über, sondern stehen gerade aufwärts an den Enden der Zweige, "WO ihre Blüthen waren. Die Fruchtstiele , und also wohl auch die Blülhen, welche ihnen vorgegangen sind, bilden an den Enden eine Doldenform, die doch nichts weiter als die Form davon ist, denn die Blü- thensliele kommen alle einzeln aus den Blattachseln , aber die Blätter stehen an diesen Enden sehr gedrängt, und sind gar viel kleiner als die weiter unten , obschon sie nirgends von erheblicher Gröfse sind: die grösten haben etwa die Länge von ^/// Jjey einer Breite von 2^^^; ihre Form eine länglichle, et- was spizige Eyförm, und der Rand schlägt sich ein wenig über. ' 66. Pyrola rotundifolia. L. 67. Pyrola secunda. L, 68- Pyrola uuißora. L. , - Alle drey kommen vielfältig in den Waldungen des Blach- landes, auch im südlichen Deulschlande vor. 6g. SaxU 21 6(). Sacvifraga oppositifolia. L. Eine wahre Alpen- pflanze im südlichen Dcutschlande. 70. Sacvifraga Aizoon. Die Wurzelhlätter gedrängt, länglicht verhehrt eyiormig, knorpelig sägezähnig: die Zähne punctirt; die Stengelhlätter spath eiförmig, kammförmig säge- zähnig; der Stengel einfach, trauLentragend; die Kelche glatt. T). Foliis radicalibus confertis, oLlongo - oLovatis, cartila- gineo - serralis: denlibus punctatis ; foliis caulinis spathulatis, peclinato-serratis; caule simplici, racemifero; calycibus glabris. SaxilVaga Aizoon ( minor Lrevifolia ). Sternberg saxifr. n, II I. ß Der (Stengel ist nach seiner ganzen Länge mit gestielten Drüsen besezt; gleichwohl ist der Kelch hahl. Das ist das ein- zige Kennzeichen , wodurch diese Art von Saxifraga longifo- lia deullich unterscheidbar ist. Freylich wenn man solche prächtige Pflanzen der leztern Art , wie der hiesige botanische Garten aufzuweisen hat, mit den ärmlichen Stücken der erstem aus Labrador, oder den höhern Gegenden des L^ntersberges ver- gleicht, ahnet man nicht einmal eine Schwierigkeit, sie von einander zu unterscheiden; aber sie wird bald sehr merklich, wenn man die verschiedenen Stücke gegen einander hält, wel- che Schreher von der Einen und andern in seiner Sammlung aufbewahrte, und welche er vom Untersberge, vom Schnee- berge, aus der Schweiz, aus den Ponteba- Gebirgen, vom Al- tai, und aus Gärten halte, oder ich aus Berchtesgaden, aus den Gebirgen am Wallhensee, und bey Gastein theils in mein Herbarium sammelte, theils für die Gärten zu Landshut und München erhielt. Die Blätter sind bald länger bald kürzer, bald runden sie sich am obern Ende wie eine Ellipse, bald ver- 22 •«•^f •«««•••• verlieren sie die Form dieser riruraiulime , und laufen spiziger zu, oline doch eigeullich spizig zu seyn, werden wolil auch das, und Kriechen oft sehr beträchtlich ein. Bey allen ist der Rand knorpelig sägezähnig, und die Sägezähne hahen hey Le^'r derley Arten eingeg^ahene Puncte, und bey de Arten kommen bald mit einfarbigen, bald mit fleckigen Blumenblättern vor. Nie , das ist wahr , werden die Blätter von S. Aizoon so lang, als bey den schönern Stücken von «S. longifolia , nie wird die Blüthentraube eine so ansehnliche Rispe ; aber diese Risp« ver- krüppelt sich doch zuweilen so sehr, dafs man die Gränzen zwischen ihr und einer zusammengesczten Traube nicht wolil anzugeben vermag ; und während sich die Blätter bey den an- sehnlichen Studien der einen Art verlängern, verkürzen sie sich bey der andern, welche auf dürftigem Grunde gewachsen ist, bis auf diese Gränzc heral). 71. Saxifra^a rivularis^ Die Wurzel- und Stengel- blätter gestielt, handfornn'g zertheiit, die obersten an den Blü- then eyförmig ; der Stengel meistens zweybiüthig. Foliis radicalibus caulinisque petiolatis, palnmto - divisis, Äumaiüs floralibus ovatis; caule subbifloro. Saxifraga rivularis. Sterhb. saxifr, p. IQ, ru XXFIIL tah, 12. /g. 3. = TTilld, spec. IL p. 052. n. 33. Eine der kleinsten Arten ihrer Galtung, in welchem Lande sie auch vorkömmt. Idi weis nieht gewifs, ob sie in Labra- dor selbst zu Hause ist; aber Schreher hatte sie aus dem däni- schen Grönland, vvelches Labrador gegenüber liegt, und mit ihm einerley physisches Klima hat. Linne hatte sie aus Lapp- land 23 lan^a)^ Grunner fand sie in Norwegen h) , Gmelln in Sil^erien c), Shmith führt sie als eine scKoUländische Pflanze an , d) and Greif von Ffaldstein Lesizt sie aus den Karpalhen e) ; in Grön- land kömmt sie ohne Zweifel an der dortigen Küste vor , weil das innere Land, besonders auf seinen Bergen, wohl kaum be- wohnbar ist, oder botanische Reisen verdient, oder nur ge- staltet. Die Pflanze wird kaum länger als der Meine Finger, bleibt oft viel unter dieser Grlinze zurück, hat einen ziemlich blatt- losen, ganz einfachen Stengel, der an seinem Ende 1 — 3 Blüthen trägt, und jede Blüthe hat ihren eigenen Stiel, der von" einem eyförmigen gestielten Blülhenblatte gestiizt wird, ich sah innner so viele Blüthenblälter als Blüthenstiele. Der Sten- gel und die Blüthenstiele sind mit wegstehenden Haaren be- sezt ; selbst die Blülhcnblälter sind von dieser Bekleidung nicht ganz frey, aber die untern Biälter,, die zugleich ziemlich lang- stielig sind, haben keine Haare. Man giebt diese gewöhnlich, nach Linne's Vorgänge fünflappig, vrohl auch zuweilen nie- renförmig an; ^vann sie fünf lappig vorkommen, mag iimen wohl auch eine Niercnform eigen seyn; aber die grönländi- schen sind alle nur dreylappig, und ähneln im Kleinen sehr den Blättern des Edelleberkrautes. Ob die Wurzel ausdauernd sey, wie sie Graf Stertiberg angiebt, oder nur einjährig, wie JVdldenow glaubt, entscheide ich nicht. Aber ganz unter- schreibe a) Flor. snec. n. S'ij. b) Grunner uorv. n. 47g. c) Gmel. Ilor. sib. IV. p, 1 70, tl) Flor. brit. p. 454. e) Steriib. l c. 24 schreibe icli eine spätere selir scliarrsinnige Bemerkung des Herrn Grafen von Siernberg, dafs Ley den meisten Steinbrech- arleu die Wurzel einjährig, der Stamm zvveyjährig, und die Pflanze ausdauernd sey; dasheifst, die Pflanze, welche heuer Stengel treibt, sezt unterdessen an ihrem untern Theile neue Rosen von Blättern an, die gegen den Herbst, oder im näch- sten Frühlinge Wurzeln treiben, während der Mutterstamm mit seiner W^urzel abstirbt. Die angewurzelten Blätterrosen trei- ben neue Stengel, bringen Blüthen und Früchte, und sezen neue Rosen an, die es im künftigen Jahre eben so machen werden , während schon im vorhergehenden Winter oder Frühlinse ihre Mutterslämme gestorben sind. 72. Stellaria labradorica. Der Stengel niederliegend, die Aesl« aufrecht, meistens einblüthig; die Blumenblätter et- was grösser als der Kelch, spizig ausgerandet; die Blätter scjimai lanzettförmig. Gaule procumbente, ramls erectis, subunifloris ; pelalls calyce sublongioribus, acute emarginatis; fbliis anguste lan- Geolatis. Also gewifs verschieden von der nachbarlichen Stellaria groenlaridica , auch darinn , dafs die Äeste wohl gegen 21''^ lang werden. Die Blätter sind vollkommen glatt; ob sie an der lebenden Pflanze nicht auch, wie bey S. s^roenlandica, schwa- che Fransen haben,, wage ich nicht zu entscheiden, weil so schwache Gharaktere in den Herbarien durch die sogenannten Bücherläuse leiclit zerstört werden. 73. Rhodiöla rosea. L. Die Blätter haben kaum das Viertel der Gröfse, welche sie bey unserer Pflanze erhallen; die Pflanze selbst nur fingerlang. 74. Lyell- ., 25 74* Lychnis frlgida. Die Blumenblätter lief ausgescKnit- ten ; der Stengel einlacli; die BlülKenstiele aus den obersten Blattwinheln, arnitraubig ; die Blätter liuicnf ormig lanzettähn- licb. Petalis profunde emarginatis; caule simplicl; pedunculis axillaribus supremorum foliorum , depauperato - racemosis; foliis lineari - lanceolatis. Der Stengel ist etwa l^ lang, vollkommen einfacb, oKne Spur, dafs etwa Äeste naclikomnien sollten. Die Blätter sind nicht nur stiellos, sondern sogar halb umfassend, sebr aufge- richtet, die untersten an der Wurzel ausgenommen, welche in eine Rose berumgestellt sind, sich niederlegen, und nicht nur kürzer, sondern auch viel schmäler als die Stengelblälter sind. Die Blumen scheinen an der lebenden Pflanze roth ge- wesen zu seyn. 75. Ccrastium vulgatiuyi. L, Der Einsender hat zwar der Pflanze den Namen C. hirtiun gegeben. Ich finde aber kei- nen Unterschied zwischen ihr und unserm gemeinen C vuU gatiiin, 76. Cerastiinn alpinum. L, Diese Pflanze, welche in Europa und in Siberien eine Alpenpflanze ist, selbst auf ziemlich südlichen Alpen vorkömmt, ist in Labrador sehr pel- zig, und erhält von dieser Bekleidung ein graues Ansehen^ aber dieser Pe]z ist sehr fein, und fast wollig. XII. Classe. 77. Pinus larix, L. Ein bekannter Baum unserer süd- lichen Alpen. 78. Sorhus aucuparia. L. Ganz unser Baum. ,4 79. Cra- 26 79« Crataegus coccinea. L. Dieser sclion für sicK nord- ainerikanisclie StraucK geht also bis nach Labrador liinauf. 30. Pyrus ovalis. }7. Sehr aluilicli dem Pyrus Aine- lanchier unserer Alpen ; aber die Blumenblätter sind verkehrt eyförniig, nicht linienförmig, und die Blätter sind in jedem Alter glatt , nicht in der Jugend und zur Bliithezeit wollig. Der Strauch ist überhaupt in Nordamerika zu Hause, und scheint bis Carolina herab zu gehen. 31. Rubus idaeiis. L. Eine im ganzen milden Europa bekannte Pflanze. 32. Ruöu5 arcticus. L. Ausser Sibirien und dem hö- hern Norden von Europa war auch schon lange Canada als Heimat dieser Pflanze bekannt. 33. Rubus ßagellaris. W. Das In der Sammlung be- findliche Stück ist zu unbeträchtlich;, um es mit Sicherheit be- stimmen zu können; aber sehr \vahrscheinlich gehört es zur genannten Art , welche wirklich in Nordamerika zu Hause ist. Es ist ein blühendes Zweiglein mit einem einzigen Blatte , und zwey BlüthenLlättern. Das Zweiglein selbst nebst den Blattstielen und Blüthenstielen ist feinhaarig und wehrlos (dorn- los): das Blatt dreyfinge^Ig, ziemlich glatt: die Blätlchen dop- pelt sägezähnig: das Mittelblättchen eine ordentliche Raute, jedoch zugespizt, an seinen untern Rändern vollkommen ganz; die Seitenblättchen an ihren äussern Hälften breiter , und et- was eingeschnitten. 34. Rubus Charnaemorus. L. Diese Pflanze ist dem 'Norden von Europa sowohl als dem Norden von Amerika eigen. 35. Potentilla Anserina. L. Diese bey uns gemeine Landpflanze scheint gleichwohl in Amerika seltner zu seyn. *Michaux 27 IMichaux gleLt nur die Ufer des Sees Cnamplain als ihren Wohnort an. Der Einsender hielt sie für eine neue Art; ich hann aber seiner Pflanze keine Verschiedenheit von der unsri- gen abgewinnen , als dafs sie magerer und ärmlicher ist , eine Folge des unwirthlichen Landstriches. q6, Potcntllla aiirea. L. Bey uns nur auf Alpen. 87. Potentilla aurea. ß. Der Linnäische Charakter von PotentlUa aurca pafst mit geringer Veränderung auch auf diese Pflanze ; hier ist er mit dieser Veränderung : P. foliis quaternatis ternatiscjue; caule declinalo; pelalis saturate luteis unicoloribus. Die zweyerley Blätter stehen hier unter einander ver- mengt; das will aber bey einer Pflanze, die sich an die Erde drückt, und bey welcher der Stengel leicht Wurzel schlägt, nicht viel sagen. Es fehlt das fünfte Blättchen bey den mehr als Dreyfmger -Blättern; das kann leicht in einer fehlerhaflen Entwicklung seinen Grund haben. Den Blumenblättern fehlen die bey den goldgelben Puncto am Grunde ; dafür ist aber diese Farbe gleichförmig durch das ganze Blumenblatt ausgegossen ; eine Erscheinung, die bey den fleckigen Insecten öfter vor- kömmt, und auch bey Pflanzen nicht ganz ohne Beyspiel ist. 38- Potentilla nivea. Die Blätter dreyfingerig: die Blätt- chen sägezähnig eingeschnitten, unten weifsfdzig ; der Stengel aufstehend. Of. Foliis ternalis: foliolis serrato - incisis, subtus albo - to- mentosis; caule ascendente. Potentilla nivea. Lin. spec. plant, p. 715. n. 25. Die drey Blättchen sizen sehr enge beysammen, sind im Ganzen verkehrt eyförmig, aber das mittlere nähert sich der /. * ?Ieil- 28 Keilform, und die Leyden andern sind etwas unregelmässig. Die oLersten Blältchen sind lanzellförniig und ganz. Die Blume ist gelb. Icli sehe nur eine einzige Blütlie am Stengel. Ein wolliger Filz überzieht alle Theile der Pflanze, die Blume aus- genommen, ist aber nicht allenthalben gleich dicht, und lässt vorzüglich die Oberseite der Blätter grün erscheinen. Ginelin fand sie in Sibirien , Linne in Lappland, Gunner in Norwegen; sie ist also der kalten Zone überhaupt eigen. JMichaux , welcher so hoch in den Norden nicht hinauf hain, hat sie nicht, 89. Dryas octopetala. L. Bey uns auf Gebirgen, und wo sie Gebirg^sflüsse hinbringen. 90. Comtnariun palustre. L. Bey uns auch im Blach- lande , aber in Sümpfen. XIII. Classe. 51. Anemone sylvestris alba ininor. Bauh. prodr. p. Q3. Man zieht zwar diese Pflanze als eine blofse Spielart zur Aneinone sylvestris-, aber es A'erdient doch durch Aussaat un- tersucht zu werden, ob sie nicht eine eigene Art ausmache. Banhin hat sie gut beschrieben; nur hat er an seiner Pflanze das dritte Blältchen nicht gesehen, das mit den bey den andern um den Stengel herum sizt, w^ie das bey den Anemonen und Puisatiilen Sitte ist. 92. Ranunculiis cafsuhicus. L. Breyne, den auch Linne anführt, hat diesen Hahnenfiifs sehr gut durch Foliis Tliorae seit CaZi/zae hennllich gemacht; wirclüich erinnern die Wurzelbhilter sehr lebhaft an Ranunculiis Thora, während die Slengelblätter mehr denen des R. auricomus gleichen. Aber Breyne 29 Breyne Kat eine Gartenpflanze gcsclien, üie seLr frccli gewach- sen ist; an meiner labradorisclien Pflanze mifst das gröfsle Wur- zelblalt genau den Nagel meines Millelfingers. Dieser Ilalmenfufs ist sonst eine sibcrisclie und preufsisclie Pflanze. 93. Ranunculus cafsuhicus. ß. Der Stengel einLlütliig. Audi ist die Blüllie Meiner als an der Stammart. Man erwartete ohne Zweifel, dafs in einer Pflanzensamm- lung aus einem Lande, welches bisher in der Geschichte der Botanik so gut als völlig unbekannt war, neue, das ist, noch nirgends beschriebene Pflanzen vorkommen werden. Mir war aber vorzüglicii auffallend, so viele europäische Pflanzen zu linden, von welchen zwar manche den unsrigen, wenigstens wie sie im südlichen Deutschlande vorkommen, an Gröfse zu- rück stehen, aber doch alle genau nach demselben Gebilde ge- formet sind. Ehe man darüber eine Erldärung wagen kann , wäre es allerdings wohl zu wünschen, dafs die Botanisten, welche aus fremden Welttheilen botanische Nachrichten liefern, nicht nur die seltenen , diesen fremden Ländern eigenen, Ge- wächse aufzählen, sondern auch die bekanntesten, welche sie mit andern Ländern, und namentlich mit Europa etwa gemein haben dürften , nicht verschweigen wollten , wie das bereits Thiinherg und Loureiro in ihren Floren von Japan und Cochin- china, und zum Theile Linne in der Flora von Ceylon gelei- stet haben. Vielleicht reicht aber das, was wir bereits wissen, schon hin, etwas darüber zu sagen, was ich vielleicht bey ei- ner antlern Gelegenheit thun werde. Weniger befremdend ist es, dafs diese europäischen Pflan- zen bey ims vielfältig nur Alpengewächse, oder dem hohem Nor- 3o Norden eigen sind : denn es Ist sclion Leliannt, dafs die Pflan- zen des Blachlandes nördllclier Länder sich desto höKer in die Gebirge hinauf ziehen , je südlicher man hönnnt. Ist doch schon die niedhche Linnaea, welche um Berlin in den Waldun- gen vorkömmt, hey uns eine Gebirgspflanze; und viele unse- rer Wiesenpflanzen , welche uns auf unsere inländischen Ge- birgsreisen nicht weiter begleiten , fand der Herr Graf von Sternher g auf den Vorgebirgen des obern Italiens, und ßndet sie jeder, welcher Pona's Reise auf Monte Baldo mit Aufmerk- samkeit liest. II. n. Plantae novae et rariores m Livonia oLservatae; a Comite de BRAY, Societalis Botan. Ratishon. Fraeside. üans un ouvrage, que j'ai puWIe sur la Livonie, j'ai insere di- verses remarques sur la flore de ce pays; mais coinme notre so- ciete s'occupe plus particulierement de la flore d'Allemagne je me bornerai ici a quelques observatioiis sur les saules. L'at- tenlion des savans etant parliculiereiiient dirigee sur cette fa- iiiille, c'est aussi ä eile, que j'ai consacre mes soins les plus as- siJus; ipt je serois trop heureux, si les diverses especes, que j'en- voie k la societe, lui paroissoient efFectivement iiouvelles, et si eile jugeoit mon travail digne de quelqae allention. U n'existe point dans tout le regne vegetal de genre aussi remarquable, que celui des saules, par I' extreme et etonnante Variete des individus, qui le composent. 11 renferme en efTet les contrastes les plus frappans; tantot arbre majestueux et im- posant, le saule developpe avec orgueil ses immenses rameaux, et rivalise de bauteur et d'etewdue avec les ebenes et les pins les plus eleves, tantot vegetal obscur, il ranipe inapper^u sur la niousse 32 mousse aes prairles presqu'enllercment reconvcrt par llierLe, Baccls ovaiibus , e \iolaceo nigrescentibus. Observatio. Folia quidem Uli in Corno sanguinea autunino ineunle rubent , sed nolis praecedentibus et toto babilu salis diiTert, et cum equideni in IJ'llld, Spec. plantar, vel in ejusdem autoris Arboreto, aut in Paüasfi Flora Pi.05sica, item m IVTarscliaUi Fl.Cau- casica alque in Persoonii Syno-^si nulla occurrat species, quae iiostrae conveniat, Kanc Cornuni novam oninino efiicere spe- ciem sane credere posse, existimo. 5* 2. Sc- 3Ü 2. Selinum Gmellni mihi. S. caule flexuoso tereli - slriato , involucro universali siiLnullo, foliis Lipiniiatis, pinnulis pinnalifidis, lacinus linea- ribus aculis. Angelica foliis pinnatis, Gmel. Fl. Sibir. I. p. 195- Tab. 44. Habit, in fruticetis inter Corylos et alios frulices. Descriptio. Caulis Simplex, flexuosus , elalus, saepe bicubitalis, te- res , slriatus, laevis, fislulosus, debilliiims, pruiua laevi alba indutus, macuiis cjuibusJam rubeniibas, ut in Conio maculato adspersus. Folia alterna supradecomposita; laciniis incisis; radica- lia et caulina superiora magnitudiiie solummodo diiTerenlia, pler am c[ue magna , gracilia; laete - viridiaj vagina ventricosa striata. Utnbella nnixersalh aequalis, aeque ac parlialis 12 — 14 radiis inslrucia: involiicrum universale saepius monopliylluni (quandocTue nulluni) foliolo lineari - selaceo; involucra par- lialia polypliylla, foliolis llnearibus tenuissiniis inslrucia. Flores omnes ferliles, albi. Friictus generis. Pulcliram bancce umbellam tanlum in vallo profundo.quani fluvius Ferse irrigat prope Kolicnlmsen spatio anguslissimo in- veni. A d n o i a t i a comile Sternher ^. Eodem quasi tempore quo Praeses nosler dignissimus um- bellalam suam Lyvonicani detexit et descripsit, ciarissimns Spreu- 37 Sprengel in pugillo suo sccundo plantam SiLiricam Gmelini nomine Ligustici vaginati saliitavit. Plantam Lyvonicam a planta Sibirica non clifferre, ex aatopsia HerLarii Alexanclri Wilhelnii Marlini Gnielini, olini in ilinere comile, quod cum HerLario Joannis Mayeri ad nos Iransiit, affirmare possumus, utrum vero synonlniuni Athanianta condensala Linnei a Spren- gelio eilatuni rede cum planta nostra conjugalur, adKuc sub judice lis est, uti ex tribus descriplionibus Linnei, Sprengelii et Gmelini juxta se posilis magis elucescet. Albamanla conden- sata Linn sp. pl. ed 3 Yiennaei764.p.35i Kadix pereimis. Caulis simplex,pe- dalis laevis, inferne angulatus, superne sulcalus,praesertim pedunculo. Rami duo vel Ires flori- feri ex sammis alis folioiun>. Ligusticum vagi- natum Sprengel p. 2. p. 57. Radix Liennis, fu- siformis , ramosa, extus nigricans. Caulis cuLitalis ra- mosus leres, slria- tus , purpurascens glaber. Angclica foliis pinnalifi- dis. Gmel. Sib. 1 p. 19.5. t. 44. Radix tenuis longa, sim- plicissima, nonnunc[uam crassis longiusculis fibris aucta, extus nigrescens intus alba, saporis sub- dulcis. Caulis a pede ad duos cubitos usque altus, in- anis, subtiiiter striatus, haud sulcatus, interdum totus purpurascensjsaepe ad basin lantum et supe- riora versus viridis , in humilioribus exemplis plerumque simplicissi- nius, in altioribus su- periora Oö Folla suLLipInnata, foliolis aUcnialini piunalifidis , lobo Folia infima Irlpli- calopiimaia, omnia periora versus famo- sus. Folia iiifima triplicato- pinnata, foliolls pinnaufi- dis, laciniilis aculis, in- e laxis vaginis pro- infiino majore, un- (leuiilia,palei)lia,fo-llercIuin eliaiii oLtusis, iii- de quasi cruciala IJola pinnatifida, la- rerioramfolioruin bifidis evaduiit. Opposi- lloacs ad Lasiu, et inierior lacniia se exletulil supra foli- uiiiinrenus; suLlus Ulli Ja. Pclioli caua- liculali, Lasi nieni- Lranacei, suLlus an- eulali. ciniae lauceolalae , cuspidatae. Unioella deusissi- ma ulruKjue con- vexa, aiUecpaaiu ilo- rel ruicsceMS, ilores lauieualbi, cxceplis aiilKcris fuscis, pc- lala iiifiexa. ei (riFidis. Supenora si- niilia pareius, divisa, in- feriora peliolis liaerent salis loiigiSjSupenoraLre- vionbus, (|ui exeuut ex apice vagiiiaenon parum vcnlricosac, slrialaCj ad oras luenibranaceae, cau- Iciu alic|aousar.e aiu- plexantiö, Liuncialis, un- cialis et uiinoris, summa autem iolia siue petioli interventu ex apice ejus- luodi vaginae,sed Lrevio- ris excuiit. ümLeilae axillare» Uüibellaouon aduiodum luvol ucruui uui- iermiuales(|ue bae. al- luvolucrum um- ampiae, floreules pa/li- culares fere globosae, in planla solo laelissiuio ua- la radiorum cuxUer 40, iu bumiliori Q — 10. luvolucruiu uuiversale in 39 versale saepc defi- cit et laiilum rudi- iiienla oslendit. rarlialelon«iiüdinc florum. Foliola iiiil iüiLncala iicc re mota, geriniiie vil iüso, iiec iiirlo. versale et parliale in planla alliori plerum- polyphyllujn. f£ue nulluni, in huniilio- ri duobus aut tribus lon- giusculis anguslis roliis coniposiluni. Parliculare in pianta, cujus flores non- duin cxplicati sunt, deca- pbylluni, foliolis latius- culis ad oras nienibrana- ceis , apice longiusculo Icrniinalis. Haec foliola, quam priniuni flores ex- plicantur, paulatim con- lrabuntur,et ansuslissinia evadunt, pluritna cliam pars ex allere latere de- cidit, inpriniis in altiori- bus exemplis, iit inter- dum ultra duo , Iria et (|ainc[ue non rclinquan- tur; et baec quideni in veleri planla ad pedun- culuni reflectunlur. Flo- res exlra plerumqae ru- bentes , intus candidi , saepe eliam toti candidi , pelalis non prorsus ae- qualibus cenlrum floris \'ersus flexis conslali. Ger- 40 -■^* Germen suLrolundum profundissimis sulcis ex- aralum, paullatim oblon- gias fit, et in duo semiiia excrescit ovalia, altera parle alata, parle elalio- re tribus iiisignibus striis notata, in oris margina- ta , altera parle plana, si modo semina vocari possunt, cum non nisi tliecae smt, in cjuibus se- men ovatum compres- sum,fuscum libere jacet. DifFert ergo Albamanta condensata Linnei a Ligiisllco va- ginato Sprengelii: Radice pereuni,'nec bienni, caule inferne an- gulato , supcrne sulcato, nee slrialo. Foiiis sub-bipinnalis nee triplicalopinnalis, foliolisallernatimpinnalifidis, loboinfimo mar jore, petiolis canaliculalis, sublus angulalis eic. elc, Sternberß. 3. Gentiana Amarella. L. Habit, in Livoniae collibus graminosis, iloret Auguste. 4. Pyrola lunbellata. L. Habit, in Livoniae sylvis muscosis, floret Junio. 5« Anemone alba. A. caule simplici miifloro , foiiis triparlitis , lobis apice sinuato- 41 sinuato-denlalls, involucro Iripliyllo conformi. Pers. Syn. Tom. 11. p. 97. Juss. Aiuial. du Mus. Toiu. IIL p. 249. lab. 20. (ig. 1, Habit, in apricis prope Kokenhusen ; flor. Junio. Obs, Caulis semper uniflorus. Folia triparlita, lobis divisis, laciiiiis dentatis acutis. Corolla alba subtus rubens. Clar. Juss. Anemonem sibiricam, sylvestrem et albam specie non dilTerre opina'ur. 6. SalLv polyandra inihL vi'le Tab. i. S. foliis ovato-lanceolatis, serralis, glabris: supra nill- dis, sublus glaucis : anienlis coaetaneis polyaiidris, germiuibus pedicellatis glabris. Hab. in locis huniidiusculis prope Kokenhusen, florel Junio. Descriptio. Arhor 15 — 2o pedalis j Rami flexiles, glabri nitidi, flavo - fuscescentes. Folia 2 — 3 pollicaria, alterna, longe peliolata, ovato- lanceolata, glanduloso - serrala, juniora omnino lanceolata. Anienta mascula crassiora, quam in uUa alia mihi nota Salicis specie, allerna, distantia, usque ad rami apicem nun- quam erumpenlia; Flosculi squama oblonga hirsuta usque ad tertiam partem obtecti ; filamenta longa : Anlherae luteae. Anienta foeminea cylindracea; germinibus ovato - ob- longis; Stylus brevis ; Stigmata duo bipartita. Seniinutn lana longa, copiosissima. O BSE RVAX 10. Quandoquidem in arborlbus foemineis apparent folia elliptica , quod nuncpiam in arbore mascula vidi. 6 Hanc 42 llanc speciem e Suecia sub nomine Salicis pentandrae cel. Bot. Profess. LedeLour accepit. Si vero descripliones Sa- licis pentandrae qiiales in Willd. Spec. plant, et Baunizuclit, in SmilKii Flor, britan. Persoon. Synop. Wahl. Fl. lappon. le- gunlur, cum definilione vel cum specimine Salic. noslrae poly- andrae comparaverimus, mox agnoscenius, punctum in re her- Laria niaximi momenli et ab illuslr. Willd. jam praesenlatum demum opera noslra illustratum et resolutum esse. Hucusque duae distinctissimae Salic. speciesabotanicisLy- perboreis et germanicis in unam contrahebanlur , nempe Salix pentandra vera Germanorum, et Salix polyandra mihi. Utrius- que speciniinis comparalio sufficit ad iitem (si qua lis adhuc existere posset,) prorsus dijudicandam, Haec sunt definltiones cilalae. 1° Will. Sp. pl. T. IV. p. IL pag. 653. „ S. pentandra, foliis ellipticis diCurninatis , serratis glabris, pelioiis super ne glandulosisy amentis serotinis pentandris, ^eximmhxxs lanceo- lalis glabris. " 2°. SmitbFl. br. — „S. p. foliis elliptico-lanceolatis, cre- nulatis glabris suhsessilibus, „ad quod addit: — f,arbuscula, rami laeves nitidi,/oZia hrcvius peliolata et elliptico - lanceolata seu lati-ovata.... resina flava odorala scalentia, utrinque laete viridia, nitida, glaberrima stipula vix ulla, amenta subnulanliä, cylindrica crassiuscula obtusa etc — Stamina circiler 5 > basi birsuta, germen subsessile, lanceolatum, glabrum, nilidum, stygmata palenlia, subrecurva, emarginata. " Willd. in BaumziicJit speciem nostrae similiorem descri- bere videlur, nam et foiiorum forma et petioli longitudo, Sa- lici ccnveniunt nostrae. Sed paulo post de stipulis magnis lo- quitur 43 quitur, qulLus caret noslra. (An der Basis des BlaUsliels sizcn zvvey halbherzförinige al);2estuinprie AfterLläller.) Ad fiiiem Imjasce arliculi dicitWilld. noster: „Unter die- ser Art ist wenigstens eine versleckt, die man bis dahin für eine Spielart gehalten hat, welche ich aher nicht zu unterscheid den wage." Si naturae perilissimus iste indagator nostram , ante oculos liahiiisset Salicem, omne dubium eilugisset. Et equi- dem nulla egregior se ostendit hujusce generis arbos, quando prima vere, ramos suos, amenlis praestantibus ubique sparsis, conis aureis similliniis, ornatos explicat. Sal. pent. GerrnaniaCf quam ante ocidos habeo, admodiim definitioni Smith et Will, in Sp. pl. convenit. Folia ovato - elliplica sunt brevius pe- tiolata, et resina flava scalentia — amenta ejus potius gracilia, qu.3Lni crassiuscula, cylindrica oblusa, subnutantia, 1-sesqui- poUicaria. Amenta vero Sah nostrae sunt 2 pollicaria conica pauIo ante plenam üorescenham subascendeniia crassisslma. Arboris nostrae species foeminea, cum foeminea prae- dictorum bolaiiicorum majorem similitudineni habet. 7. Salix lactea inihL Confer. Tab. IL S. foliis ovatis lanceolatisque acuminatis , integerrimis, tomentosis, supra canescentibus, subtus niveis, amentis prae- cocibus, ovatis, germinibus sessilibus, ovatis, tomentosis. Ilabit. in paludibas muscosissimis, aquosissimis , inter sphagna prope iiokenhusen, floret Junio. Descriptio. Frutex bi-rarius 3 pedalis; Ratni fusci vel atro - l'uscescenles. 6 ♦ Folia 44 FoJia allerna, petiolata: petiolls crassis tomentosis. Atnenta inascula sericco - nilenlia; filanienta brevia, fere pilis oLtecta, aniherae fiavae. Anienta foeininca alterna , sqiiamae parvae nigrescenles, pilis copiosis fere occultatae; ger- niina ovata, oLlonga , lomentosa; Stylus debilis longus ; stU gmata duo bipartita. Observatio. OL ramorum pauperiem illörumque formam flexaosam, praecipue vero oL foliorum riiveam canitieiii facile dignoscitur. Cum Sal. LapponurnWilld. sp. pl. Nro.72 et Sah limosa WaKleuLerg Fl. läpp. pag. 265 Nro. 478 species noslra conferri debet. a Salice Lapponum difTert i^ foliis non obtusiusculis sed lanceolalis acutis, ei non subiuaeqiiilateris. Willd. locum na- talem in alpibus Lapponiae judicat: Salix Läpp, spicas pollica' res cyliiidraceas, et squamas lanceolatas oLtusas habet, quod Koslrae Salici non convenit. De Salice limosa^ dicit Wablenberg „Species baec distinclissinia, praecipue fructificatione, vixque ulli aliae Salici accedens. Raini recti,stricti angulati, cortice nitido fusco, folia e genirtiis superioribus erumpunt oblongo-lonceolata, sem- per acuminata, supra obscurioris coloris, ne dicam fuscescen^ tis, vixque villosa, subtus dense albo- tomentosa sine ullo ni- lore, marginibus interdum obsolete crenatis — amenta semper prorsus sessilia et nuda sine ullis bracteis ioliaceis ; ob squama- rum pilos longos et copiosos omnino argentea splendenlia (omnes isli ultimi caracteres nostrae Sal. omnioo conveniunt) squamae longae, scilicet germen aequantes, et insuper pilis suis argenteis pistilla occultantes , gennina eximie acuminata , amenta 45 amenlamascula argentea — Synonym. S. arenaria Linn. Lap- pon. Nro. 362. Tab. 3. fig. o. q." Defmitio ipsa Sah Znno^ae Walilenbergii Kaec est: „Sa?. lim. gerniinibus sessilibus, tomentosis, stylo elongalo, amenlis sessiiibus ebraclealis, foliis lanceolatis, acuniinatis, inlegerri- mis , subtus tomentosis. " Ilaec dcfinilio baud dubie et Sal. noslrae omnino conve- riit; si vero ulleriores Wablenbergii legerimus commentaliones, notas recognoscemus praecipuas, quibus Sal. nostra a Sal. liniO' sa Wablenbergii facile se distinguit. loßäminon sunt stricti, angulati, sed plerumque depressi, ßejcuosi , teretes et rari; cortice fasco- obscuro et non nltido, 2° folia de gemmis superioribus non erumpunt, sed gem- mae inter peliolum et ranmm includuntur. 50 folia sunt equidem supra obscurioris sed non fusci colo- ris, neque vi:jc villosa, sed csLuesceniia. villosissiina et subtus "" densissima niveo- tomentosa. 40 Margines nunquam obsolete crenatae, sicut in Sal. limosa, sed prorsus integerrimae apparent. 50 Squamae in S. lim. sunt lon^ae scilicet germen aeqiiantes et pistilla occultantes, quod non in nostra. In icone Wablenbergii demum apparet Sal, lim. Tab. 16. {ig. b. cum amento foemineo cylindrico elongato, et folio piano Costa media vix notata; dum in nostra Sal. amenta foeminea prorsus elliptico - ovata et folia, costa media, et venis latera- libus parallelis proeminentibus appareanl. Differt quoque a Sa- uce leucopJiylla foliis oblongo-lanceolatis, acutis, basi obtu» siSy supra viridibus riigoso-venosis pubescentibus, subtus al- Lotomentosis, germinibus ovatis villosis, lYdldenoro Baum- zucht 40 zuckt p. ^44. T. VL flg. 3.: foliis ovalo - lanceolatis acumina- lis, supra canesceiilibus , stipulis nullis et aliis itolis. Gel, Vtoi\ Bot. Ledebour, qui et sürpem iioslrani codem quasi tem- pore prope Dorpat detcxit, et in ea rite discernenda iioLiscum insudavit, anlmo devoto grates libenter persolvo. 3. Salijc inyrtilloidcs Linn. Ilabit. in paludibus prope Kokenliusen cum Salice lactea, floret Juiiio. 9. Salix arhutifolia TVilld. Variet. ß. pilosa Seringe Salices p. 47. Salix pilosa Schleicher. Ilabit. in fofsis ad confluxum fluvJi Düna et Ewst. « 10. Salice Starkeana TVilld. S. foliis orbiculalo - elhpticis, niedio subserralis glabris, sublus glaucescentibus, amentis serolinis, capsulis ovato - lan- ceolatls pedicellatis pubescentibus. Willd. Sp. pl. P. IV. p. 677. Habit, prope Stockniannshof, in pralis subpaludosis, una cum Salice ulgiönosüj cui quoad habilum et foliorum formam, aHinis; floret Junio. Okservatio. Folia, in nostris speciminibus foemineis ellipticö - lanceo- lala, utrinque atlcnuala , anientoruni pedunculi foliosi, folia minora ovali - lanceolaia apice longius ciliala. Floribus dian- dris, slipulae aculae. , 11. Salix uliginosa Vl^illd.' S. foliis obovali - recurvato- acutis, apice undulato- ser- ratis, supra viriJibus pubescentibus, sublus cano - villosis ru- goso-venosis, stipulis semi-cordatis, denlalis, capsulis lanceo- latis pedicellatis; siigmalibussubsessilibus. Willd. Enum.p. 1007, Habit. 47 Habit, in pralis suLpaludosIs prope StoclmiannsKof; flo- ret Junio. Obseryatio. In nostra Sallce iolia sunl su^erne glahra nitida et amcnla coaelanea ( non praecocia) apparent. Exislimo niliilominus Salici uli^inosae adscribendani esse. 12. Salla: cinerea Sinith et TVillden, Habit, ad margines sepium in Livonia frecjuens, 13. Salix acutifolia VFilld, Habit, ad ripas fluvii Aa abundans. E S E R V A T I o. Salix cinerea a Seringeo in Salicologia sua p. 55 cum Sa- lice daphnoide Vdlarsii et Salice praecoci Iloppii conjungitur. Salicem au cilfoliainWilldenow ms inSp. pl. tan(][uani fruticeni, in Enunieratione borti Berolinensis et in secunda editione Arbo- rcti velut arborem speciosam describit. Ut ut sit, occasio mihi erit in postero, plura de ha€ Salice in lucem proierre. 14. Salix JYei^eliana, IJIlld, Habit, in Livonia. B s E R V a l i o. Salix nostra definitioni et descriplioni Willdenow. (spec. plantar. Tom. IV. p. 678-) (juidem respondet, notis tantummodo sequenübas exceptis: Ranii non semper fasci, sed etiam ex griseo purpurascen- tes. Folia quandoquidem versus basin serrata. Cbaracteres sequentes ad majorein istius speciei elacida- tioneni addam. I. 48 I. Amenta mascula, quae Vv^illden. non viJcrat, felicior reperi. Sunt iiempe serolina, quadrilinearia, cylindrica, pedunculo folioso puLescenü fulcrala, delicalula, squamis croceis ciliala, iilamentis ioiigis teauissimis pallide flavescenübus, antlieris ovatis didyinis. IL Amenta foeminea a Willdenow. pcrfecte clescripta notis tantummodo carent sequentibus: germinibus longe pedicel- latis, pedunculo folioso pubescenli. 15. Salix silesiaca FF'illd, Habil. in Livonia. B s E n V Ä T I o. A Salice Amaniana Willd. baud diversa. Confer Salix sty- laris Seringe Salicol. p. 62* III. Ciirtli Sprengel, Professoris Halensls^ Sjmbolarum criücarum ad S y n o n y m i a m U m L e 1 1 i f e r a r u m, continuatio. HYDROCOTYLE. 1. H. vulgaris. Cotyledon palustris Dodon. 133. Gerard. eniac. 529. Parkins. iKealr. 1214. Aquatica cotyledon acris Lobel. adv. 165. liist. 209. ic. 387. J. Bauli. hist. III, 78'' Ranuncu- lus aquaticus, colyledouis folio C. Bauh. pin. 180. fexcl. synon. Goluinn.) 2. H. asiatica, Ranuiiculo adfinis, umLellireris accedens. Plukn. t.106. f. 5' Valerianella ^eylanica palustris Herrn, parad. 233. Codagani RKeed. malab. tom. 10. p. 91. t. 46. Fes e(jui- nus Rumpli amboiii. tom. 5. t. 169. F. 1. 3. H. ßcarioides Lain. Valerianella curassavica nynipliaeae minoris folio. 7 4. IL 50 4. H, natans Cyrill. Ranunculus rolundifolius aqualicus Column. ecpKr. i. TORDYLIUM. l. T. syriaciim, Gingidium primum Do Jon. 702. Lobel. liist. 418- Gin- gidium foliis bauciae syriacum Lobel. ic. 725. Dalech. ~ 10. Gerard. em. 1042. TaLernaeiii. 287« Caucalis syriaca J. Bauli. liist. III. 8^' Gingidium lalifoKam Park. 890. Mo ris. sect. 9. lab. lö.SpIiondylium minus syriacum Barrel. 249. }, r. officinale. ^ic-BXt Theoplir. 9, 15. cricrsXi K^nnyiov Diosc. 3?^3' Se- seli crelicum Dodon. 314. LoLel. bist. 425« ic. 736. Da- lecb. 752. Gerard. em. 1050. Tabern. 303. Parldns. 906, Moris. sect. Q. tab. 16. Caucalis lusitanica F. Alpin, exot. 308. 3. T. apulum, Pimpinella romana Caesalp. 7 , 58« Tordylium mini- mum apulum Column. ecpbr. 1. 124. Moris. sect. 9. tab. 16. Tordylium Dodonaei. Dalecb. 75 1« Seseli creticum I, Tabernaem. 308. Caucalis minor, pulcro semine. J. Baub. bist. 3 , 84* Tordylium apulum Riy. pent. irreg. HERACLEÜM. 1, H. spliondylium. ^(pov^u? i^3- TaLern. 28 »• Parluns. iKealr. 954. Moris. sect. 9. tab. 16. Barrel, ic. 55» n. IL Toräyliurn Spr. prodr. ^ Seseli crelicuiu majus LoLel. hist. 425« ic. 737- Gerard. 1050. Park, llieatr. 906. Moris. sect. 9. tab. 16. Caucalis major. Clus. bist. 2, 201. Jo. Baub. bist. 3, 35. Tordylium Riv. pent. irreg. Tordylium maximum L. Ad Ferulam Ferulaginem pertinet Ferula durlor Bocc. nius. t. 76. Barrel, t. 77. SELINUM. 1. 5. palustre. Apium sylveslre s. Tbysselinum Dodon. 6gg. Tb3^sse- linuiii Plinii Lobel. bist. 409. ic. 711. Apium sylvestre Dodonaei Dalecb. 701. Gerard. 1020. Seseli palustre lac- tescens Parkins. tbeatr. 904. Tbysselinum ib. 928. Moris. sect. 9. tab. 17. Riv. pent. irreg. Paludapium Tabern. S73. Selinum sylvestre Jacq. austr. t. 152. Selinum Tbys- selinum Crantz austr. fasc. 3. p. i7o. Fl. dan. 257. 2. S. sylvestre Linn. suppl. i8o» Apium sylvestre Dalecbampii. Dalecb. 700. Selinum sylvestre fl. dan. 412. Decand. fl. gall. 4. 319. (Distinguilur a priori: i^ baud radice multiplici, quae et priori convenit, sed 2^ caule tereli laevi, qui sulcatus in priori: 30 foliolis brevioribus, magis ovatis, quae lineari-lanceolata in priori : 4° loco natali ; crescit enim in sylvaticis montosis Alsa- liae, Moguntiaci et Galliae.} 3. S. austriacuin Jacqu. Seseli creticum Caes. J, 33« Seseli montanum II. Clus. bist. 2, 193. Selinum argenteum Crantz austr. 3, 174« tab. 53 taL. 4. f. 2. S. auslriacuiii Jaccju. auslr. t. 7i« Scop. carn. 329. 4. iS. OreoseUnum Crantz. Lam. 'o^eoö-« A/i-ov TlicopKr. 7> ^' Diosc. 3> 7^« OreoselinuniFuclis. 574.Doclon. 696. Clas. List. 2, 195» Tabernaem. 276. Apium montanum Dalechamp. 702. J. Bauh. List. 3, 103. ParLins. 925« Moris. sect. 9. tab. 17. Riv. pent. irreg. Crantz austr. 3« 1^9« Scop. cain. n, 350. AtLamanta Oreoselinum L. Jac([u. austr. t. 63. Ad Laserpitium gallicum pertinet: Laserpitium e Mas- siLa LobeL adv. 313* Las. SilpLium Lob. ic. 702. Dalech. 731. Gerard. 1006. Tabern. 211. Parkins. 953. SMYIINIUM. 1. Sni. Ollis atrum. 'iTnro^sXtvov TLeopLr. 7, 6. Diosc. 3> 78» Hipposelinum FucLs. 327. MatlL. Valgris. 405. boLem, 229. LobeL ic. 703. Gerard. 1029. Tabern. 242. Par- Lins. 930. Olus atrum Camer. epit. 530. Smyrnium Mat- iLioli DalecL. 707. Smyrnium semine magno nigro. Mo- ris. sect. 9. tab. 4. 2. Sin. Dioscoridis Spr. Sm. foliis radicalibus triternatis, foliolis lucidis crena- tis summis simplicibns amplexicaulibus cordato - sagittatis crenato - dentatis, caule superne alato. ^(iv^viov SV TM 'Afjtcivü} c^fi SV k/A/x/ä. Diosc. 3, 79» An Hipposelinum Tab. Colunm. ecpbr. 2,21. (Hanc iconem repetiit Morisonius sect. 9. lab. 4., Smyrnii creiici nomine } sed folia summa inlegerrima pinxit, ^uia ipse non vidit.) Smyr- 54 Smyrnium perfoliatum Lumnilz. fl. poson. p. i2i. cum ic. Kitaib. hung. i. p. 22/ t, 23. Siblhorp. fl. graec. t. 289» ^ Siiiilh. prodr. fl. graec. lom. 1. p. 202. 3. Sin. Dodonaci Spr. Sm. ioliis radicalibus decomposjtis , foliolis opacis tri- fidis, serralis, summis simpliciLus orLiculalis aniplexicaa- liLus inlegerrimis, caule teretiusculo. Sm. Aniani montis Dodon. 693. Smyrnium Lob. adv. 316. bist. 407. ic. 709. Smyrnium verum Dalecb. 707. Camer. epit. 531. Sm, crelicum Mattb. ed. germ. Camer. 263. Gerard. I024. Parkins. tbealr. 930. Tabern. 252. J. Baub. bist. 3, 125. (Sm. creticum Matlb. Valgris. (i5^5) P« 774- Balecb. 707., quod Mattbiolus ab aliis acceperat, cum nus schliefst sich an Wallroths glücldiche Aussaat der so- genannten Anlheren der Armleuchter an. Bey einigen Exem- plaren der Chara ^^lgari3 , die mehrere Tage im W^asser gele- gen halten, und Spuren von Fäulnifs zeigten, waren die noch übrigen Kügelchen, schon für das blofse Auge, mit einer Art von Schleimhülle überzogen. Als ich sie unter das Mihroscop bra''hie , 70 bracKle, erscliienen sie überall mit Meinen Flocken, die aus der Oberfläche des KiigelcKens bervorwucbsen , überzogen, und diese kurz gegliederten Flocken halten so viele Aehnlich- keit mltConfervenfaden, dafs ich ein parasitisches Gewächs aus dieser Galtung, ähnlich der Genf. Mucor Roth, vor mir zu haben glaubte. Später sah ich diese Erscheinung noch zu verschie- denen malen, und zwar stets nur an den älteren Kügeichen des Armieuchlcrs, nie an Zweigen oder Früchten. > Daraus glaube ich schliefsen zu dürfen , dafs diese Flo- cken nichts Anderes sind, als die höher entwickelten Fäden des Kerns , die im Wachslhum die Kugel durclibohren. Und so scheint sich mir denn die eigentliche Bedeutuns der sogenannten Anthere klar zu enthüllen. Sie ist ein evolu- tiver Knoten des Gewächses, eine wirklich productive Gemme, die sich wesentlich von den Gemmen anderer Pflanzen dadurch unterscheidet, dafs sie sich nicht blofs im Ganzen zur Einheit einer Pflanze evolvirt, sondern eine Mehrheit von Individuen in sich trägt , die sich gleichzeitig aus ihr hervorbilden. Dafs sie nicht als Frucht zu betrachten sey, beweisen a.) die gänzliche Abwesenheit einer Narbe, b.) Die widersprechende Bildung ihres, aus Fäden ge- bildeten Inhalts. c.) Die Stelle, die sie an der Pflanze, unterhalb eines Zweigleins, (Braclea der Schriftsteller) also in der Peripherie, einnehmen. d.) Endlich die Unbeziehbarkeit des andern benachbar- ten Theils , des sogenannten Fruchlknoten , auf den Begriflf einer Anthere. -^ Dagegen liegt eine sehr entsprechende Analogie mit diesen Knöt- 71 KxiölcLen in Jen Gliedern der elgentliclien Conferven. ( Con- fervae articulalae, geniculis veris Roth. ) Wenn nänillf h ge- gen das Ende des Sommers die unteren Glieder eines Confer- venstamms , z. B. der C. divaricata oder crispata Roth, anfan- gen , sich zu trüben , sieht man ihre Wände mit den fest an- sitzenden Körnern, welche früher den Raum der Röhre anfüll- ten, üherzogen, auf der äufseren Fläche aber brechen nun feine Fäden, von der Struclur des Hauptfadens hervor, die gleich- sam auf ihm, wie junge Polypen auf der Mutler, wurzeln, nnd so die Art durch Aufzehruns; des alten Stamms förtpflan- zen. Wie nun hier das Glied einer Conferve durch die in ihm enthaltenen, entwicklungsfähigen Körner proliferirt: so scheint mir in dem Kügelchen der Chara , auf einer höheren Stufe der Vegetation, sich ein eigenes, proliferirendes Organ gebildet zu •haben, in welchem entwicklungsfähige Keime, junge Charen- fäden, gleich jenen Körnchen der Conferven , oder, um ein anderes Bild zu wählen, gleich einer Versammlung ausscheid- barer Infusorien, wie sie die Eklospernie nur einzeln in ihren verdickten Enden erzeugt, abgesetzt zu werden. Es bedarf nun, nach allen' bisherigen E^ntersuchungen , kaum noch der Frage, cb derjenige Theil, welchen man bis- her als das Germen betrachtete, in einem Gegensatze mit der sogenannten Anlhere stehe. Seine Stellung nach Innen , seine Structur, sein Inlialt, der aus Körnern besteht, seine Entwick- lung endlich, in Perioden, die über das Leben der Anlheren hinausreichen, erinnern kräfiio; an eine bedeulende Analogie mit dem, was man bey andern phanerogamischen Pflanzen Pis- till neimt. Sieht 72 Sieht man aber naKer zu: so ersrlieinl zu Allem, was wir an den liölieren Pflanzen als wesentliclie Tlieile des Pistills an- erkennen , nur die Anlage. Die NarBe ist ein Llofses Würz- clien, das mit dem Kern niclit in Verbindung steht, sondern sich in die äufsere, durchscheinende, der Unddeidung der An- ihere sehr ähnliche, zellige Hülle das Germen hineinzieht. Die Eychen , oder Saamen, schwimmen, ohne Anheftung, in einer schleimigen Masse; sind selbst von ifn£;Zeic/zer Gröi'se, und sehr verschiedener Gestalt, (man sehe die Figuren bey Schmidel, auch Wallroth Tab. II. hg. 4.) eckige und runde dvirch einander gemischt; ihre Substanz scheint endlich selbst noch weich und dem Schleime ähnlich zu seyn, denn der reife Inhalt einer Frucht von Ohara vulgaris trocknete, ausgedrückt, flach auf die Glasplatte, und lies weder beym Befühlen, noch durch eine starke Linse, Erhabenheiten wahrnehmen. Das Pistill der Ohara ist demnach als ein aborlirendes, auf halber Metamorphose stehen bleibendes Organ anzusehen, mehr eine Andeutung des anderen Geschlechts, txis eine Ausbilduus desselben zur Zeugung. Ich erwarte mit Begierde die Resul- tate einer sorgfältigen Aussaat der Oharenfrüchte, die ich im nächsten lahre vorzunehmen denke. — Die Anthere hino^eeen ist relativ mehr, als eine gewöhnliche Anthere, d. h. sie ist selbst fortpflanzend. Aber eben um dieser Qualität willen, ist sie doch, auf die Befruchtungstheile der höheren Pflanzen be- zogen, wieder unvollkommen, eine Knospe, oder richtiger, ein letzter Knoten, in welchem der einfache Yerlängerungs- trieb einer tiefen Vegetationsstufe sich vielfacher spaltet, und so gleich dem in Farben gebrochenen Lichte, in seiner Verviel- fältigung fortwächst. Man könnte sagen, die unvollkonnnene, noch 73 noch Llofs aus dem nackten, melir oder ^^■cniger gegliederten lind verästelten Stengel stehende Pflanze, rvachse gleichsam durch diese Anthcre in ein neues Lehen hindurch. — In der vollkonimnen Anthere aher hricht und zersplittert sich der Wachslhum selbst, und entbindet den reinen Staub der höchst vervielfältigten, gestalteten und individuaiisirten Zellen. Diese Form der Metamorphose , auf welcher ein höheres Organ, oder System, sich schon auf lieferen Stufen der Orga- nisation, der Bedeutung nach, und gleichsam als Vorbote ei- ner vollkommneren Bildung, einfindet, das doch an und für sich , und von dem Standpuncle jener tieferen Stufe selbst an- gesehen , eine sehr verschiedene Function und Richtung so- wohl gegen den eigenen Organismus, als gegen die Aufsen- ■welt, verfolgt, findet sich im Thien-eiche so evident und an- sprechend dargelegt, dafs man nur an das Herz des Krebses, an die Tracheen der Insecten, an den Nervenknoten um den Oesophagus der Gasleropoden u. a., gegenüber den Herzen, den Lungen, dem Gehirn der Säugethiere erinnern darf, um sich geneigneter zu fühlen, auch in der Pflanzenwelt ähnliche gra- duelle Verliäitnisse der Metamorphose anzunehmen. So scheint mir nun , um in der Kürze eine Anwendung von diesen Grundsätzen zu machen, die Natur in der Pflanzen- welt ein besonderes Gebiet von Gewächsen abgesteckt zu ha- ben, innerhalb dessen sie den einfachsten Verlangerungspro- zess, Glied auf Glied, Zelle auf Zelle, oder wo mehrere sol- che Zellenreihen einen Stamm bilden, ganze Fadenbindel, in steliger Dehnung und Contraction, bis zur höchsten Entwick- lung fortführt, wo Organe hervorgcbildet werden, die das 1 o Ge- 74 GesclilecKt repräsentiren , oline geschlechtig zu seyn ; — letzte Grenzpunl'ite der individuellen Metamorphose und Darstellun- gen des höchsten Gegensalzes, den die ganze Pflanzenwelt auf ihrer fortschreitenden Bahn anstreht , also , auf dieses Indivi- duum Lezogen, wahre Stauhfäden und Pistille, die aher, da sie nur ([en Gipfel eines einfachen Verlängerungsprozesses in sich aufnehmen, blofs letzte Knoten , Gemmen, in entgegen- gesetzter Bedeutung sind, entwicklungsfähige Antheren, und aborlirende Fruchlknoten. Diese Stufe der Metamorphose nun hezeichnen detitlich genug die Tange, im weiteren Sinne des Worts, wo sie auch die Rothschen Ceramien der See, und die Gattung Mertensia, in sich hegreifen. In den süssen Wassern haben diese nur we- nige, und zwar höher ausgebildete Repräsentanten, nämlich die Gattungen Batrachospermum und Chara *). Ich *) Es verdient angemerkt zn werden, dafs sich hier, wenigstens nach Jen vorhandeiien Entdeckungen , ein nmgekelirtes Verhällnifs zu den Con- ferven andentet. Diese, die eine noch tiefere, oder vielmehr die pri- mitive Slnfe der ( productiven ) Vegetation ausmachen, indem sie es nicht his zur Darstellung eines Organs der Fortpflanzung bringen, sondern in j( dem Puncte ihres einfachen Tubus die produclive Gem- me absetzen können , finden sich in weit zahheicberen Formen und Arten im siifsen, als im salzen Waffer. Nun aber bildet sich in die- sem ein fast unerniefslichcs Heer von Gewächsen zur Darstellung des productiven Bläschens in einem bestimmten Organe, die Tange, aus, während ihnen gegenüber in den siifsen Gewässern, in den Salzseen des Landes, die Gattung Batracliospermum noch ähnliche Schleimkü- gelchen trägt, die, schon an der Mutter in Aeslekreise übergehen, die Gattung Cbara hingegen den höchsten Gipfel der Metamorphose durch eine dargestellte Zweybeit von Gebilden, und diuch abfallende Fort- pflanzungsorgane, beurkundet. 75. Ich stijume also Hrn. Wallrotli völlig Ley, wenn er künftig den Armleuclileni ihre Stelle unter Jen Algen angewiesen se- hen will , und glaube durch das Gesagte dazu beigetragen zu haben, der gedachten Gattung auf diesem weiten Felde eine noch bestimmtere Stelle auszumitteln. Mehrere Tange, von denen ich hier nur den Fucus pina- stroidcs, clavellosus , acantophorus , purpurescens und denta- lus Turn, neimen will, haben, nach Turner, ebenfalls eine doppelte Fvuctification, nämlich längere, lanzett- oder keulen- förmige, auch sonst verschieden gebildete und gewöhnlich mit weniger ausgezeichneten Bläschen , oft gar nicht nnt densel- ben versehene Thcile , in deren Nähe, ja zuweilen selbst in unmittelbarer Verbindung iinter und an denselben, die Früchte der zweyten Classe, mit starken Bläschen im Umfange besetzt, dadurch oft knotig, und saturirter gefärbt, zum Vorschein kommen, Roth bemerkte bey Ceramium Plocamium etwas Aehnliches. So wenig ich nun mit dem Rezensenten des Turnerschen Werks in der Hallischen Lit. Zeit. 13 lo Nro. 17 — 19 u. Nro. 24.3 — 245 7 annehmen möchte, dafs diese beyden Organe in einem Verhältnisse der successiven Bearbeitung der entwick- lungsfähigen Bläschen zu einander stehen, so nämlich, dafs die, in den. Organen der ersten Art noch nicht zur Reife zu bringenden Bläschen materiell in die der zweyten Art übergien- gen, und dort, entweder durch Mischung mit andern schon vorhandenen Bläschen , oder auch für sich, wegen des höher gesteigerten Bildungstriebs derselben, ihre Vollendung erhiel- ten , so fmde ich doch die jener Ansicht zum Grund liegende Idee eines positiven und negativen, oder, wenn man lieber 10 * will, 76 . will , eines männlicKen und weibliclien VerliUltnisses jener Theile seKr anvsendbar, und sehe daher in den Frücliten der erslen Art die Bezieliungsglieder des Germens der Arnileucliter, in denen der zweyten Art, die in zahlreichen Fällen seihst durch den lieferen Ursprung unterstützte Analogie der soge- nannten Antheren der gedachten Gattung. — Es wäre möglich, dafs die Früchte erster Art, wie dieses ja auch Ley diklini- schen Pflanzen höherer Stufen nicht selten der Fall ist, un- ter gewissen Umständen sich in die Form und Function von Früchten der zweyten Art verwandelten, ohne dafs dieses mit der Grundansicht dieses Reichs der Prclilication im Wi- derspruch stünde, vielmehr gewönne gerade dadurch die Vorstellung von den gedachten Gebilden, als ursprünglich gleichartiger , aber im Verhältnisse der Prolification wie -j- und — einander gegenüberstehender Theile, die eben darum, sobald in dem einen oder dem andern jene Beschränckung auf- gehoben wird, unmittelbar in die entgegengesetzte Sphäre übergehen können. So verwandelt sich, in rückschreitender Metamorphose, der Träger in ein Blumenblatt, dieses in ein Kelchblatt, das Kelchblatt in ein oberes Stengelblalt; und um- gekehrt wird ein Blumenblatt Träger. Aber die hier real ver- schiedenen Geschlechter metamorphosiren sich nie in einander. So viel über die wahre Stelle der Gattung Chara im natür- lichen System, und über ilir Verhältniss zu unserem künstli- chen. Die Ordnung der Algen, Algae, im engeren Sinne, wie ihn V\'ildenow in seiner Ausgabe der Sp. pl. angenonmien hat, •zerfällt in drey Familien. A. Kiigelalgen, Rivulariae. Aus einer simplen, (einfa- chen oder ästigen, gegliederten, gewundenen) Röhre gebildete, und 77 und in einer Sclileinimasse von Lesümmter Umgranzung sicK verbreilende Algenfäden. B. FFasscrfäden. Confervae. Aus einer simplen, eiufa- clien oder ästigen, gegliederten oder ungegliederten Rühre ge- bildete, freye Wasseralgen, die in ihrem Kanäle productive Körner entwickeln, ohne eigene Organe für die Zeugung der- selben auszubilden. C. Tan^e. Fuci. Aus simplen, oder mehrfach verbun- denen Röhren gebildete, (einfache oder ästige, gegliederte oder ungegliederte) Wasseralgen , die ihre productiven Theile als Bläschen oder R.öhren, in besonders gebildeten Organen eut- Avickeln. — Zu dieser letzteren Familie gehören die Gattun- gen: Ceramium Roth., Fucus, Mertensia, und v^-elche oder \yie viele Gallungen noch sonst aus derLinneschen Gattung Fu- cus gebildet werden könnten, ferner die Gattungen Batracho- spermum und Chara unter den Süfswassergewächsen. Die Gattung * CHARA bietet auf ihrem noch schwach bevölkerten Boden zwey merk- würdige Abtheilungen dar. i) Einröhrige Armleuchter. Charae lubulosae, die noch, nach Art der Wasserfäden, aus einem siinplen, hie und da durch Glieder unterbrochenen, und um die Glieder quirlförmig verästelten Tubus, bestehen. Der Raum jedes Glieds, Articu- lus, ist von Innen mit einer oben und unlen abgerundeten, schlauchförmigen Haut umkleidet, bald mehr bald weniger mit grünlichen Körnchen, die im Sonnenlichte eine kreisende Be- wegung zeigen, erfüllt, und dadurch lingirt. Die Fortpflan- zungsorgane sitzen hlofs, ohne Schutzblätlchen oder Aestchen, in 78 : in den Tlieilangen der letzten Quirle. Im Trocknen bleiben diese Arten biegsam, und beliallen ilire Farbe. Ilieber gehö- ren, ausser der nun zu beschreibenden Art, noch Chara intri- cata Roth., Chara flexilis Willd., und Chara corailina Willd. 2.) Schwannnigc Armleuchter. Charae spongiosae. Sie bestehen aus mehreren, nebeneinander laufenden Röhren, und scheinen, da die Gelenke und Scheidewände dieser Röhren nicht in einen ebenen Durchschnitt fallen, ungegliedert; vielmehr bildet eben die Verbindung mehrerer , parallellaufender, un- gleich gegliederter, sehr zarter und blasiger Röhren in ihnen eine unvollkommene zellige Textnr, die sich Auf der Oberfläche durch Streifen und que erlaufen de zarte Runzeln kund giebt. Die Aesle stehen quirlförmig, wie bey denen der ersten Abihei- lung , die Fortpflanzungstheile, die ihr auch immer zwey ge- stallig erscheinen , statt dafs sie in der ersten Abtheilung nicht selten einförmig, monoisch, auftreten, sind von schmalen, et- was zusammengedrückten Aestchen, oder blatlähnlichen Fort- sätzen, gestützt; die Farbe der Pflanzen ist sehmutzig blau — grau — oder gelblichgrün, verbleicht im Trocknen in Weifs und Gi'au, und das Gewächs selbst wird dadurch brüchig, dafs es kaum aufbewahrt werden kann. Aus der ersten Abiheilung ist mir die Chara corailina Willd. zwar nur nach der Willdenowschen Abbildung bekannt; sie cha- rakterisirt sich aber auch hier schon so deutlich, dafs man leicht zur sicheren Unterscheidung der 4» i*^ ihren Verwandt- schaftskreis fallenden Arten mit auf sie Rücksicht nehmen kann. Ich v^ill hier die Definitionen der gedachten Arten mit den nö- thig scheinenden Veränderungen zusannnenslellen. Ein-' 79 Einröhrige Armleuchter, C h a r a e t u h u l o s a e, 1. Cliara corallina Willd. Sp. pl. IV. i. 136. 3. Act. Ac. Berol. T. 2. f. 2. — Piamosa, yerliclllorum ramulis simpli- cibus , compressiusculis, oLlusis; germinulis (baccis) lalera- libus, solitariis, subsessilibus. Ilabilat in Aquis Malabariae. 2. Chara flexilis Willd. 1. c. p. 187. 9. Wallroth. An- nas bot. 176. 1. exci. Syn. Charae Syiicarpae Tbuill; Confervae iiidificae Fl. Dan. et Cli. inlricalae Rolhii — Scbinidel icon. pl. t. 14. — Chara flexilis Roth. Fl. 9. II. 2. p. 419. — Ramosa, ra- nns oppositis, verticillis remotis ; ramulis elongalis, bi - rarius trii'urcalis, obtusis, germinulis solitariis, axillaribus. Habitat in Europae acjuis slagnantibus, purioribus. Rarius fruclilicans. 3. Chara iniricata Roth. Cat. bot. II. p. 125. Chara flexi- lis Smith. Br. 1. p. 6. 3« — Chara syncarpa Thuill. Fl. par. p. 472. Pers. Syn. II. p. 530. Conferva nidißca. Fl. D. T. V. p. 6. — "■ Ch. translucens minor Yaill. act. Par. Chara glomerata Desvaux Lois. Noliee sur les plantes ä ajouter a la Flore de France, p. 136. — Chara flexilis ß. stellata Wallr. 1. c. p. 173. Tab. VI. fig. 1.2. — Ramosissima, gracilis; verticillis fructi- ficantibus approximatis , numerosis , densissimis ; ramulis Iri- furcatis, mucronatis , patenlibusj globulis et germinulis saepe diclinis, solitariis, alaribus. Habitat in Europae aquis slagnantibus frigidis, laete fruc- tificans , densis caespitibus implexa , intense virens. Mit der vorhergehenden Art kann sie auf keine Weise ver- wechselt werden , da sie zu jeder lahreszeit sich gleich bleibt, und nie in dieselbe übergeht. Wallrolh^ der a. a. O. eine ziem- lich 80 licK gute ALLIldLiiig von dieser Arl gelieforl liat, LcobacLlcle sie nie selbst im Leben , und scheint dadurch verführt worden zu seyn, beyde, so auffallend abweichende Arten mit einander zu verbinden. Smilhs Cilate in der Fl. Brit. machen es übrigens wahrscheinlich, dafs diese, und nicht die vorhergehende Art, die wahre Chara flexilis Lin. sey. 4. Chara capitata mihi. Subramosa, erecla, ramis al- lernis; verticillis fructificantibus in capitula congeslis; raniulis fructificanlibus brevissimis, bi - trilidis, cuspidalis; globulis plerunique in distinctis individuis solitariis, germinulis ternis, axillaribus, pediccllatis. Habitat. In stagnis desolatis prope Grosslangheim, Magni Ducatus Herbipolitani. Mense Majo aquis Vernalibus tumenti- bus. Semel plures caespites hujus Algae reperi, (Anno IS12) neque, cum tempox'e aestivo redirem, stagnantibus adhuc et limo alte superinfusis aquis , quidquam , nisi frustula ejusdem speciei, neutiquam a pristina forma sua in aliam declinantis, ex^ traxi. '' Descriptio. Gaules plures ex una radice, tuberculiformi , exalbida, 4 — 6 unciaslongi, aut parum longiores, fili robustioris cras- sitie, erecti, subramosi, filiformes, teretes, leves, pro morc familiae articulati; geniculis aequalibus, articulis diametro multo longioribus, superiora versus decrescentibus, intus massa gra- nulorum pallide viridium : sub microscopio motu circulari agi- tatorum, farctis. Ramus unus aut aller, e geniculis inferiori- bus ortus, solitarius, caulem allitudine aequans ejusdemque Structurae. — Ramulli verticillati, in geniculis inferioribus ple- rumque seni, subsimplices, articulis breviores; in superioribus geni- - Ol ol geniculis ocloiii pliiresve, articulls iiilcrjeclis longiorcs, valde iiiaeqiiales ; bi - vcl Inlldi, et, ul)i dividiinUir, geiilculo prae- dill; rainulis extremis filirornii - cyllndricis, cxarliculalis, apice mucronalis. Vcrlicilli IVuciificanies in ajjice caulis et raniorum ila approximali, ut capiluliini conslituaüt , rainulis ternis, ra- rius cpiatcrnis, structurae reliquoriim, at iiiulto brevioribus, et paullo ullra originem in rainulos Linos aut ternos iterum divi- sis, (paoruni laterales, si (res adsint, pleruinque hreviorcs et sub in curvi inveniunlur. rruclificationes plerumque diclinae, ex axillis verlicilloruin superiorum, in aliis tanien et mixtae utrius- cpcie generis, tum allero quidem copia muito majori exuberante. Giobuli (Anllierae), in ramulis brevioribus, et subaequalibiis, ubi Li in ramulos furcalim discedunt, singuli^ rarius bini aut lerni, inferne prodeunt, pedicelio brevi, pellucido, celluloso SiifFulti, spbaerici, vei obovato - globosi, nudo oculo vilellini et muco ciiidam, inter bracteas conge.sto, immersi, sed vitris augentibus considerali, opus cellulosum mirificum, subuudula- lum , pellucidum, nuclei vilellini speciein inlus fovens expli- cantes, Iransversim saepe deliiscentes, ulraque parte radialo- Irißda; laciniis o])longo Iriangularibus , oblusis , e cellularuni ordine duplici, inlrorsum rima debiscenlium, exslruclis, intus fulvis, exlus r^alinis. Massa, e cavo giobuli demum effusa, cinerascens, iiiucosa, filis moniliformibus, crispalis, et variis modis convolutis intcrtexta. -Germinula (GemmulaeJ bina ternave ramulis longioribus, in aequalibus inlrorsum apposita, subsessilia, ovata, apice in papillam brevem, rotundalam conlraclo; — e nucleo quodam, jam a prima juventule, conspicuo, ovalo- subrotundo, durius- culo, opaco, virescenle, et e cortice ejus exleriori celluloso, 11 hyalino, 82 hyalin , plicis quinque aut sex spiralibus nota'o, constant; luiii, Icmporis progressu maturescens nucleus flavesceiilein co- lorein iiiduit, et magis inagisque indurescit, iiiassa mucilagl- noso - granulosa — e graiiulis molliusculis , subangulosis, in- aequaliLus, repletus ; corlex auteni tuiiiet, et aquosa perspi- cuitale oculis sese peiie subducit. So unbedeutend auch, mit Piecht, der Bei frag einer neuen Pflanzenspecies auf diesem überschwenglich reichen Gebiete scheinen mag: so darf ich mir doch vielleicht um der Gattung willen, welcher die von mir beschriebene Art angehört, eher einige Aufmerksamkeit auf dieselbe versprechen, und, wenn auch nicht für die Wissenschaft Gewinn, doch für mich Be- lehrung von der Mittheilung dieser Beschreibung hoffen. Die Gattung Ohara scbeint noch manche neue Entdeckung zuzulas- sen, da sie, wie nicht zuläugnen, bisher äufserst oberfläch- lich behandelt, und von den Sammlern, der Hinfälligkeit ihrer meisten Arten wegen, fast verachtet worden ist. Haben wir nur einmal über die wesentliche Bildung ihrer Thcile, und über die davon abzuleitenden Merkmale, mebr Beobachtungen angestellt, so werden wir sicher auf Unterschiede stossen, w^o wir bis jetzt noch keine wahrzunehmen glauben, und es wird sich in unseren Wassergräben ein neues Gebiet der Betrach- tung, und belebenden wissenschaftlichen Bearbeitung, für uns aufschliefsen. *,jcr^ Er- 83 Erklärung der A L L i 1 tl u ii g e n. Jt is^- 1. Chara capiUita mihi. In 7ialiir]icl!cr Gröfsc. a. mit blofsen Kügelclie» a. * Ein Köpii'Jien vcrgröfserl. b. MiL Friielitknolcn. b.* Ein Küpfchca vergiös- scrl. c. Mit rrucUiknotcn und Kiigelclicn , letztere in geringer Zahl. JTig. 2. Starcko Vergröfsernng : c. Eines Zwcigleins mit einem Kiigcldien. b. Eines dergleichen mit Ernelitknolen. a. Zwey Strahlen des. klappenartigen Sterns dei- oberen Hälfte eines Kiigclchens mit iliren doppelten , nach Anssen goklielten, nach Inneu sich spallcndcn Zellenreihen. Ungefähr 3oo Mal vergröfsert. 11* VI. VI. Botanische Bemerkungen und Berichtigungen, mit Yorzüglicher Rücksicht auf Deutschlands Flora; (V\AAAA %AA,A/V^ ■V'CA -VXA ^A^ Von dem Herrn Gräfe?! Caspah Sternberg und Herrn Frof. Dr. Hoffe. WA>VWVVWWV\AA^*WW\^AA'V\A^W» '1. Pin^^iiiciila ßavescens. Tlörhe. Schrader in Deutschlands Flora i. p. 53. hat diese deutsche Pflanze, von P. alpina getrennt, als eigene Art aufgeführt. Wah- lenberg in seiner Flora Lapponica p. 9. hat sie wieder mit P. alpina mit dem Abzeichen ß. verbunden, und setzt in der Be- schrei- (]Ö Schreibung nocli hinzu: P. flavescens lantuni variclas laevis est r. alpiiiae : iiec nonien : flavescens , coiiveüieas est, cum corolla üuiiiiiio alba reperitur, exceplis luaculis flavicaulibus villosis. In den Plant. lielv\ Super, p. 7. beslätllgt eben dieser Verlasser sein oben gelalltes Urtlieil, und versicbert von uns- rer deulscben Pflanze: Nihil onmino diflert a planla lapponica ejusdeni noniinis. Willdenovv hat in den Schriften der naturforschenden Freunde 2. p. 1I2. t. 5, f. 1. 5. zwey Arten unter den Namen P. purpurea und P. alpina aufgenihrt. Yahl in seiner Enmn. 1. p. 193. war ihm gefolgi, setzte aber seiner P. alpina eine va- riet. (3. alba, bey, welcher er das Synonynimn Ptaj. bist. 732. und Linn. fl. läpp. 12. l. 12. f. 3. zuzahlt, erklärt aber zugleich: flore albo nuncpiani m noslris alpibus occurrit; an in alpibus suecicis? an a praecedenle revera diversa? Schrader zieht das Synonym von Wildcno\^^s P. purpurea zu seiner P. flaves- ceus. Wahlenberg übergeht die Willdenowischen Synonyme ganz mit Stillschweigen, dagegen führt er P. alpina ß. alba Vahl, bey seiner P. alpina u und Vahls P. alpina a bey seiner P. al- pina ß an. Da wir die nordische Pflanze nur aus Abbildungen heil- nen, so dürfen wir uns kein absprechendes Uxtheil erlauben; so viel scheint uns aber gewifs, dafs die Abbildung fl. Dan. t. 453. die gelben StreifTen ausgenonmien, keineswegs von P. flavescens. Fl. unterschieden sey; warum Vahl diese von Gun- ner an Oeder geschickte norwegische Pflanze nicht als einhei- ^misch erkannt habe? — welche Farbe die Vahlische P. alpina haben soll, da sie nach seiner Aeusserung nie in Dänemark weifs vorkommt, können wir j:iicht bestimmen. Die Abbil- dungen 87 Jungen in Linn. fl. Läpp, und Willclenow's in den Srliriflen der nalurforsclienden Freunde sclieinen nach ziemlich schlecht gelrochnelen Exemplaren gezeichnet za seyn, liönnen daher nichts entscheiden. Wir fanden sehr grosse Exemplare mit nieh- rern Stengeln aus einer Vv^'urzel , in den Salzhurglschen Alpen, und Ideine einfache auf der Gejaid- Alpe unweit Ilalstadt im Oeslreichischen Salzkanmiergut , die der Ahbildung in der Fl. dan. vollkonnncn gleichen. Nach unserer Ansicht möchte da- her zwischen 1*. alpina und flavescens Kein wesentlicher Un- terschied zu machen seyn. 2. Valeriana, Herr Prof. Schrader hat in seiner Flora germanica p. 88* die Bemerkungen aus dem botanischen Taschenbuche aufge- nommen, dafs Valeriana Iripteris und montana merkwürdige Varietäten in Ansehung der Länge oder Kürze derGeschlechts- iheile gegen die gröfsern oder kleinern Blumen zeigen, wobey zum" Theil auch die Farbe der Blumen eine Veränderung er- leidet. Wir wollen dieser Erfahrung noch beyfügen, dafs auch Valeriana saxalills in dem nändichen Grade der Verlängerung oder Verkürzung der Blülhentheile abändert, und ob wir wohl au dieser Art noch keine getrennten Geschlechter bemerkt ha- ben, wie sie Vest beobachlete, so setzen wir doch in das Da- seyn derselben keinen Zweifel, weil die Erfahrung lehrt, dafs es bey der ganzen Gattung Sitte ist, in diesen Theilen zu vari- ren. In der That würde man in Versiichung geralhen , eine Filanze n)it kleinen reihen Blumen, eingeschlossenen Staub- gefässen und hervorragenden Slaubwegen als Art zu unterschei- den, wenn man nicht auf die Bildungsfähigkeit der ganzen Gattung Rücksicht zu nehmen hätte. Nun aber lehrt die Erfah- rung, 88 runs;, clafs Valeriana nicht nur in der Zalil der S[aii]>2; 98 '.••• 12. Cortusa IMathioli. Ein ^der Botaniker ist gewifs hocli erfreut, wenn ihm diese Zierde der Alpenregion begegnet; ein jeder Standort, wo man sie antrifft, verdient daher Leslimmt angegeben zu werden. In dieser Rücksicht bemerken wir zwey Standorte, wo sie uns heuer zu Theil ward. In dem Gesaus am UFer der Ell», zwischen Stift Ahnund und Iliflom, am Fufs der Fel- sen, wo im Frühjahr die Wässer den Saamen von dem höhe- ren Gebirge herabschwemmen, in Gesellschaft mit Rhododen- dron Chamaecistus , und Papaver alpinum fl. albo. Dann im Heruntergehen vom Pletikopf, unweit Ebensee, unter der Al- penhütte bey einer Quelle und längst dem Fufssteig in grofser Menge. i3. Phytemna paucißoruin. Bey Bearbeitung dieser Pflanze war es uns auffallend, von den vortrefflichsten Botanikern so abweichende Synonyme zu- sammengestellt zu sehen, als foliis Omnibus lanceolatis subcrenatis Linn. et Willd. foliis ovatis obtusis Hall. Wir forschten nun weiter in lacq. Coli, wo folia ovato- Gordata beschrieben werden. Allion (Fed.) setzt sogar seiner Pflanze die Anmerkung bey : fdliorum fmis onniino ovatus aut obtusus, neuliquam lanceolatus. Dagegen versichert Scopoli (Garn. 241.) nachdem er in der Diagnose Folia lanceolata an- genommen hatte : huc spectat R. folio oblcngo, spica orbiculari C. B. pictus in T. lY. Comment. inst. Bonon: folia omnia lan- ceolata. Es schien uns hiedurch ausgemacht, dafs zwey ver- schiedene Pflanzen den Beschreibern vor Augen gekommen, und als wir die heuer in den Saizburgischen Gebirgen gesam- melten 99 melten Pflanzen mit unsern Herbarien vergliclien, so fanden wir auch die beyden Formen , von denen die Schriftsteller ihre Beschreibungen abgenommen zu haben scheinen. Da der Unterschied, so viel wir an den getrochneien Exemplaren wahr- nehmen können, vorzüglich in der Form der Blätter besieht, so wollen wir dem Urtheil der Botaniker, die vielleicht im Stande seyn werden, beyde Pflanzen im frischen Zustande zu beo- bachten , nicht vorgreiffen ; um ihre Unlersuchung zu erleich- tern, wollen wir aber nach den vorliegenden Pflanzen beyde Formen deutlich beschreiben, und die dazu gehörigen Syno- nyma anführen. Phyteuma paucifloriun, \ . P. Capilulo subfolioso, foliis omnibus lanceolatls. Linn. Syst. veg. 176. Willd. Sp. pl. 1. p. 919. P. foliis lanceolatis obtusis capitulo subfolioso, bracteis subrotundo- cordatis cilia- tis. Lam. et Decand. Syn. fl. Gall. No. 2358. non fl. fran. (Pia- punculus pauciflorus) Caulis binncialis. Folia lanceolata. Flo- res duo tresve inlra folia in sunnno caule sepulta. Scop. Garn. 1. N. 241. Descriptio plantae nostrae. CaitZis biuncialis vel q^uadriuncialis, erectus, slriatus, 1 vel 3. foliis ornatus. Folia omnia lanceolata, vix mediam caulis allitudinem atlin- gentia, radicalia subinlegerrima, margine piiis raris ad- spcrsa, caulina basi ciliata, apice plerumque dentata, duo ultima sub flore (si adsuntj laliora et longius ciliata. Eractcae flores amplectentes lato-ovalae, acutae, integerri- mae, cillatae. Flores in capilulum hemisphaerkum congesti, 5 ad 3, cae- 13 * , rulei 100 rulei. — HaLIlat in summis alpis AckeiLoden propeBrixi- am in Tiroli australi. 14. FJiyteiuna globulariaefoliuin. P. füliis obovalis in peliolujn decurteulibus, capilülo sul)- folioso, Lraclcis subroluiidis ccrdalis. P. ( paucirioriini ) Honbus lerniinalibus paucis in capitu- luni colleclis; bracleis ovatis capilLiluin oblegenlibus, foliis Om- nibus oblongo - ovatis in pet ioium decurrenlibus. Sehr. Prim. £1 Salisb. No. 221. Fl. Salisb. No. 105. All. Ped. No. 424. Yill. Dclpb, 2. p. 515. lacq. Coli. 2. p. 63. Lam. et Dec. Fl. Franc, in Description. (Rapunculusj foliis ovatis obtuse dentalis, brac- teis niaxiniis obtusis. Hall, lielv. No. ögo. Rapunculus alpinus comosus. Bauli. bist. 2. p. 8ii, Descriptio plantae nostrae. Caules saepius plures ex unaradice, pollicares aut bipollica- res, striati , 1 - l'olii. FoUa omnia obovata aut ovato - oblonga, inlegerrlma , ra- rissinie uno allerove apice obtuse dentato, in petiolum decurrentia, pilis raris in ambilu adspersa, bina sub ca- pilülo ciliala. Bracteae flores involvenles, ovatae, obtusissitnae cilialae. Flores 3 — 6 in capiluluni congesti, caerulei. * Habitat in alplbus salisburgensibus, Hirscbarl, Radbaus- berg , Nafsfeld. Differt a priori stalura minori, foliis obovalis nee lanceo- lalis, bracleis obtusissiniis nee aculis. Bey dieser Gelegenbeit wollen wir aucli auf das Pliyteuma ellyplicuni Vill. Delph. 2. t. 11. f. 2. aufmerksam macben, das von 101 von WillJcnow tmJ Persoon für eine Varietät von P. orLicu- lare angeselien wird; die Alpenpflanze kommt sehr liäufßg in Oestreicii, Steyermark und den. Salzburgcr Gebirgen vor, die Wurzel und Stengelblaller sind gleich hrcit, und manchmal so sehr verlängert, dafs sie der Abhildang von Phyleuma Mi- chelii All. FeJ. t. 7. f. 5. in derGeslall der Blätter sehr nahe hom- men. Phyleuma orhiculare, wie es um Regensbiirg häuilg vorkonnnt, hat radicem repentein, folia radicalia cordato- oblongo, v\-as wir bey der Alpenpflanze nicht wahrnehmen konn- ten. Wir wollen bey künftigen Alpenreisen diese Pflanze nä- her beobachten, und wünschen, dafs es auch von andern Bo- tanikern geschehen möge. 15. Viola alpin a lacq. Das Schicksal mancher Pflanzen ist ganz eigen; ungeach- tet gleicher Ansprüche, um als eigene Arten ihre Stelle in dem Systeme zu erhalten, müssen sie oft lange bald da, bald dort- hinwandern, werden einmal ans Licht gezogen, dann wieder verdrängt, erscheinen immer wieder, und setzen am Ende ihre «Selbstständigkeit durch, die ihnen von Natur angeboren ist, Diefs ist der Fall hey Viola alpina, die wir jetzt zu herichtigen unternehmen. Clusius (Rist. p. 309.) hat diese Zierde der Schneeberger Alpe in Oestreich zuerst als Viola monlana secunda aufgestellt; laccpiin ( Flor, austr. ) beschrieb eben diese Pflanze sehr genau, uiid bildete sie unter dem sehr passenden Namen Viola alpina t. 2. ♦2. sehr gut ab. Ungeachtet zweyer, so wichtiger Ge- währsmänner w*urde diese Pflanze weder von Sprengel in der Hist. rei herb, noch in jV^'illdenow's Sp. pl. und Pers. Syn. nicht einmal als Abart aufgenonunen. Uosl, ia seiner Synopsis bringt sie 102 sie mit dem Synonym von Haller No. 5^^- ^' »7- "welclies die Viola calcarata ist mit Viola grandillora und Viola Zoysii in Ver- Liudiins, olmeaiifdas s;anz verschiedene Calcar IlücksicKt zu nelimen, das Ley der Gaüung Viola ein anerkannt gutes Unler- scKeidungsmerkmal darslellt. In Slurni^s Teutscli. Fi. Bd. ß. Cl. 19. ord. 6. wurde diese Pflanze abermals abgebildet, und die Leslebenden Varietäten berührt, ohne dsfs hierauf die gering- ste Rücksicht genommen worden wäre, wenn nicht etwa in dem £ten Bande von Schradcrs Fi. genn. über dessen längst ge- wünschte Erscheinung wir nocli in Ungewifsheit schweben, eine lichtvolle x^useinanderselzung vorhanden ist. In dem App. der Enum. pl. bort. her. ist die Viola sudetica von Viola lutea, wenn aucli etwas micrologisch, getrennt wor- den; die Verwechslungen bey Viola calcarata und V. alpina sind unberührt geblieben. Es ist daher vor Allem nothwendig, diese zu beleuchten, da die von Haller zusammengeworfenen häuffigen Synonymien zu den spätem Verwcclislungen Anlafs gegeben zu haben scheinen, obgleich er selbst in Ilücksicht der lacfjuinischen Pflanze ungcwifs blieb, wie aus denen am Ende angehängten Worten erhellet: „iieque clariss. lacquini stirps cum nostra satis certo eadem esse videlur. — Aus der Beschreibung der Pflanzen, so vvie sie vor uns liegen, und aus der Anreihnng einiger Synonyme wird sich der Unterschied von selbst ergeben: a. Viola calcarata Vlllars. Foliis primordialibus ovatis, caeteris oblongis integerrimis aut subdentatis, pilosis, ciliatis, stipulis pinnatifidis, calcare longiludine pelalorum. V. «. caule abbreviato, foliis subovatis stipulis pinnatifidis, nee- 103 neclariis calyce longloriLus. Syst. veget. 66g, Vlll. Delp. 2. p. 666. Hall. no. 566. aj Willd. Sp. pl. 1, p. 2. n. 1169. Ic. Hall. loc. cit. t. 17. f. 1. bona. Gesn. aeu. no. 71. oplinia. Melanium montanuni Dalecli. Hist. 1204. ic. quoad folia melius Guni icone Jacquiniana convenit, sed obstat calcar, flo- res caeleruni male delmeali sunt. Clusius jam monueral Vio- lani suam secundain Melanium monlanum inscribi. b. Viola Zoysii Jacq, Scapo subtriquetro striato unifloro, flore maximo nutante flavo, calcari subulato, caeruleo, pelalis subaequali, foliis ra- dicalibus ovalis , crenatis, peliolatis, stipulis lanceolatis inle- gerrimis. Jacq. Coli. 4. p. 297- t. 11. f. 1. V. caule brevissimo erecto, foliis subrotundis crenatis, sti- pulis inlegerrimis, pedunculis triquelris. Willd. Sp. pl. 1. p. 2. p. 1 169. V. monlana lutea, subrotundo crenato folio. Bar. ic. 6gi, Valde affinis praecedenti cum qua a clariss. Lam. et Decand. et Hostio conjungilur, diiTert tamen foliis subglabis omnibus denlatis, stipulis integerrimis , petalis constanter luleis, c. Viola alpina Jacq. Foliis longe petiolatis cordato-subovatis laevibus repando- dentalis, stipulis rarissimis, lineai'i- lanceolatis integerrimis, caule tereti, calcari brevissimo. Viola alpina acaulis, fc^iis subcordato - ovatis, flore niino- ribus, Jacq. Enum. vind. p. i59« ^t obs. p. 291. no. 87. Flor, austr. 3. p. 24. t. 242. descriptio in cbserv. optima. Sturm Teutschl. Flor. g. Cl. 19. o. 6. Viola 104 Viola montana seciinda Cliisii Jiist. 30Q. Dcscrlptio plantae nostrae. Folla omnla ad basiii caulis longe peliolata, glahra aut pllis rarioribus in aniLilu aJspersa, cordalo-subovala, repaiido- denlala, saepius inlegra. Stipulae pleruin(j[U€ desunt, duae alicjuando lineari-lan- ceolalae, inleoerriiiiae ad Lasln peliGlorum conspicionlur. Cau- liculus e nicdlo folioriim sat namerosicruru assurgens, vix pauculas liijeas ultra folia extollitur, teres et linealus. Flores pro parvilate plantae magni, saturale violacei, pe- tala Iria ad faucem albida, barLala lincisquesaturatioribus noiata. Calcar brevisslmam vix basin calycis excedens. Cetera generis. Habitat in summis alpis Scbneeberg, cum Canipanula al- pina, ubi eam qxiinto mensis Julii abunde florenlem leginiiis. Peliölis loiigioribus, glabrilie foliorinn, caule lereli et prae- serlini caicari brevissnno et iniVecpientia slipuiaruni a conge- neribus facile disliiiguilur, liinc jure et merito iu systema in- Iroducenda. ' J. Viola a:randißora. Caule triquetro erecto, folils cbloiigiusculis stipulis pin- natifidis. Linn. Mant. 120. Hall. Iklv. no. 566. (3. Vill. Delph. 2. p. 666. Ä.; dillerenlia a V. tricolori et calcarala a Willd. indicatur. Sp. pl. 1. p. 2. p. 1169. Viola lutea Smith. V. caule Iriquetro simplici, foliis ovato- oblongis crenatis, cilialis, stipulis paLnalo-inrisis. Caulis triqueter, folia ciliata, pedunculi longissimi, flores lutei 105 Intel Lasi nigro radiali , cjuandocrue caerulei. Calyx pcsticc dendalus. Smilli. fl. Brit. i. p. 248- e, Viola sudctica fj'illd. Viola ßrandißora HaenJiC et IMikan. V. caule triquetro simplici, foliis oLlongis dentatls , sti- pulis palmato -mullißdis, pelalis crenatisj calcari calycis lon- gitudiiie. Valde affinis V. luteae, sed petala crenata, calcar calycis longitudine, appendices calycis truncatae subemargiaalae. Willd. Enuni. app. p. i2. l(i, Gentiana prostrata. Wir KaLen diese Pflanze auf den kärnlliisclien Alpen ge- sammelt , und finden sie ganz genau mit der Beschreibung und Abbildung , welche Hanke davon in Jacq. Coli. 2. p. 66. t. 17. f. 2. gegeben hat, übereinstimmend. Da wir nun auch die G. bavarica aus mehreren an Ort und Stelle gesannnelten Exemplaren genau Kennen, und beyde himmelweit von ein- ander verschieden finden; so können wir auch nicht der INIei- nung des Herrn Wahlenberg beypflichten, der sie in seinen Plant, helv. in eine Art vereinigt hat. Dagegen hat derselbe vollkommen recht, wenn er die G. imbricata als Varietät auf- stellt, denn diese ist nichts anders, als die G. bavarica der allerhöchsten Alpengegenden, wo sie zwar zahlreich wuchert, aber doch immer einslenglich bleibt. Aehnliche Abarten macht G. verna, die zum Theil grofse Rasen mit 20 und mehrern Blüthen bildet, Äehr oft aber auch einslenglich vorkonnnt. Wenn der Stengel daim ziemlich lang erscheint, so ist es die Varietät, welche Hänke unter dem Na- men G. elongata als eigene Art, aber mit Unrecht, aufgeführt 14 - hat. lOÖ hat. Genliana Amarella, uliginosa und germanica werclen von ^ValllenLerg a. a. 0. in eine Art vereinigt. Uns sclieint diefs vollkommen der Natur gemafs zu seyn, denn walire cKarahte- rislische Verschiedenheiten finden sich nicht vor, und wir be- merkten Llofs Abweichungen in der Blumenfarbe, die mit dem Blau des Himmels im umgekehrten Yerhältnirs steht; je nie- driger die Pflanze wächst , desto dunkler ist die Farbe ihrer Blume; und wir sahen sie in lüirnlhen und Salzburg sehr häufig auf den höchsten Alpen , was nach Wahlenberg in der Schweitz nicht der Fall zu seyn scheint. 17. Ornithogaluni Persoonii, ist ein Beytrag zur Salzburger Flora. Sie wächst häufig an schattigen Orten, auf dem Mönchsberge in Gesellschaft von Corydalis cava und Adoxa moschatellina. Vor dem Linzer Thore, am Wegenach der Kingel wächst sie auf Aeckern, so wie im Baumgarten des Frohnburger Hofes. Vermulhlich ist sie das O. luteum der Salzburger Flora. 18. OrnitJio^alimi Sternberßii. Mit besonderm Vergnügen bemerken wir auch diese Pflanze als einen Beytrag zur Salzburger Flora. Hr. Pfarrer Michl hat sie am Schlofsberge zu Mofsham nächst Maulern- dorf entdeckt, und wir haben nicht nur die getrockneten Pflan- zen im Michl'schen Herbario selbst untersucht, sondern auch den Wohnort betrachtet, welches ein schalliger Hügel, gerade wie der Regensburger Wohnplatz dieser Pflanze ist. Es sieht nun nicht zu befürchten, dafs diefs Gewächs mit der Zeil könnte ausgerottet werden, und wir finden auch hier Wulfens Ausspruch, dafs der Schöpfer seine Gaben überall reichlich ausgetheilt habe, beställiget, wie wir denn sogar auch den Dian- 107 Diantlius sylvalicus, welclier ebenfalls mit der Ausliauung des Weintinger Waldes bey Regensburg mit der Ausrottung bedro- het ward, bey Hrn. Ranftel zu Sali^burg in einem Blumentopfe angetroffen haben. 1(). Iiincus castaneus. Der von Hrn. Römer in der Fl. europ. bey luncus castaneus Smilh. geäusserte Zweifel: ob diese Pflanze in Deutschland nicht ebenfalls mit hincus Iac(juini verwechselt worden sey, hat sich bereits aufgeklärt. Diese bisher nur in England aufgefundene Pflanze ist nicht nur ein Bürger der deutschen Flora , sondern sie w^urde viel- leicht gleichzeitig daselbst entdeckt, und gleichwie in England von dem ersten Finder Symons als Varietät dem I. lacquini zu- gesellt. Herr Bergmeister Lindacker, von Wosseck in Böhmen fand nämlich diesen luncus bey Gelegenheit einer mineralogi- schen Keise auf den Radstatier Tauern, und legte ihn in seinem Herbario dem luncus lacquini mit einem ? bey. Als wir die von dem Pfarrer Michl zu Maderndorf an derselben Stelle ze- hen lahre später aufgefundne Pflanze zu beslinimen beschäftigt waren, untersuchten wir alle Herbarien, deren wir habhaft werden konnten , und bey dieser Gelegenheit stiessen wir mit nicht geringem Vergnügen auf die Lindackerische Pflanze. In der Folge haben wir sie selbst an Ort und Stelle gesammelt, wo sie übrigens nicht allzu häuffig vorkommt. Diese Pflanze ist durch die Form ilires Saamens besonders merkwürdig: dieser ist nämilch mit einer häutigen Hülle über- deckt, die von beyden Enden sich über den Saamenkern ausdehnt. Diese Fortsätze nennt Smilh Semen appendiculalum, alleixi uneigentlich i denn diese Fortsätze gehören der Hülle 14 * und 108 ••" und niclit dem Saamen selbst an. In einem Llofs carpologi- scKen System Könnte sie eine besondere Gattung bilden; uns gebietet ibre übrigens allgemeine Aebnlicbkeit mit melircrn lun- cus- Arten, besonders mit luncus lacquini, sie bey dieser Gat- tung zu belafsen. Da Smilli's Flora Eritannica niclit in leder- manns Händen ist, so wird es nicht überflüfsig seyn, ihre Be- schreibung hicher zu setzen. luncus foliis planis amplexicaulibus, capilulo terminali sub- gemino, multifloro, basi foliato, bracteis acutis. Smith. Brit. 1- P- 383- I*ers. Syn. pl. i.p, 335. No.. 38- Born. Flor, europ. fasc. 13. p. penult. I. (lacq^uini) folio subulato , capitulo terminali subquadrl- floro. Symons Syn. p. 37« Hall. p. 76. ic. Rom. 1. c. bona, Habitat in paludosis alpinis Scotiae ( Smith J. In Taurero Radstadiensi (Lindacker, Michl, Hoppe J. DifTert a lunco lacquini cui facie similis, radice repente, sarmentosa, culmo folioso, bracteis sclilariis sub singulo flore lineari - lanceolalis, aculis, f uscis, staminibus longioribus, epi- dermide semina obtegente ulrinque appendiculata. 20. luncus parvißorus. Auch diese Pflanze ist, so viel wir wissen, noch nicht in die Flora Deutschlands aufgenommen, nach der von Hrn. Schra- der angenommenen Begränzung gehört sie aber auch hieher; wir landen sie bey einer frühem Reise im südlichen Tyrol, eine Ideiiie Viertelstunde hinler den Bädern von Rabi links von ei- nem kleinen Bach auf berasten Fclsmassen. 21. Luzula albida. Diese in schattigen Wäldern des Flachlandes und der Berge allgemein bekannte Pflanze steigt auch bis zu eiuer beträcht- lich en log licKen Ilölie Jer Alpen "hinauf, wo sie allmallg aus clem Wei- sen in das Piosenrothe iibergelit, wodurch sie ein fremdes An- sehen gewinnt, ohne jedoch sich im Wesentlichen zu verändern. Wir fanden sie in dieser Gestalt sowohl auf den salzburgischen als den sleyerischen Alpen. 22. Arhutus alpina. L, Bey dieser Pflanze schliefst Willdenow in den Sp. pl. Deutschland als Vaterland aus. Wir erinnern uns, dafs diefs einmal der Gegenstand eines Briefwechsels war, in dem V\ ill- denow an dem Daseyn dieser Pflanze in Deutschland zweifelte. Aber in der That ist solche nicht sehr selten. Sie wächst auf dem Untersberg in der Gegend des berchtolsgadischen hohen Throns ; so wie auf der Rinderalm in Gesellschaft mit Dryas octopetala, Azalea procumbens u. a. m. Auf der Pasterze wächst sie nicht sparsam, so auch auf der Kühweger Alpe im Geilthale. Wulfen sammelte sie auf der höchsten Spitze des Trügls auf den Pontebaner Alpen im Canalthale, in Kleinkircb- heim auf der Kaiserburg , und auf den Alpen in der Wochein. Immer liebt sie einen sehr hohen Standort, und sie blühet, so- bald der Schnee wegschmilzt. Dann findet man zugleich ihre reifen Beeren im frischen Zustande. Im Herbst sind die Blätter mit einer auffallend schönen dunkelrothen Farbe gescKinückt, und machen sich dadurch schon von weitem kenntlich. Die Blätter selbst zeichnen sich aus durch die geringe Dicke, durch die sehr zarte netzartige Organisation, und durch die feinen, re- gelmässigen Sägezähne. Die Beeren sind sch-warz glänzend, mit purpurrothem Saft. Es ist ein botanisches Glück, sie in in der Biüthe zu finden , wir haben es nur einmal genossen. 23. HO 23. Saxifraga planifolia, j3 lenera SuU. Slernb. Saxifr. p. 28- t* 9« t) f- 3* Von dieser Pflanze waren Lislier nur die Standorte In der Scliweilz und am PiTont Cenis bekannt; wir können sie nun- mehr aucli als eingeborne deutsclie Pflanze anführen. Sie wächst auf der Rückseile des Radhausberges ober dem Stohlen- Mundloch, in Felsritzen. Die Rasen stehen gedrängt, und fassen viele einzelne Pflanzen, die mit den Wurzeln zusam- menhängen; die Bläller sind länglich, stumpf, so wie der Stengel, behart; letzter auch etwas klebrig; die Blumen dop- pelt so lang als der Jielch, milchweifs, im Grunde so hoch- gelb, als die Staubfäden; beim Trocknen werden sie ganz gelb. Uebrigens kommen sie mit der Schweizerpflanze ganz überein. 24. Silene nernoralis. Diese von Waldstein und Fütaibel in den Plant, rar. Hung. 3i p. 277« beschriebene und t. 249. abgebildete Pflanze gehört ebenfalls in Deutschlands Flora. Sie wächst zwischen Gebü- schen in der Umgegend von Gratz sehr häufig. Der gerade Wuchs, die sehr klebrigen Blüthenstiele, und die stark behar- ten etwas rauhen Blätter zeichnen sie in der Ansicht beson- ders aus , die Wurzelblätter findet man bey zweyjährigen Pflan- zen zu der Zeit, wo sie bereits in die Blüthe treiben, selten in gesundem Zustand, besonders an grasicht und buschichten Orten. Wir würden daher noch einigen Zweifel zurüclibehal- ten haben , wenn diese Pflanze nicht selbst von den Grätzer Botanikern für die Waldsteinische Silene nemorosa anerkannt worden wäre. s5. 111 2 5. Silene quadrißcla. . Jacq. austr. t. 120. Lyclinis quadridenlala Willd. Scopol! und Myglnd versichern Ley Silene alpeslris (LycK- nis quadrifida Scop.) 4 und 5 Pistille gefunden zu haLen; Jacquin fand ihrer nur 3, wahrscheinlich auch Willdenow weil er sie unter Silene heyhehalten hat. Dagegen hemerkt er hey seiner Lychnis quadridenlata: pislilla quatuor seu quinque, ra- rius tria nach Mygind; dadurcPi wird zweifelhaft, zu welcher von diesen heyden Pflanzen diese Bemerkung eigentlich gehört. Jacquin, der beyde Pflanzen in der Fl. austr. abgebildet hat, fand sie bey keiner bewährt. Wir hatten Gelegenheit die letzte Pflanze in den Salzburger Gebirgen, wo sie häufig vor- kömmt, mehrmals zu untersuchen, wir suchten aber verge- bens nach Exemplaren mit mehr als 3 Pistillen. Die Mehrzahl mag daher ganz zufällig, folglich bey den übrigen standhaf- ten Uebereinstimmungen mit der Gattung Silene nicht hinrei- ' chendseyn, diese Pflanze von ihren Gattungsgespielen zu trennen. Bey dieser Gelegenheit müssen wir erinnern, dafs diese Pflanze auf den Kalkgebirgen in Steyermark und Oestreich mit weisen Blüthen , die höchstens beym Aufblühen blafsrölhlich gefärbt sind, später aber verbleichen, vorkommt, dagegen sie auf den Uraebirgen , vorzüglich in dem Nafsfeldt unweit Gastein hochroth erscheint; übrigens aber zeigt sich keine Abweichung. 26. Silene acaulis. Von dieser, zwar auf Alpen sehr gemeinen , aber dem ersten Anblick des Botanikers stets erfreulichen Pflanze , haben wir blofs zu erinnern, dafs wir sie auf dem Pletikopf unweit Ebensee im Oesterreichischen Salzkammergut mit weisen Blüthen gefunden haben. 27. 1.12 ._ I 27. Ccrastiuin. Wenn nir uns in genaue Bekannlscliaft mit dieser Galtung setzen, so werden wir finden, dafs sie, ausser der Glaltheit, und dem BeKartseyn der Blätter (man vergleiche die beyden Abbildungen von Gerast, alpin. Fl. Dan. l. 6. et t. 979.) vorzüglicli in der Zahl der Geschleclitslheile variiren. Die Arten C. pentandrum und semidecandrum sind Ecyspiele davon. Auch die Zahl der Griffel ist nicht weniger Abänderungen un- terworfen. Man findet vornehmlich 5 , zuweilen aber 3 — 4. z. B. C. anomalum Waldst. C. trigynum Yill. Die Waldstei- nische Pflanze ist von unsern Systematiiiern unter die Cerastia aurgenommen, und man hat ihre Abweichung in der Diagnose bemerkbar gemacht, nändich: Cerastium anomalum, ereclum, piloso-viscosum, foliis linearibus, petalis calyce longioribus, floribus trigynis. Waldst. Kit. Willd. Persoon. Wenn nun aber die eine Pflanze wegen der Zahl der Griffel nicht aus der Gattung gebracht wird, so mufs auch der andern gleiches Recht v>-i d erfahren , und sonach mufs Stellaria cerastoides eben- falls unter Cerastium gestellt werden, weil sie blofs in der Zahl der Griffel verschieden ist, und im übrigen ganz mit Ce- rastium übereinkommt. Nicht nur Yillars hat sie bereits als Cerastium trigynum beschrieben und abgebildet (Fl. Dauph. 3 p. 645. t. 46.), Haller unter seine Myosotis (Cerastium Linnei) gesetzt, sondern auch Allion hat sie unter Cerastium aufgenom- men (Ceraslium refractum Fl. ped. nro. 1723.). Die angeführ- ten Schriftsteller bemerken, dafs sie 3 i^^^d 4, nach Persoon sogar 5 Griffel habe, sicli also von den Cerastiis in nichts unter- scheide, als in der veränderten Zahl der Griffel. Die Yillars- ische Benennung könnte am besten beybehalten werden, wenn nicht 1!3 nirlit das Ceraslium anomalum ebenfalls 5 Griffel lia'Ue, so- nach rathen wir zur Beybelialtung des Allionischen Namens und Aigen folgende Diagnose hinzu : Ceraslium refraclum, caulibus decumhenlibus glabris, fo- liis ovato-lanceolatis, glabris, pedunculis pubescenlibus, flo- nbus sublrigynis. Habilat in sammis alpibus. Wulfcns Abbildung in Jacq. Collect. I. t. 19. ist nach einer sehr grossen Pflanze gemacht worden, stimmt aber doch in der Hauptsache mit unsern Exemplaren überein. Wir halten es nicht für überflüssig, hier noch diejenigen Arten dieser Gattung zusammenzutragen, welche neuerdings entdeclit, und in den Systemen von Persoon und Willdcnow noch nicht aufgenommen wurden. Capsulis ohlongis ; a, Cerastiiiin grancUßonmi. C. tomentoso- canum, foliis linearibus, superioribus lon- gioribus latioribusque; capsulis ovalis. Waldsl. et Fül. pl. rar. Huiig. 2 p. 183. t. 163. Ilabit. in alpibus Croatiae; velut in Viszocsicza, in Badany et Szegesztan nuspiam freciuens. Floret sub medium Julii. 2. Ccrastium rotundlfoUuin ITaldst. C. piloso -viscosum, foliis radicalibus obovatis, caulinis ovalibus; caule simpiici erecto, iloribus congestis, subumbcl- lalis; corollis calyce minoribus. Hab. in aij»ibus Croatiae (ex herbario cel. Com. de ^Vald- stein). Accedit ad C, semiaecandrum , sed diflert pilis longis' simis , floribus angusliöribus, foliis rotundioribus. 15 3- C^- 114 3. Cerastium caespitosiim IJ^aldst, C. hirsulum, foliis caulinis lanceolalis, superiorlbus Lre- vioribus, concavis, rameis anguslissimis ; corollis calyce duplo inajoribus; radice repente. Hab. in edilissimis Croatiae alpibus , e. g. apud Worasdin et Gorenitzam, ubi densos caespites fonnat, nee non in iiisula MoroküS (ex Herbario cel. Com. de Waldslein.) Capsula globosa, h. Cerastium cillatum. C. foliis linearibus, acutiusculis, ciliatis, subtus glabris; pedunculis calycibusque pilosis; capsulis globosis. Waldst. et Kit. pl. rar. Hung. vol. 3. p. 150. tab. 225. Habit, iu valle subalpina Croaliae, Szenszki-put dicta sub alpino cacumine Debelo - Berbo inier lapides calcares. Fl. Jul. et Aug. c, Cerastium ovatu?n, C. foliis ovalis , aculis, glabris, subcilialis, floribus ler- minalibus , ^ubcorymbosis. Cerastium ovatum Hopp. Cent. pl. rar. Cent. V. adbuc inedita. Willd. Enum. pl. b. p. 493« Habit, in alpibus Carinibiae, Carnioliaeque. Fl. Jun. 28. Rubus hybridus Vill. Persoon, in seiner Syn. pl. p, 3i. führt diese Pflanze blos in der Obs. an, zweifelhaft, ob sie mit R. glandulosus Balb. oder mit R. corylifolius zu vereinigen sey. Die Pflanze von Baibin ist uns nicht bekannt, mit R. corylifolius hat unsere viele Aehnlichkeit. Da wir uns nicht an Ort und Stelle mit hinrei- chend vollkommenen Exemplaren versehen haben, so begnü- gen 115 gen wir uns, vorerst die Botaniker auf diese Pflanze aufmerk- sam zu maclien. Die Villarisclie Pflanze ist es zuverlässig, daher wir seine Definition hier anführen. R. foliis ternalis quinalisve simplicihus, caulium spinis villo ruLro penuixtis, fructibus cymosis hirlis. Yill. Delph. 3 p« 559- Ilabitatinisthmo, qui separat lacum Grundl-See a lacu Ca- mer-See, non procut ab Aufse in Styria. 29. Potenillla adscenderis FFilld. Enuin. p. 554. Der Standort dieser Pflanze ^vird von Willdenow aus- schlicfslich in Ungarn angegeben; diefs scheint durch eine zu- fällige Verwechselung geschehen zu seyn, denn so wie uijs Graf Waldstein versicherte , wurde die P. laciniosa Waldst. et Kit. nicht aber P. adscendens an den für die Wissenschaft leider so früh entrissenen und ewig verehrlichen W^illdenow gesen- det. Potenillla adscendens wächst in Böhmen an Felsen bey der Ruine des allen Schlosses Brzezina , wenige Schritte von dem ruhigen Obdach, unter dem wir gegenwärtige Bemerkungen niederschreiben; wahrscheinlich kommt sie in mehrern Gegen- den Böhmens und Oeslreichs vor. Wir verglichen unsre Pflan- ze mit Exemplaren des Wiener Universilätsgartens, die aus Ber- liner Saamen gezogen sind; auch erkannte Pr. Schrader, dem wir vor mehrern lahren diese Pflanze überschicklen , selbe für P. adscendens , so dafs über die Identität der Pflanze und ihre Einreihung in Deutschlands Flora kein Zweifel zurückbleibt. 30. yljuga pyramidalis, W"enn man die verschiedenen Floren Deutschlands durch- blällert, so mufs man glauben, es gebe keine gemeinere Pflanze, als diese, denn &*ie wird allenthalben angegeben, und 15* ihr IIÖ ihr WolinortnacLgewiesen. Allein Villars, der von Jcndeulsclien Scliriflstellern viel zu wenig herilcksicliligel wird, hat in seiner Fl. Delph. 2. p. 548- hereits auf die Verwirrung der Synonyme, und die Verwechslungen mit Ajuga geneverisis aulinerhsam ge- macht ; wir haben , nachdem wir uns üLcrzeugt hatten , dafs die wahre Ajuga pyramidalis ausserhalb Schweden und dem aussersten Norden, eine eigentliche Alpenpflanze sey, die Be- merkungen von Villars sehr richtig gefunden, wie wir es nun naher darstellen w^erden. Ajuga genevensis war nach dem Zeugniss von Sprengel den Griechen schon bekannt; unter den deutschen Botanikern wurde sie zuerst von Otto Brunfels aufgeführt, Mathiol. edit. Valgr. lieferte die zweyte Abbildung, die nach dem Standort auf dem Berge Gabernik und St. Urban bey Görz, nach den V\'urzelblattern und selbst nach der Beschreibung noch eher zu A. pyramidalis, als zu A. reptans gerechnet werden kann, wo- mit sie Hr. Präs. v. Schreber n)it der Abbildung von Fuchs und Brunfels vereinigt. Verl. unil. p. 23. Man darf nur die mit ei- nem stolo versehene, glatte Pflanze von Fuchs, mit der haarig abgebildeten Pflanze von Brunfels vergleichen, um den auffal- lenden Unterschied sogleich zu bemerken; in Rücksicht auf die Abbildung von Mathiol hat sich wahrscheinlich Schreber durch Camerar verleiten lassen, der seine Ajuga reptans aus ' der Gegend von Dillingen, die er in seinem Epit. eingerückt hatte, später in die deutsche u. böhmische Uebersetzung von Mathicl übertragen liefs. Lobel in den Icon. p. 475. f. 2. hat die Abbildung Math. Valgr. nachgeahmt, Tabernaemonlan in seinem hräuterbuch, Basel 1664. hat zwey Abbildungen ohne Beschreibung und Angabe deä Wohnorts , von denen die erste zuver- 117 zuverlässig, die zweyle waKrscKeinlicli zu A. gcnevensis ge- hört. Dalech. Chamaecifsus 2. p. 13O9. gehöret zu der ersten Chahr. Slirp. 474. zeig^ea erstens eine schlechte Abhihlung von Fuchs A. replans, zweylens die eigentliche A. gcnevensis von Genf mit rothen Blülhen , und A. alpina von Bauhin. Die erste gute Abhihlung von A. gcnevensis ist jene von Rivin. t. 140. i\ 2. Die eigentliche, walire A. pyramidalis wurde zuerst von Linne in der Flora Suecica heschriehen, und die einzijie üute Ahhil- düng, die davon vorhanden ist, findet sich in der fl. Dan. t. i85» Katton die Veriasser der deutschen Floren diese Ahhddung mit den vorzüglichen vergleichenden Beschreibungen von Scopoli Carn. 1. p. 417. und Yillars 2. p. 548- nachgelesen, so wäre es ihnen wohl nicht beygelallen, die A. pyramidalis so allgemein in Deutschlands Ebenen zu verpflanzen. Schwieriger, als die Ortsbestimmung, ist noch jene der Arten, über welche nicht weniger verschiedene Meinungen herrschen. Schreber, in dem angeführten Werh, vereinigt unter ä. ß. y. Ajuga alpina, pyramidalis und gcnevensis, denen er als einzigen Haupicharacter den Mangel an Sprossen zuschreibt. Villars will bey Ajuga alpina Anfänge von Sprossen gesehen haben; sowohl er, als Lamark und Decandolles in der Flora fran^aise No. 2492. halten diese Pflanze vielmehr für eine Ab- art der A. reptans. Wahlenberg in den Plant. Helv. septentr. p. 110. versichert dagegen: „impossibile quidem est, A. alpi- nam separare ; in subalpinis enim ita cum A. pyramidali con- fluit, ut specimina utriusque haud dislinguere valeam. Will- denow (Sp. pl. 3. p. 10.) in der Anmerkung zu A. gcnevensis, nachdem er erst die Meinung von Schreber; dann seine Unter- schei- 118 sclieifliingsmerkmale angegeben, scKlIesset mit Jem Ausspruch : est forlc varietas A. pyramidalis, sed in noslris regionibus faciem constanter servat. Welclie von diesen drey Meinungen ist nun die riclilige? Wir enthalten uns , ein entsclieidendes Urtheil zu fallen , da uns die unter A. alpina in der FL Lrit. und fl. gall. beschrie- bene Pflanze nicht genau bekannt ist. A. pyramidalis und A. genevensis , die wir ziemlich genau kennen , die erste immer auf Alpen , die zweyte im flachen Lande oder auf steinigen Bergen viel und oft unter verschiedenen Gestalten gesammelt haben , halten wir für verschiedene Arten. Wir wollen daher ihre Diagnosen und Beschreibungen hieher setzen: a. A. alpina. Caule simplici, foliis glabriusculis , inaequaliter dentatis, subuniformibus , verticillis remotiusculis multifloris. Smith. brit. p. 603. A. caule simplici , foliis caulinis radicalia aequantibus. Linn. Mantifs. 80. Lam. et Dec. Syn. et Fl. fr. No. 2492. Vill. Delph. 2. p. 347- A. subvillosa, caule simplici, erecto, foliis caulinis radi- calia aequantibus , floralibus integris. Long, champ. Fl. Gall. p. 339- Bue;ula caerulea alpina Pluknet. Phyt. 73. Bugula (alpina ß.) foliis radicalibus minoribus, caule elon- gato. Hall. Hist. No. 283- ß. Consolida caerulea alpina. Bauli. Prodr. p. 220. Jcon. Engl. Bot. 477. Plukn. 1. ct. 18 f. 4« Bauh. 1. c. (icon. mala Schreb.) Chabr. UQ CliaLr. stirp. p. 4T4. f. 6. ic. Bauli. Flores caerulei, labio inferiori trilido. Smith. 1, c Flores caerulei vel rubelli Longchamp. Habitat in Delph. iiionlibus Averniae. Vill. b. Ajuga pyramidalis. Ä. verlicillis pyramicialo- conferlis mullifloris, foliis radica- libusmaxiiiiisobovatis, oblusis, crenatis. SinithFl.brit.3. p. 1399. A.telragono- pyramidalis. Linii. Suec. p.475. Sp. 785« ^ÜJ« DelpK. 2. p. 348« (descripüo optima) Willd. Sp. pl. 3. p. 9. omiss. plurim. Synon. Scbreb. Vert. unil. p. 23» A. (^pyramidalis) lelragono- pyramidalis villosa, foliis ra- dicalibus maximis, labio corollae inferiore majore trilobo, inter- medio emarginato. Lam. et Dec. Syn. et Fl. gall. No. 2493. A. alpina ß. Sult. Helv. 2. p. 2. Scheucbz. Jt, p. 424. Scop. Carn. i. p. 41?. Descriptio egregia ad Bug. gener. apposita. Bugula foliis ovatis hirsulis, calycibus villosis. Hall. Hist. No. 183. Bugula alpina maxima. Tourn. Jnst. 209. Je. Fl. dan. t x83* (optima). Engl. Bot. t. 1270. Habitat in montibus scoticis (Smilb, ) Delpb. (Vill.) sub- alpinis et alpinis Helvetiae ( Wablenb. Hall. Sutt. ) in montibus tirolensibus (Scop.) in alpibus graminosis Pronav et Sattl pro- pe Ebensee in Styria, et alpe Nafsfeld non procul ab aquis Gastanensibus (^Sternbergy)in alpePasterze in Carintbia {Hoppe.) Differt ab Ajuga genevensi: caule semper solitario ex una radice , foliis radicalibus maximis, terrae adpressis, caule sub- radicato a basi florigero, "verticillis pyramidato -confertis, brac- teis subintegris seu dentatis plerumque coloratis. Ohs. 1. Flores caerulei, rubelli, aut albicantes, ViH. I. c Obs. IL Corolla purpurealineis saturatioribus notata. Smith. I. c. 120 c. Ajiiga genevensis, A. villosa, folils radicallbus, caulinis suLloLalis minoriLus, loLo intcnnedio labii corollae inferioris Lreviore. Lam. et De- caiid. vSyn. et Fl. franc. No. 2494. A. follis tonientosis, linealis; calyciljus Iiirsulis. Linn. Sp. 785. Viil. Delph. 2. p. 343. ScKreb. Verl, bilab. 23. (3. Bugula foliis angulosis hirsutis, calycibus Yulosis. Hall, liist. No. 283- Bugula silvestris villosa floro caeruleo. - suave rubente. - - - albo. Tourn. Jnst. 209. Fl. Paris. 2. p. 273. Seg. pl. ver. suppl. 144. Bugula genevensis Scopoli Garn. No. 417. Consolida me- dia genevensis. J. B. Hist. 3. p. 432. Ajuga pyramidalis et genevensis Rotli, ScbkuKr, Hofmann, Schrank ( Bav. ) Gniel. ( Bad. ) Flor. v> etterav. plurimarum Florarum Germaniae et provinciarum Galliae. Jcones: Otto Brunfels Herb. p. 93. ejsd. Kräuterb. 190. Math. Valgr. p. 962, BauK. 1. c. Lob. Je. 1. p.'475. Dalech. Hist. 2. p. 1309. Tabern. Kr. 6. 945. Cbabr. Stirp. 473. f. 5. Rivin. Monop. t. 140. f. 2. Scbkuhr. H. B. t. CLV. Habilat in aridis et saxosis ubique fere locorum. Obs. /. Gaules saepius plures in uno aespite, folia plura in caule radicalibus majora vel saltem aequalia, profun- dius dentata, quam in praecedente, caulis villosus. Variat statura et florum coiore caeruleo, rubello et ruber- rimo. ZI. Linnen borealis. üeKer diese allgemein bekannte Pflanze haben wir niclils ^« t «••.«• t ^o 121 leu sagen. DocTi cla "wir glauben; clafs jeder Botann-.ei" eben so viel Freude empfinden wird, als wir, wenn er die- selbe einsammeln kann, sie, die einen für uns so elirvvürdi- gen Namen bezeichnet , so wollen wir den Wohnort so genau . bezeichnen , , cristatis, corol- lae j^alea uncinala crasöiuscuia, obtusa, petioli villosi. 5^- 123 30. Card'Uiiuie pctraca lAnn. Sisy-iibrinDi arcnosiun Linn. - Arabls hlspida. Linn, Arahls Crantziana. fjl.ild. Arahis petraea. Lain. ei Decord. Cardaiiiine faeroensis. Horrein, petraea Fahl, Jierbar. Die Lier aufgerüKr'en Pflanzen geKören in die Zahl der- jenigen, die durch MifsgrifTe der Synonyme am liäufigslen ver- vvechselt und noch zur Stunde nicht bestimmt genug gescliie- den sind. Das sicherste Mittel der Wahi^heit näher zu kom- men, scheint uns in ähnhchen Fällen, die Geschichte der Ver- wirrungen chronologisch darzustellen , wodurch wenigstens ei- nige negative Wahrheiten erhallen werden , die den ^'^^eg zu den positiven bahnen. Linnee führte in seinen ersten Ausgaben blos Sisym brium arenosum und Cardamine petraea an, erst in der i^lcti, Auflage und den Supl. nahm er nach einer ihm von Mygind zugesendeten Pflanze, die Arahis hispida auf. Da hiedurch schon der erste MisgrifF begründet wurde , so wollen wir die Angaben von Linnee vollständifr anführen. Sisymbrium arenosum. Flor. Suec. cd. 2. n. 597« Sp- P^« ^^' 3. 1764. p. 919. Hall. helv. 502. Bauh. Pin. 99. Prodr. 40. flg. mala. Barr. ic. 196. Loes. Prus. p. 03« t. i3- bona. Cardamine petraea. Linn. Sp. pl ed. 5a 1764. p. 915 .Fl. Suec. ed. 2. n. 591. Iluds. Angl. 255. Dill. Elth. 70. t. 61. f. 71. Pluhn. alm. 261. t. loi- f 5. Pet. herb. 50. f. 3. Arabis hispida. Linn. Syst. veg. ed. 15" p. 501. Suppl. p. 293« Ilabitat in Äuötriae rapibus. D. Mygind. 16 * Ver- 124 Vergebens suclilen die öslreicliiscKen Botaniker nacli die- ser drillen Pflanze; Cianlz Kalle indessen die Cardannne pet- raea , die in der Umgegend von Wien sehr gemein ist, aufge- funden , liielt sie aber für die Arabis Tbaliana, ganz natürlich vereinigte er mit selber verschiedene Synonyme, die zu Ara- bis Tlialiaiia gehören, beschrieb sie auslührlich, und iiefs sie abbilden. Crantz Auslr. p. 59« *• 11h f. 2. Der flcissige Haenhe unter der Leitung unseres ehrwürdi- gen Jaquin bemerkte zuerst den Irrthurn von Linnee, und klärte ihn auf eine Art auf, dass man hätte hoffen sollen, er wäre auf immer abgelhan» V^ ir wollen seine Worte vollständig nachschreiben. Gardamine petraea Ilaenke in laq. Coli. 2. p. 24. Synonyma Linn. Syst. p. 593. i 1. Dan. t. 3^6. iiuds. Angl. 254. Dill. Hort. El h. t. 61. f. "I. Minime alienum judico meminisse hoc loe ) delendam esse ex Syst. plant. Arahim hispidam Linn. ulpote quae eadeai cum Cardamine petraea niox descripla. Qua authoritate id asferere liceal, dicam. Austriae indigenam stirpeni Arabim hispidam pronunciaverat Linnens in Syst. veg. edit. 1,3. p. 5.01. et postea in Suppl. p. 298, at nulkis botaiiicoruni praeter clarissimum a M^'gind planlam unqnam vidit, elsi per plures annos eam so- licite ({uaererent. Dubilalnni hinc de piantae existentia, saltem in terris austriacis. Nuper tauien dubiuni oinne solvit idem clarissiiniis a Mygind, (jui residua pauca in horto suo sicca jlanUe specinnna, per quae et Linneo inotneral, disceptantibus nobis bcnevoie ccnnnutjicavit, et en \ quam Linnens novam inde creaveral planlanL, vera fuit Cordamine pelraea, nee quidcjuam veri diocrimiiiis iiiler ceuleua alia piantae uobis sat vulgaris spe- eimina. 125 cimina, et illa , ex quibus suani formaverat AraLim Lispi- dam. Halle Smllli diese Stelle von Ilaenke gelesen, so wäre der eingetretene Irrlhmn gelioLen gewesen, allein er sf-lieinl die Collcclaneavon laquiunithtgekanntzuliaten, und somit erschei- nel Arabis liispidä zum zweytenmal reiclier ausgesclimückl als TcrKer, wodurch eine zweyle vennelirle Verwirrung beginnt. Arabis hispida Smith Brit. 2. p. 7j5« ^Synonyma) Liim. Suppl. Syst. vegi ed. 15 501. ed> 14^ 600. Sisymbrium areno- sum FL Succ. 233 ? necSp.pl. CardaTuine petraea Ilads. 295. Wilh. 577. Fl. Dan. t. 386. Dill. Ellh. 70. l. 61.C 71. Raji. Syn. 300. Plukn. Phyt. t. loi^ Tel. Herb. brit. t 50. f. 3. ß. Cardamine hastulata. Engl. Bot. t. 409. Cardamine petraea Lighlf. 347. t. 15. f. 2. Erstlich nmssen wir bemerken, dafs Smilh hier Sis. are», Fl. Saec. 233? mit einem Fragezeichen anführe und das Syn. der Sp. pl. aussei Jiesse. Linnee hingegen bey der Fl. Suec. ed. 2.- n. 597. und Sp. pl. p. 910. bey Sisymbr. anzeige. Willdenow Sp. pl. T. lll. p. 2. p. 53[j. schreibt die Arabis bispida nach Smilh von Wort zu Wort ab, ohne auch ein Jula daran zu ändern , nachdem er kurz vorher nünihch p. 53 3. di© Cardamine Thaliana Crantz, die zu der öslreichischen Carda- mine petraea gehört, bereits nach einem Exemlar von IVIucken- dorf aus dem Erhardischen Herbario als Arabis Craatziana be- schrieben halle. Arabis Crantziana. Crantz Auslr. p. 39- ^ 5« ^' 2* Erh. Herb. 73'> HoiTm. Germ. 23 g^ Kaxz nachher n^milich p. 54»« ^^^ ^i' <^^'s Synonyme von Arabi.s 126 • Arabis lurrila aus demSp.pl. von ReicIiarJ 3 p.'2''4. abscIireiLt, Legelil er den iiainllclien Fehler wie jener, und cillrl zumZwey- tennial: Crantz Auslr. p. 39. t. 5. fig. 2. mit dem Beysalz Jaf|. Jaquln lialie aber sehr richlig in der Fl. aust, Arahis umbrosa Crantz p. 41. cilirt, und die l. ii. der Fl. aust. Kann wohl nie neben der Crantzischen Abbildung zu stehen kommen. — Die Verfasser der Flora Frankreichs Lam. und Decand. haben sich indess auch verführen lassen , die Crantzisclie Abbildung bey Arabis turrita anzuführen, die wahre von Jaquin haben sie weggelassen, dagegen jene von Clusius Hist. 2. p. 126. f. 2. Leygefügt. So haben W'ir also 4 Pflanzen an der Stelle von zweyen; und nun kömmt eine fünfte hinzu, von der wir nicht gewiss sind, Wohin wir sie rechnen sollen , nämlich : Arabis petraea. Lam. et Decand. Syn. et Fl. fr. n. 4137. Arabis ' petraea Lam. Dict. 1. p. 221. Cardamine petraea Linn. Sp. 015. Delorb. FL aust. 43. Die Blütheu werden zur Hälfte kleiner angegeben als in der Abbildung von Dill. Elth. t. 61. f. 71. Endlich konnnen noch als nah verwandt hinzu. Cardamine faeroensis, foliis radicalibus pinnatifidis , caullnis lanceolatis. Hörnern. Fl. oecon. p. 6t2, Fl. Dan. t. 1392. Cardamine petraea Vahl Herbar, habilat in insulis faer- oensibus. Arabis muralis Berthol. Dec. ital. 1. p. 3 7« A. humilis Schleich. Decand Fl. fr. Vf. p. 592. — r saxatilis Tenore , Sieb. Fl. exsicc. siliquae cauli adpressae. Dec. Wir beschränken uns vor der Hand auf die öslreichischen und l27 und leulscKen Pflanzen die wir genauer kennen , in der Haupt- sache werden durch deren Berichtigung schon die wichtigsten Zweifel gehohen. Von Sisyrnhrium arenosum hat bereits Bauhin zwey Yarie- feten heschrieben, die eine durchaus mit gefiederden, die zweyle mit ganzen lanzetähnlichen Stengelblältern; diese beyden Ab- arten sind in Teutschland und Böhmen einheimisch, wir fan- deii sie an dem Fufs des Schlosses Wörth, unweit Regensburg, sie wachst auch hier häufig auf den Thonschiefer - Gebürgen am Ufer der Miefs. Die Abbildung bey Bauiiin ist, wenn auch nicht gut, doch kenntlich, sie zeiget beyde Verschiedenheilen an, jene von Barrel. Loes. und Scopoli sind besser j über diese Pflanze bleibt daher kein Zweifel übrig. Von Cardamine pelraea beschreibt Haenke ebenfalls zwey Varieteten , die eine mit glattem Stengel und Blättern, und schmäleren ganzen Stengelblattern, auf den Niederungen um Wien; die Zweyte auf dem Gebirge, mit sehr beharten liefer ausgerandeten, fast gefiederten Blättern; beyde sind uns ebenfalls bekannt , auch bey der ersten fanden wir bey jünge- ren Exemplaren ziemlich viel Hare, die aber bey zunehmen- dem Aller abfallen. Diese Pflanze scheint im Aufspringen der Schote weder den Cardaminen noch den Arabis ganz zu folgen. Loisel. Fl. gall. 2. p. 400., sagt bestinnnl: Siliquae volvulae a basi dehiscunt non vero revolvuntur, also ist sie im streng- sten Sinn keine Cardamine; wir wollen sie daher unter Arabis aulTühren. ^. Trabis petraea. m) A. foliis radicallbus petiolalis cblongis lanceolalisque inte- gerrinn6\ei dentalis, cauiinis sessilibus, infcrioriijns si- miiibus, I2q •«..,....•»• mun>us, superlöriLus lineariLus, flaulbus suLcorymLo- sis , petaiis subrolutulis majuscuüs. A (Thaliaua) foiiis radicaübiis peliolalis lanceolalis, parliia integris, parliiu deutalia. Crantz Slii;j[> es austr. i ,p. 59- t. in. f. 1. A. (hispiJa) Lmn Supp. p. 290- Syst. v€g. ed. 13« p. 501. ed. 14a p. 5oo. eecuiKluiii Haenke ei Host. Cardamme pelraea füliis siuipliciLus obiougis JeiitalisLina. Sp* pl, ed. 3-^ 915. Cardamine pelraea. Jaq. Enum. p. 120. Haenke in laq» CoIL 2. p. 24. Host Syn. p. 367. Schuko Fi. aust. ed. 1 p. 2. p. 89« Lois. Fl. gall, 2 p. 405. Arabis Cranlziana Sdmll, FL auelr« edo 2, f. 2. p, 245. Habitai in Austria circa Medliiig et prope Mukendorf inBavariae diicatu barutkiiiQ^ ß .Folius radicalLbuspinnaliruMsj lobis obiusis paralelis extxmo Tiiajori,, Haenke in ^aq, Goll, Host in Descriptionibus, Arabis kispida Sckulles. Yh austr, ed. 2, p. 2, p, 247. Arabis kispida Sniitli Brit, 2 p. 713? Dill. Ekk. 70. t. 60, f. 7-i. Raii Syno^. 500. Flukn. Pkyt^ t. 101. £, 3. V. Cardauili.e kaslulala Snuik loc: cit. Engk bot. t. 46^9, — petraea Li^Iilf. Scol. 1. p. 547. t. 15^ i\ 2, Habitat in auslriae Alpibus, Scolia Narvegia» Obs. Varietas ß. quoad foKa cum varietale Sisynibril arenosi fo- Itis caulinls integris proxime convenil; planlam scolicani vero siniikier knie adnumeramus , synonvniuni enini Dillenii a Henkeo aeqae acaSniilkio cilatur, pkuilani sco- ticani vero nunquam \ idinius. Ob- - , 12C) . Ob das Synonym aer AraLis petraea Lam. et Decand. l\, fr. u. 4io'^- aiif^i liiclier zu zählen sey, lassen wir unenlscliie- clen, da v.ir die französische Pflanze nicht kennen, und die Verfasser bestimmt sage\i , die Blumen- Bläller ihrer Pflanze seyen um die Hälfte kleiner ^^ jene der Abbildung bey Dille- nius; doch müssen wir bemerken, das Dillenius durch Abbil- dung drey verschiedener Abänderungen dieser Pflanze, auf ihre Geneigtheit zu variiren bereits hingedeulet habe. Die Abbildung von Cardamine faeroensis kömmt im allge- meinen den Ldeinen Exemplaren unsrer Pflanze sehr nahe, doch scheint die Fiederung der Blätter etwas verschieden. Arabis muralis Bertholoni, Saxatilis Tenore ist zwar mit Sisymbrium arenosum, und Arabis pelraea ß sehr nahe ver- wandt, doch die am Stengel angedrückten Schotten, und eini- ge Verschiedenheit in den Blättern scheinen sie bestimmt zu scheiden; wir beschränken unser Urtheil auf die teutschen Pflanzen, halten es aber nicht für unwichtig, auch auf die an- dern nächst verwandten Arien aufmerksam zu machen, damit sie, bevor man ihnen eine beslimnite Stelle in dem System an- weiset, noch näher untersucht und geprüft werden mögen, 37. Trifolium pratense Hoppe ß. alpim-^ni Stiiviii. FL ßcriii, 8. p. et t. ult. Die Pflanze selbst ist durch Haller, Villars, und Sturmes Flora bereits iiinreichend bekannt; sie mufs auch fortan nach den systematischen Grundsätzen als Abart fortgeführt werden , v/enn sie gleich von der Natur beslinimt geschieden wird. Dafs sie kein Uebergang von T. pratense sey, davon haben wir Gelegenheit gehabt, uns zu überzeugen, indem auf dem Hirscharl bey Gaftein , wo wir sie heuer sammelten, der ge- 1 y - wohn- 130 wölinlirlie WiesenKlee, T. pratense, in ganz unTeran:lerler Gestalt, in allen Tlieilen grösser, die Blume hoher gefärLt, die bey unsern Llassrosenfarb war, vorköniint. 38. Trifolium umßorum. Linn. PJ illd. Sp. pL T. IIL p. 2. p. 1378. Unter denen hier zusanimengehäurtcn Synonymen die aus Linn. Sp. pl. rein abgeschrieben sind , befinden sich drey ganz yerschiedene Pflanzen, wie es einem jeden Botaniker, der sich die IMühe nehmen wird Buxbaum und Alpimi Exot nachzu- schlagen, auffallen mufs : dem ungeachtet wurden diese Syno- nyme noch neuerlich mit Ausschluss von Alpin. Exot, in LoiseL Zusätzen zu der französischen Flora p. 11.3. beybehalten. Bux- baum der in seiner dritten Cenlurie beyde Pflanzen beschrieb und abbildete, sagt bey der ersten: Folia parva, virore splen- dentia acuminata, flores eJeganti purpura rubenles; bey dem zweyten: DilTerl non solum fioribus longe minoribus albis, ve- rum etiam foliis rotundis cordilorniibus ; ganz mit der Beschrei- bung übereinstimmend, sind auch die Abbildungen. Die Abbil- dung der Spica irifolia bey Alpin hat mit beyden vorigen gar keine Aehnlichkeit, eben so wenig als die Beschreibung, es scheinet eine eigene Art zu seyn, die wenn sie nicht etwa in Siblhorps Flora graeca vorkömmt, die wir nicht besitzen, schwer- lich genau bestimmt seyn dürfte. Das Trifolium vernum fl. albo Buxb. fand unser Hr. Präsident Graf Bray bey Fiesole in Italien, m ahrscheinlich ist jenes, das Hr. Fiecj[uer bey Marseiile entdeckte, das n'imlirhe. Die bey den Buxbaumischen Pflanzen liessen sich sehr leichl durch folgende Diagnosen bestimmt un- terscheiden. 131 A. Trifoliuin uii^ßonim. T, acaule, pe Junculis unlüoris, foliulis corJalo - obovalls, flo- ribus itiiiiulis alLis. T. acaule, pedunculis uniflorls, floribus folilsque comiuixlis Linn. Sp. pl. 77i» Trifolium veruum repens, flore alLo exiguo. Buxb. cent. III. p. 13. t. 51. f. 2. Habitat circa Consianlinopolini et Peram (^Buxbaum) circa Fie- sole (ComesBrayj. ß. Trifolium Biixhaumii. T. acaule, pedunculis trißdis triflorisque, fcliolis ovalis acumi- natis spleiidentibus , floribus purpureis, T. acaule, pedunculis Irifidis lriiioris(5ue sli2)ula brevioribus. Linii. amaen. acad. 4. p. 28.5- T. vernum repens purpureum. Buxb. Cent. 3. p. 17. t. 31« f- i« Habilat circa Conslanlinopolim et Feram. ( Burb. ^ Das Synonym von Alpinius, so wie jenes von Tournef. cor. 28. Melilotus crelica humillima bumiiusa, flore albo magno, gehören in die Reibe der ungewissen Pflanzen, die am Ende einer jeden Galtung im System angcfübrl werden sollten, um die reisenden Bolaniiier zu ihrer \'\'ieuorentdeckunn; anzueifern. 59. Trifoliuin badiiijn Schreber, Sturm T. 4. cum icone. Dieser Klee wird als steif und aufrecht, waiirscheinlichnach troclmen, nicht nach der Natur eingelegten Exemplaren ange- geben, diefs ist aber in der Natur nicht der Fall. Die Pflanze liegt gewohnlich mit ihren Blattern auf der Erde, mehrere Sten- gel, die öfters aus einer Wurzel sprossen, erheben sich zur Eiülhezeit etwas in die Höhe, aber am Grunde bleiben sie im- 17 * . mer 132 mer gebogen, verdienen daher niemals steif aulVeclit genannt zu werden, wodurrli Irrlliümer veranlasst werden können. WalilenLerg hat Lereits den Cauiem ascendcntcni angemerkt. 40. ^pargia pyrcnaica. — afp Ina. Willdenow,in seinen Sp. pl. 3. p. 2. n. iS'fT-, n. die Verfas- ser der Fiore francaise in der Syn. und Fl. fr. No. 2969 haben die drey Synonima und Ahhildungen von Gouan, Allioni und Jacquin unter Leontodon oder Apargia alpina zusammengefasst; Sutter in der Fl. helv. 2. p. 155. und Gnielin FL Lad. 3. p. 2';'9. trennen die heyden Fßanzen nach den Bemerkungen von La- chenal Nov. act. Helv. 1. p. 276; andere Schriftsteller halben das Jacquinische Synonymum, wahrscheinlich aus ehen diesem Grunde, weil sie die heyden Pflanzen für verschieden hielten, entweder zu andern Pflanzen unrichtig gezogen, oder ganz weg- gelassen. Villars, zum Beyspiel, führt die t. 93. Fl. auslr. Jacq. hey seinem Leontodon alpinum an, welches nach der Bemer- kung der Fl. fr. von Lam. und Decand. das Leontodon inca- num Jacq. Äustr. t. 287- ist. Aliion zilirt zu seiner Picris saxa- tilis, die von allen Botanikern zu Leontodon pyrenaicum ge- zählet wird, wohey er auch Gouan anführt, Jacquins Hiera- cium alpestre Austr. t. 141. welches freylich nicht hieher ge- hört; aher doch mufs ihm seine Pflanze dieser näher geschie- nen haben , als das Leontodon alpinum t. 93. Snnth Fl. hrit. p. 8x5- bringt das Synonymum von Gouan, wenn auch unrich- tig zu seiner Hedypnois taraxaci, ohne des Jacquinischen Syno- nyms zu erwähnen. L^ns ist die Jacquinische Pflanze niemals in der Natur zu Gesichte gekommen, die Nov. act. Helv. haben wir nicht zur Hand 1 OÖ Hand , allein die grofse Vcrscluedenlieil einzelner Merkmale ist uns Ley Vergleicliung der AbLddungen und Beschreibungen aufgefallen. V/ir glauben daher die Botaniker hierauf \on neuem aufmerksam machen zu müssen. Am deutlichsten er- scheinen diese Verschiedenhellen, wenn man die Beschreibun- gen neben einander slellt. Leoi^.lodon pyrenaicum Gouan. 111. p. 55. t. 22. i\ 1. 2. i?adicr praemorsa, oblicrua, ra- piformis, crassilie pennae gal- linaceae, vixsemiunciam longa. Folia omnia radicalla, 5 — 9 peliolata, varia , lanceolato-ob- longa, ovata spatulatac[ue gla- berrima aut pilis raris adspersa. Saepius integerrima quandoque denticulata. Petioli glaberrimi, non raro colorali. Scapns blunclalis et palmaris, laevissimus, acicularis, basi pur- purescens, medio squamis 1 — 6 minimis, siib apice incrassatis pilosis. CaJyx cylindricus ante anthe- sia lanlaas , deiu ereclus , pilis Leontodon alpinum Jacq. Fl. aust. t. 93. Radix pcrennans, calamum crassa, fibrillos undique gene- rans ( fusiforinis cylindrica. Gmel. Bad.) Folia oblonga, utrinque atte- nuata, acuta, argute dentata, utrinque pilosa longiora semi- pedalia, ad basin quandoque purpurea. Scapus aphyllus, striatus, su- perne bractea una altcrave in- slructus , sub flore incrassatus, subasper, uniflorus, semipe- dalis et altior. CaZ/^r ovato-oblongus, angu- latuS; niger, pilis albis hispi- dus, 134 nigrioribus adspersus, squajnae ovatae, subulatae, aculae, im- bricatae uiKlifjue pllosae. Petala omnino lutea; pappus pluinosus, sessilis, seniina siib- cylindrica, sub ieiite aiigulala apparent. Jus , squamis anguste lanceo- lalis, acuminatis ereclis, inle- rioribus longloribus. Corohdlae lingulatae, luteae, paleiiliäsiinae , cpainque - Jen- latae, calycein diiplo superan- tes. Genilina obloii^ia, anau- iala glabra. Sliiilongi; recep- laculum nuduin; pappus ses- silis plumosus. Obs. Corollulae inleriores fas- cia longiludinali fuocescenle dorso noialae. Wer Immer diese beyden Besclireibungen ohne Aufscbrirt eines Pflanzennalimens zu lesen behänie, würde nicht anstehen, sie Tür zwey verschiedene Arten anzusprechen. Wir fanden sowohl auf den Östreichischen und steyrischen , als in den salzburgischen Alpen stets die Gouanische und Allionische Pflan- ze, radice praemorsa foliis petiolaiis, bald kaum zwey Zoll hoch und glatt, oft 6 Zoll hoch und behaart, mit volJkommen ganzen , oder etwas gezahnten Blättern •, die Jacquiiiische Pflan- ze betrachten wir als von dieser verschieden , ohne uns aber ein weiteres bestimmtes Urlheil zu erlaiiben , in so lange w ir sie nicht in der Natur gesehen haben werden. 41. Hieraciurn alpetre. — alpinum. — pinnilum. — Halter L Die- 135 riese vier Arien Ilabiclitskraut sind allerdings vier vcr- srLleJene Arien, die wir alle in Deutschlands Alpen gesammelt haben, allein die Verwechslung der Pflanzen hey den verschie- denen Beschreibungen, und die Verwirrung derSynonyniie, vor- züglich in der neuern Zeit, verdient eine besondere Auseinan- dersetzung. Jac(|uin in der Fl. auslr. hat zuerst das Hieracium a^pestre auigestellt, und da es eine sehr variirende Pflanze ist, t. 15I. zwey Abbildungen beygefügt. Willdenovv in den Sp. pl. 3. p. 2. p. 1561 hat diese Pflanze aui'genonnnen, und Jac^. t. 191. dabey angeführt. Diese nämliche Abbildung führt er aber gleich bey Hiera- cium alpinum abermals auf; es scheint daher, als habe er die beyden etwas verschiedenen Abbildungen trennen wollen, was der Natur nicht angemessen wäre. Jene in All. Ped. t. 14. f. 2. und das Synonymuni von Hall. Helv. No. 49. caule unifloro, fo- liis lingulalis, dentalis, hirsulis, calyce hirsuto , bezeichnen diese Pflanze am deutlichsten. Die Verfasser der Flora Frank- reichs gesellen dieser als Abart bey ß. H. a. niulliflorum. Vill. Delph. 5' p« 104- t. 34> welche t. unrichtig H. Halleri überschrie- ben ist. Diese mehrblütige Varietät des H. alpinum ist in den teutschen Alpen nicht einheimisch. Yillars halle auf derselben Seile 104. ein mehrblülhiges Exemplar von seinem Hieracium Halleri beschrieben und ein einfaches t. 26. mit dem Beynamen H. hybridum sehr gut ab- gebildet. Diese Villarsische Pflanze ist aber nichts anders als eine Variätät von Hieracium pumilum mit dicken Kelchen, die sowohl als der Stengel und die Blätter mit langen weissen Haa- ren, die auf schwarzen Drüsen aufsitzen, gedeckt sind, wo- durch diese Pflanze ein ganz schwarzes Ansehen erhallt. Diese Pflanze 15Ö rflaiize (iiulet sicK Iiäiificr -^ii£ ([qh Salzl)urs;er GeLirsien; auf dein Hir.scliarl Ley Gaslein sleliet sie in Gesellschart mit dem Hieraciuni Halleri Laniark et Decandolles , welches eine ganz verschiedene Art ist. Willdenow Sp. pl. 1. c. p. 1.537. nimmt das Villarsische H. Halleri auf, nennet die Beschreibung gut, die Abbildung miltelmässig, und ahnet nicht, dafs diese Pflanze zu iL pumiluni gehören könne. Wir besitzen mehrere einblü- thige Exemplare dieser Pflanze aus den Salzburger Alpen, die der Abbildung von Villars so ähnlich sind, als ein Ey dein an- dern. Der dicke schwarze Fi eich macht diese Pflanze von al- len andern im ersten Anblick kennbar. Noch weit sonderbarer ist der Missgriffv der den Verfassern der Flor. gall. T. IV. p. 1. p. 19. No. 2906. begegnet ist. Nachdem sie nämlich unter der Aufschrift H. Halleri, Vill. 5« p« io4- ^i^-d Hieracium hybridum, Vill. t. 26. angeführt haben, so beschreiben sie eine ganz andere Pflanze, die sie von Schleicher erhielten, eine wirklich neue Art Hieracium , die wir ebenfalls von Schleicher unter dem Na- men H. Halleri erhielten, und heuer selbst sammelten, woraus folgt, dafs das eigentliche H. Halleri Villars nunmehr als Hiera- cium pumilum erscheint, und das jetzige H. Halleri, das Haller nicht gekannt hat, und^vrekhes vielmehr H. Schleichen heissen sollte, fortan H. Halleri bleiben wird, wenn man nicht eine neue Namensvervsirrung veranlassen will; genaue Diagnosen dieser 4 Pflanzen werden unsere Ansicht bestätligen. Hieracium alpestre. Scapo uniiloro , unifolio, superne calyceque cylindrico, albo - toinentoso , foliis lanccolaiis denlalis seu piijnalindis. Jac(£. Austr. t. 191. Hiera- 13? Hleraciinn alpimnn, Scapo unifloro, subapKyllo , calyceque rufesGenti vllloso^ follis lingulalls inlegerrimis villosis. Allion Ped. t. 14. f. 2. Hieraciiun piimilum Hopp. fTilld, ß. — Hallerl Flllars. Scapo 1 — 3 floro, unifolio, calyce inflato nigrescente, Licolorc piloso, foliis radicalibus lanceolalis spatulatis^ue, den- latis oblusls cum acumine. Yill. Delpli. l. 26. Obs. I. Folia apice denle lerinlnanlar, caulis sub florc incrassa- tus , villositas bicolor pilis albis glandula nigra insiden- libus. Obs. II. ß. IL difert follis radicalibus omiilbus lanceolatis evi- dentlas dentalis, glandulis mgris eliain in pagina inferio- re foliorum, c[uae in a) in caule et calyce lanlum conspi- ciuntur. Hicraclinn Hallerl ( Lam. et Decand!) Scapo 1 — 2 floro subnudo involucroque piloso, foliis pe- liolalis sub villosis, ovalo - oblongis, basi runcinato - denlatis. Lani. et Decand. Syn. Fl. gall. No. 2<^o6. Descriptlo plantae nostvae, RadLv cbli([ua calanii crassitie, fibrillas, recte descenden- tes eniiltens. Folia radicalia oclo ad duodeclrn, ovata et ovalo- oblon- ga, inferne denlala, deute infmio producliore , albo- villosa. Scapus erectus, palniaris, pedalis, folio uno vel altero an- gustiori, integerrinio et bracteis plüribus minulis ornatus, ae- Iühe absondern hann. Schkuhr hat in seinen Moosen t. iQ. eine kenntliche Abbildung geliefert. Merkwürdig wäre es, wenn dieses Moos, welches auf einem 7000 Schuh hohen Gebirge Avächst , auch in den Ebenen von Niedersachsen vorkommen sollte, wie Roth angiebt. Wir schliessen diese Bemerkungen mit der Erklärung: dafs, wenn wir in dem Fall waren, den Ansichten unserer Vorgänger in manchen Fällen zu widersprechen, dieses in der reinen Ab- sicht, der Wahrheit näher zu kommen, geschehen sey. Amicus Plato, amicus Aristoteles, sed magis amica veritas. Eine jede Zurechtweisung, die auch uns aus gleich lautrer Absicht ge- macht werden wird, soll uns willkommen seyn; nur wünschen wir, dafs die Beobachtungen, die uns entgegen stehen , aus der freyen Natur, nicht aus kümmerlichen, getrockneten Exempla- 20 * ren 15Ö ren enlnonimen werden inögen. Die Ansiclit des Botanikers, der sicli in der freyen Natur unter hundert gleichnaniigen Pflan- zen befindet, und alle FormenüLergänge, so zu sagen, mit ei- nem Blicke überscliaut, wird in einer Stunde mehr erweitert, als in Monaten mühsamer Nachsuchung einzelner Formen in Her- barien und Abbildungen. Doch Irrthum ist überall möglich, und Zurechtweisung heilsam. vn. VII. Pflanzen aus Sarepta. mit Anmerkungen von F. V. F. Edlen von Schrank, hier mit anzieht, scheint, wie solches auch der Verfasser mulhmafst, ausser den -pilis penicellatis ^ sich auch noch durch die gluniam exteriorein apice argute ßssam sehr aus- zuzeichnen, folglich durch einen Umstand, der von der Schra- derschen Angabe des Blüthenstandes seiner varia sehr abweicht, wie nicht minder durch die allerdings die Krönchen über- ragende Granne. 4. Epigeios. Die vom Linne dieser Art zu- gelheilten Synonymen gehören wahrscheinlich derselben nicht an, sondern der Calamagrostis , und vice versa. 5- Pseiido- phrag- 176 phras:mites Hall.fil. sey niclit die gleicKnamige der ScIiraJer- sclien fl. gen«, n. 3? sondern dessen littorea 1. c. n. 2. Eine selbst nacK Hallcr's Andeutung unentscliiedene Art: affinis priori (epigeios) quaciun nunc fere coniuns^ere vellet , um so weniger dürrte entschieden seyn, ob die litiorea Schvad. hier richtig angezogen \vorden. 6. Ilalleriaua. Diese sey die pseii- dophragiiütes Schrad., folglich eine und dieselbe Art mit der vorhergehenden. Wir können hier diese Versetzung der Schraderschen Nomenclatur nicht gut heissen. S. 107. Andro- pogon. INIan darf als entschieden annehmen, dafs die we- sentlichen Merkmale dieser Gattung bey weitem noch nicht mit der bestimmten Zuverlässigkeit angegeben worden sind, um die ihr angehörigen Arten zu kennen. Noch kann es nicht genügen, was Falisot, Schrader, u. a. hierüber ausge- sprochen und angegeben haben, noch weniger was unser Ver- fasser dnrchßores polygatn: masc. steril, pedicell. pleriunque iniitic; herinaplirodit. sess. aristat; coroll. suhtrivalvis, an- gegeben hat. Von den hier genannten Arten: 1 Grylliis , 2 Allionii, 5 Ischaeniinn, 4 distachyon, gehört vielleicht kaum eine einzige bestimmt hieher, alle andern gehören anderen, vielleicht noch eben so wenig errichteten Gattungen an. S. 106. Aira, Eine aus mehrern heterogenen Arien, bis itzt noch bestehende, und als solche auch von dem Verfasser aufgenommene Gattung, die auf bestimmte Gattungsrechte so lange wird verzichten müssen, bis es gelingt, aus den ihr zustehenden Arten, solche herzustellen, was auch Rieh, BroiVTi, bey Palisot. \. c. p. 90, schon behauptet hat. 1. aqiiatica. Diese Art nebst Voa aqiiatica , maritima , dlstans, ßnitans, festucoides (P. paluslr. Seenus) sind verschiedenartigen Gat- tun- 177 tunaen eieren, und künneii fü"Iiclier unter den Palisotlsclien Gallungen Glyceria, Catabrosa und SclerocJiloa in der Folge zu*slelieii kommen. Auffallend genug LleiLt es immer, dafs eben diese Poa aqualica von Palisot als Typus gebraucht worden, um den Charakter seiner Poa (Tab. XIV. hg. X.) vor- zustellen, da sie doch als Art durchaus nicht darunter gehören hann. 2. siibsplcata. Für diese und noch einige andere, je- docli mit starker Ausnahme der von Palisot mitsienommenen Arien, ist die Gattung Trisetuin (1. c. p. QQ. Tab. XVIII. fig. I.) bereits vorhanden. 4. canescens, gehört unler die bereits von Palisot errichtete Galtung Corynephorus (l. c. p. 90. Tab. XVIII. fig. II.) wohin auch die jlira articulata Desfont. ge- hört. Die sogenannte arista clavata der äussern lironspelze, da sie doch wesentlich von der Analogie einer eigentlichen Arista abweicht, verdiente, gleichwie schon nut arista und sela geschehen ist, als ein in. allewege sehr merkwürdiges Organ, schärfer aufgeiafst zu werden. 5. praecox, gehört v/ohl nicht, unter Avena, wohin sie Palisot zieht, aber auch nicht unter y/ira. S. 130. Melica. 1. unißora. 2. nutans, können als Arten zwar hieher gehören, destoweniger 3. ciliata, (so wenig als Bauhini.) V\'iil man die gar sehr abweichende Bildung der Blülhentheile übersehen, die besonders in ^ei\ gliunis calycinis dieser Arien so sehr ersichllich ist, und eben so we- nis die Bildunsr der innern Kronhlcltchen , bey uniflora und nutans (obtiisa, emar^inata) bey ciliala und Bauhini (acute bijlda) beachten, so macht man es sich freylich leicht genug, Arten unterzubringen, aber wohl nur dahin, wo sie naturge- mäfs nicht gehören. Die Rücksichlsnahme auf die sogenann- ten rudijnenta secundae vel tertiae corollae kann füglich . 23 tey 178 bey den Gallungsrecliten dieser Gattung unterLleiLen, da sol- che hier so wenig, als Ley andern Galtungen, wo sich selbige auch Torfinden, einen wesentlichen Charakter constituiren. S. 155. Holcus. Diese Gattung wird, wenn solche nicht durch weit wesentlichere und standhaftere Gattungs - Charak- tere, als diese Ley den Autoren noch hestehenden sind, nach- gewiesen wird, dem Eingehen w^ohl nicht ausweichen können! Palisot (L c. p. 88.) entgegnet den polygamischen, auch von unserm Verfasser beobachteten Blüthensland dieser aus inoUißf lanatuSy laxiis und striatus zusammengesetzten Gattung, und meint, dafs wenn er sich ja wahrnehmen liese, es doch nur Folge des Zufalles oder un de ces jeux inexplicahles de la nature wäre (?). Odoratiis, hier nur nach HaZ/ers Vorgange genannt, dem Verfasser übrigens als helvetische Grasart zwei- felhaft. 3, lanatus, 4. mollis, werden wahrscheinlich dereinst zuAndropogon gezogen werden müssen. 2. avenaceus fallt oh- nehin ah ^rrhenatherurn Paus. ( 1 . c. p. 55. tab. XI. hg. V.) hinweg. S, 145. Enodium. Die Molinia Schrank, Die Ab- änderung der früheren Benennung dieser Gattung ist nicht zu billigen. S. 147. Köleria. Diese Gattung, so wie selbige von dem Verfasser niit vielem Scharfsinn nach den angenommenen Charakteren angelegt ist, darf bey weitem nicht mit der gleich- namigen Persoons (Synops. 1. p. 97.) und Pallsots (I.e. p. 84. tab. XVII. fig. 4.) für eine und dieselbe gehalten werden, da selbige ein compositum aus hiehergehörigen und durchaus nicht hiehergehörigen, zu diesem Behufe defshalb nicht unter- suchten, und darum nur nach dem trügerischen Habitus beur- iheilten und hiehergezogenen Arten ist. Für gegenwärtig con- stituiren die Gattung Köleria keine anderen Arten als cristata und m und glaiica, welclie letzlcre unser Verfasser niclit kennt, und daher irrijr mit der folc^enden in Vcrf'loich bringt; 2. valesiaca. ' jy'ie Aira valesiaca Allion. auct. p. 40. und 3. hirsuta Schleich. vereinigen sich nach angestelller BeoLaclilung unter nach- siehende Charaktere : Peristachyutn diphyllum, bi-s. trißo- rinn, flosculos magis vel minus siiperans; foUolis lanceola- tis acutis siibacqualibiis. Calyx inonophyllus lanceolatus acutus aristatus vel muticus. Corolla monopetala linearis argenteo-scariosa, apiceßssa, laciniis acutis aequalibus, und schliessen demnach die mit Ungebühr bisher darunter gebrach- ten Arten aus, wie Köleria albescens Decand. Fest, phleoides Vill. Phalaris pubescens Poir. Palisot bringt sogar Poa pe- ruviana und Phalar. phleoides FJf^illd. aus einem kaum zu ent- schuldigenden Irrlhum hieher. (L c. p. 84.) Auch die Aira sub- spicata, die einige hieher ziehen, mufs wegfallen. S. 152- Dactylis, ist eine nun ganz untergegangene Gattung. 1. glo- inerata, mufs den Festucis verbleiben. S. 154« Danthonia- 1. decumbens. Diese ehemalige Festuca, Melica, Poa decum- Lens steht zwar hier sehr richtig als eigene Gattung gesondert, nur ja nicht als solche, unter welche die hievon ganz ver- schiedene Avena calycina Vill. Avena spicata zu stehen kom- men könne. Um diesen sich hier öffnenden neuen Verir- rungen auszuweichen, wird es räthlich seyn, nach Robert Brown (^Palisot l. c. p. 76.) dieser Poa oder Festuca decum- bens die ganz zweckmässig errichtete Galtung Triodia anzu- weisen, dagegen-für Avena calycina die von Decandolle ado- plirte Gattung Danthonia, jedoch mit Ausschlufs der von Paus, irrig hieher (1. c. p. 92.) gezogenen Arten beizubehal' ten. Zu bemerken ist bey dieser Art, dafs die valv. cor oll. 23* ^vohl 180 woH am öftesten an Jer Spitze in drey, selir selten aLcr in /im/ Zalmclien gespalten ist, die jedocli aucli nicht selten mit- einander vereinigt walirgenommen werden. Diese vslIv. co- roll. ist Ley Falls, (tab. XV. fig. IX. d. ) wegen der die ganze Ränder -Länge einnehmenden Härchen irrig dargestellt, da sel- bige, wie ScJirader (Fl. germ. 1. p. 306.) sehr richtig Leob- achtct hat, nur margine infra mediiiTn ciliata sich darstellt; auch ist bey Palisot der an der Basis derselben stehende fa- sciciilus piloriun ganz übersehen worden. S. 1 50. Eleiisin e. 1. dwra oder Cynosurus durus. Sehr naturgemäfs sondert auch unser Verfasser diese Grasart von den Cynosuris, und stellt solche unter einer eigenen Gattung auf; weil aber Eleusine bis jetzt noch ein compositum von mehreren dahin gebrachten Ar- ten ist, so wird es nöthig, diesen Cynosurus mit Palisot (I.e. p. 97. tab, XIX. flg. IV. ) unter Sclerochloa mit Poa procum- bens, divaricata und Poa rigida (die wohl schicklicher hier als unter Megastachya Palis. stehtj zu bringen. S. 160. Poa. Diese Gattung enthält ausser mehreren Arten , die in Folge naturge- mäfser Consequenz nicht darunter gehören, auch mehrere, die in Bezug ihrer specifischen Identität eine besondere Rüchsicht verdienen. 3. Disticha. Ist keine Poa, so sehr immer der Ha- bitus hier mitspricht, und ist defshalb wiegen der diesen Arten nicht geziemenden panicula densa spicata, wegen der starben Textur der gl um. calyc. und wegen der valv, coroll. apice inlegra von dieser Gattung eben so naturgemäfs zu trennen, als gleichweit von Sesleria entfernt zu halten. 4. Pilosa, con- slituirt mit 6. Eragrostis , nach Palisots Vorgänge die eigene OMuno Er a gros tis. iq. JSetnoralis. Bekannt ist es , wie sehr climatische Verschiedenheit, Standort und mehr oder min- der i81 Jer günstige ErJlage und Boden auf diese Grasart einwirken und zu Erscheinungen Anlafs geben, die man niclit selten für mehr als blosse von diesen zufalligen Einwirkungen abhängige Verschiedenheit zu halten geneigt seyn mögte. Der Verfas- ser hat dieses wohl eingesehen und wohl erwogen, und daher mit beyfallswürtliger Umsicht selbige nicht sowohl nach den eigentlichen nuancirenden Uebergängen, wie sehr solches auch zu wünschen, sondern mehr nach den hervorspringenden ha- bituellen Auszeichnungen gesondert, aber auch diese mit der ihm eigenen consequenten Ansicht gewürdiget. I. nemorum vulgaris ; panicula nutante paucißora spiciilis suhtrißoris , cuhno dehlliy coroUis liberis. Die gemeine, in nemorib. und lucis opacis überall einheimische allbekannte Art , zugleich mit der Abänderung nodis culmeis spongioso cirrhosis. Scheuchz. lt. alp. p. 38. lab. 5. fig. 1. II. nemorum ßrinula: panicula erecta, spiculis suhtrißoris, coroUis liberis, cuhno ßrinulo. An Hecken , auch auf Mauern , an sonnenreichen Plätzen ge- mein. III. nemorum montana: panicula paucißora nutante, spiculis srandiusculis subquinqueßoris coloratis, cuhno de- bili. Wächst schon höher, auf Juras schattigten Wäldern, selten, und zeigt wegen des sehr reichen Blüthenstandes auf einen diesen sehr begünstigenden Standort. IV. nemorum glauca. Auf bergichten steilen Anhöhen, an Stadtmauern, an unbeschatteten Plätzen, im Schaltengrün, mit zärtern und schwächern Halmen und Blättern; an sotmenreichen Stellen mehr und weniger graulicht; auf unbeschatteten Felsen mit starkem und starrendem Wuchs. Auch der Verfasser ist ge- neigt, diese Abart, die er für glauca Stnith. hält, mit ScJira- der für eine blosse Abänderung der nemor. zu erldären. V. ne- 182 nemorum caesia: paniciila multißoray spiculis ellipticis acit- tis siihqulncjLicßoriSf ciihno foliisque glaiicis. Auf Felsen in siullichen Gegenden. Der Ferf asser ist zwar unge'.vifs, ob sie caesia Smith, seye; wir können ilin aber versichern, dafs Smiths gleichnamige Grasart von der Seinigen sehr verschie- den ist. VI. nemorum coarctata^ ist P. dubia Siiter. Fi. helv. I. p. 49. und tenuis Fill. Diese Grasart leidet wie x\grost. pu- mila öfters am Brande; ist auf trockenen, dürren, uubeschat- teten Gründen, auf Mauern und Felsen, auch in Deutschland sehr gemein. 11. annua. II. varia. Unter diese Art (annua) bringt der Verfasser als zweite und blofse x\bänderung die P, supina Schrad. Fl. germ. 1. p. 239' und betrachtet solche als eine lediglich nur durch die Verschiedenheit des Bodens und des Standortes entartete Alpen -annua, welche Beobachtung im Zusammenhalt dieser supina zur Ürart, und bey der Ftück- sichtsnahme auf Inflorescenz, Wuchs und Dauer beider sehr vieles für sich hat. Noch bemerkt der Verfasser, dafs Hall, n. 1456. var. y. wegen der mehr glatten als zottichten Aehr- chen nicht hieher gehören könne. 12. alpina; unter dieser steht als Abänderung, ausser der bekannten vivipara, noch als var. y. spiculis 3 — 4. floris, culmo magis folioso , die F.fri- gida Schleich, und die IVIolineri Seringe, die jedoth von der piemontesischen P. Molineri ganz verschieden ist. II. alpina bre- vifolia, zu welcher der Verfasser die P. collina Host. (gram. II. tab. 66.) und zwar mit Recht bringt, und unter diese die so sehr abändernde badensis fJl.lld. 14. concinna , eine sehr dislinkte , ihrer Benennung entsprechende, sich durch p an i- cula ovata, spiculis ovato-acutis distiche compressis subde^ cemßoris , corollls dorso serieeis auszeichnende Art, und ist P. Mo- 183 P. Molineri Decand. (Fl. Franc. II. p. 62. et in add. p. 721. I), 1616.) Auch diese kann nicht mit IVIolineri Dalb. verwech- selt werden, dafür Lürgen die sehr ausgezeichneten angege- benen specifischen Charaktere. 15. aspcra. Eine eigene Art der glauca Smith, sehr ähnlich, doch sich durch corollas con- vexas minus villosas, ligul. exsertain und culm. foliaque scabra Leslimmt auszeichnend; wächst auf Alpen und unhe- schatteten Felsen. 16. distichophylla, radice repente , foliis cuhnorutn sterilium distichis, panicula ßexuosa, spiculis subtrißoriSf corollis serieeis. Eine eigene Art, früherhln schon von Sclcicher entdeckt, und Foa ßexuosa (unverein- bar mit ßexuos. Smith. ) genannt. Mit P. cenisia All. Ilost. et Schrader (1. c. 1. p. 482.) darf diese Art nicht vereinigt werden, wie seihst der Verfasser zugesteht, ob er gleich, wel- ches unnöthig war , das Allionische Gras zweifelhaft anführt. 17. pallens Hall. Fil. radice repente, panicula capillari apice nutante paucißora , corollis obsolete nervosis pubescentibus^ ist der vorgehenden sehr ähnlich, doch durch die kriechende Wurzel und durch den sehr abweichenden Bau der Rispe und der Blülhen verschieden. 18. laxa. Der Ver asser hält die seinige von der gleichnamigen Schrader'schen für verschie- den, und glaubt, Schrader habe etwa seine distichophylla vor sich gehabt, weil er von radice subrepente und spiculis mul- tifloris spräche , Eigenheiten , die nicht auf die seinige zuträfen. Allein , Schrader mag allerdings mit Gebühr dieser laxa eine radicem repentem zueignen , welcher Umstand auch an mehreren , aus verschiedenen Alpenge- genden erhaltenen Exemplaren bestimmt nachgewiesen wer- den kann, und vermuthlich mögen hier zwey ganz wesentlich ver- 184 vierscliiedene , etwa vcrliannle Arten vorliegen, die jedocli, dem Habitus nach, einander ähnlicli kommen, und von welchen der Verfasser eine solche, von der Schrader'schen laxa verschiedene Art radice fibrosa vor sich gehabt haben kann. Des Verfassers laxa radice fibrosa ist besonders an ^en gluinis calycinls ( peristachyo ) sub^ aristatis ( der Verfasser sagt saepe? mucronalis ) kenn- Lar, da sich hingegen die Schrader'sche radice subrepenle durch glimias calycinas mere acutas auszeichnet. 1(J. minor. Wenn gleich der Verfasser dieser Art eine grössere Verwandt- schaft mit alpina als mit seiner oben angeführten II. annua varia einräumt, so wird es jedoch sehr schwer, ihm hierü- ber beyzuslimmen, ob es gleich gewifs ist, dafs selbige von der laxa, so ähnlich sie derselben auch seyn mag, sich ganz verschieden auszeichne. Es scheint vielmehr in dieser Grasart der Typus der annua nur nach der Verschiedenheit des Standortes und des relativ günstigen Bodens modificirt, unverkennbar vorzuliegen, und es wird, nach genauer Unter- suchung und Vergleich mit mehreren ähnlichoi Alpen annuis, wohin auch Poa dlscolor, Hoppe (von der Pasterz) unstrei- tig oder vielmehr identisch gehört, nicht wohl angehen kön- nen, dieser minor, so wenig als der discolor, die Rechte ei- ner wesentlich verschiedenen Art zuzugestehen. 23. pratensis. Auch von dieser, als Folge der bekannten zufälligen Einflüsse des Vaterlandes, Standortes und Bodens sehr ausartenden, und unter mancherley täuschenden Erscheinungen sich darstellen- den Grasart, hat der Verfasser einige und zwar der merk- würdi2,sten imd vorzüglichsten Verschiedenheiten, mit Umge- hung der minder bemerkenswerlhen Abstufungen, herausge- he- 185 Iioben, die allerdings einer sorofallioen Prüfuncr und BeoLacIi- tung, mit der er sie aucli Leiiandelt hat, werlh waren. I. pratensis vulgaris. II. pratensis angustifolia. III. pratensis strigosa. Ist wolil strigosa Hofftn. nicKt , von welcher Sdirader (c. 1. p. 299.) behauptet, sie verdiene liaiim den Namen einer Yariet. ; die gegenwärtige des Verfassers ist ge- wifs eine der Lemerkenswertlien. IV. pratensis anceps. P. Siidetica Schleich, in paludibus tm-faceis, auch sonst in Was- sergräben nicht selten, 24. hyhrida. Vielleicht eine eigene Art, die sich cuüno vaginiscjuc cornpressis, panicula elon- gata, spiculis siibpiihescentihiis , glurnis acutninatis nervosis auszeichnet, eine speciem intermediam zwischen P. pralens. und sudetica gründet, und ad rupium pedem in lurae cacu- minibus altissimis von Gay im lahr iöo7. zuerst entdeckt worden ist. S. 2 IQ. Gyno sums. 2. ecJiinatus; zu sehr durch den Blülhenbau von Cynosurus abweichend, um sol- chen als Art noch länger unter dieser Gattung zu dulden. Pa- lisot (h c. p. 125. tab. XXII. fig. V.) hat nach Persoons Vor- gange dieser Grasart die Gattung Chrysurus angewiesen. S. 223. Fetsuc a. Diese noch innner mit vielen gar nicht hie- lier gehörigen Arten angerüllte Gattung verdient es, auch aus- ser dieser Beziehung, besonders in Hinsicht der Identität ihrer auch von dem Verfasser hieher gezogenen Arten geprüft zu werden. 1. ovina, als var. ß spiculis muticis bringt der Ver- fasser die tenuifolia Sibth. und Schrader's^ aber gewifs nicht beifällig, hieher; dagegen mufs 2. vivipara Smith, als identi- sche Art genommen, hinwegfallen. Der Verfasser sagt selbst, er habe sie weder getrocknet noch lebend gesehen, und sie blofs i^ach Smiths Auctorität aufgenonmien. Dafs sie auch 24 in 186 in den Gärlen als vivipara sicK standhaft Kalten könne, dürfte wolil wenig für ihre Gerechtsame als Art beweisen. 3. pala- dosa, ist eine eigene, neue, Lisher übersehene, der ovina zwar ahnliche, durch die Bildung der Aehrchen und Blüm- chen sich aber wieder sehr entfernende Art, die sich durch pani- cula suhpatente spiculis ovatis suhsexßoris miiticis , corollis coinpressis suhcarinatis imhricatis, follis glauccscentlbus aus- zeichnet, und in paludibus turfaceis ausdauernd angetroffen wird. 4. violacea.Eine ganz beslinnnt eigene sehr ausgezeich- nete Alpenart, die weder ovina ß Stnith. seyn kann, noch einen Vergleich mit irgend welcher Zwischenart der ovina aushalten wird. Eher kann sie mit des Verfassers nigrescens ( n. 17.) verglichen werden. 5. alpina. Es ist nicht leicht, an einer so grossen Anzahl ähnlicher und verwandter Gräser, die öfters so tief liegenden microscopischen Kennzeichen auf- zufinden , um zur Gewifsheit über wirkliche oder nur schein- bare Arten zu gelangen, und sie von blofs zufälligen und von äussern Einflüssen abhängigen zu unlerscheiden. Der Habitus scheint zwar hierüber öfters abzusprechen, nur kann man nicht vorsichtig genug seyn, um ihm, wie doch vielfältig ge- schieht, allein zu trauen, zumal w^enn es darauf ankommt, sich mehr über die Identität einer Art in Sicherheit zu setzen, als dem kaum verzeihlichen Hang nachzugeben, mit nicht sel- ten wieder zu vernichtenden Entdeckungen zu glänzen. Eben darum wird es immer sehr nöthig seyn, dergleichen Erschei- nungen, unter welchen man eine etwa bisher nicht genug be- achtete oder wohl gar übersehene oder mit einer anderen ähn- lichen verwechselte Art ahnet, nach allen ihren Eigenthüm- lichkeiten genau zu prüfen, und sich kaum eher eine Entschei- dung 187 dung zu erlauLcn, als bis man zu einer mögliclist KoKeii Evi- denz hierüber gereiil ist. Diese alpina (Suterl. c. I. p. 55- n. 3.) hat Haller ebehin untern. 1442. ^, gleichwie die tenulfolia un- ter ß und ametliystlna Suter unter >, als eben so viele Ab- änderungen seiner ovina erldärt und gehalten. Dafs sich indes- sen auch diese, dem Ansehen nach, gar sehr verschieden von der- selben auszeichne, ist wohl nicht zu bestreiten; ob jedoch nicht Aller, Standort und Boden hiezu das meiste beigetragen habe, scheint wenigstens bisher noch nicht in das Reine ge- bracht zu seyn. 6. aurata. Eine neue, ganz eigene, selbst- ständige Art, die nicht leicht mit einer andern einen Vergleich aushalten dürfte, und sich durch panicula suhpatente ramo- sa, spiculis deiniim dilatatis distichis, foliis mollibus capil- laceisj culnieis complicatis treffend auszeichnet, und auf ver- schiedenen Alpentriflen angetrollen wird. 7. Halleri Villars. (nicht Allionii^, ist hier als eigene Art genannt, die sie auch zu seyn sich erweiist, und nicht mit der ebengenannten al- pina , ( 5') noch weniger mit cinerea Decand. verwechselt werden darf. Die Fest. Halleri, All. pedem. n. 2245. scheint unser Verfasser, ob selbige gleich eine helvetische Grasart;, und von Haller n. 1441. sehr richtig bestimmt worden ist, nicht zu kennen. Diese, nicht Halleri VilL, hat allerdings spicu- las r^illosas , die er, wie sehr wahr, an seiner Halleri ver- missen mufs , ^vefshalb er auch Hall. 1441« i^ur zweifelhaft anführt. 8. striata Host. Hall. n. 1442. ct. zu welcher der Verfasser auch als untergeordnete Abart die hirsiita Host, ob spiculas oblon^as minor, et dense pubescentes bringt , und w^elche beide Schrader als blosse Abänderungen der ovina be- trachtet, zeichnen sich zu sehr aus, um sie aus der Reihe der 24 * Ar- 188 Arten zu slreichen. Es kommt indessen nocli darauf an , ob der Verfasser die walu'e strict. Host, hier gemeint haLc. Denn allen Beobachtungen nach , verhallen sich hirs. und striata nicht wie Art und Abart, Q. ciirvula , viel ähnli- ches mit den zahlreichen, von Alter und Standort abhän- gigen Abänderungen der ovina, wie selbst die in der Arlbe- zeichnung aufgenommenen folia rigidiuscula curvula — eine Eigenheit, die besonders einigen Abarten der ovina fast ge- wöhnlich zuliommt — beweisen. Sie scheint übrigens noch als eine zweifelhafte Art beachtet werden zu müssen, zumal der Verfasser selbst über deren Identität noch nicht ganz im reinen ist; er sagt: timeo priori jiimis affinis, habitus ta- rnen adeo diversus ut ^c. 10. ß^laiica Lain. Unter dieser Benennung findet man wohl mehrere hieher gehörige ähnli- che Grasarten, Avelche insgemein für s^lauca Lam. gehallen und auch ausgegeben werden, es aber nicht sind. Zugeslan- den, dafs glauca Lam, eine sehr ausgezeichnete Art sey, so hann sie doch weder mit joaZZida Host., so wenig als mit dura Host, und eben so wenig mit cinerea Villars, mit welchen Schrader und der Verfasser selbige vereinigt, für identisch beurlheilt werden. Ob indessen diese glauca des Verfassers die in Frage stehende, gleichnamige Lam. seye, ist nach den von dem Verfasser initgelheilten Exemplaren zu bezwei- feln. Abgerechnet, dafs der mehr blaulicht graue, als blofs weifsgraue Ueberzug , womit Blätter, Halme und Ri- spen bedeckt, derselben abgehen, so gewahret man noch an den valv. peristachyi, so wie an den valvulis calycinis arista- tis , gegen die Spitze zu, oder supra medium eine Pubescenz, die auch der Verfasser unbemerkt läfst, und welche der glauca in 189 in dieser Mafse stets aLgeliet. Ferner ist äie gluin. coroll. der pJauca Lam. an ihrem inneren Rande weit ivenis^er zarihäiis^y da sie Ley der des Verfassers eine eigenlliclie Pilositiit walir- neKmen läfst. Hieza kommt noch, dafs an der glauca Lam. die Aehrchen und Grannen Jiiirzer, hingegen an der ^lauca Gaiid. ansehnlich länger sind. Man kann daher nicht an- stehen, diese Gaiidin*sche glauca für die pallida Host, mit Umgehung der demnach nicht hieher zu rechnenden Synony- men zuhalten. 11. valesiaca. Gewifs eine sich sehr auszeich- nende Art, welche, oh sie schon dem hahilus glaucescens nach viel Aehnhches mit glauca, pallens, cinerea hahen kann, jeden- noch durch culm. teret. und folia striata scaherrima be- stimmt von diesen wieder abweicht. Indessen soll doch diese valesiaca, wie der Verfasser in der hier angeschlossenen Bemer- kung bezeugt, von Villars für seine cinerea anerkannt worden seyn, wobey sich aber FiZZar^ gewifs geirrt hat. Villars cinerea, wenn sie gleich, w^e bereits bemerkt worden, von Schrader (1. c. p. 323.) und andern von glauca und cinerea nicht ver- schieden erklärt worden, bleibt demohngeachtet eine sehr aus- gezeichnete Art, wie sich Einsender dieses durch Exemplare aus Yillars Herbar. selbst erhalten, für ganz überzeugt hält. Diese cinerea ist an den spiculis distichis, remoto - patiilis suhiila" tis , flosculis ('calycibus ) dorso convexis laevihiis aristatis, arista 1/3; an der ligula biaurita ohtusa, apice tenuissiine ciliata und an den foliis radic. laevib. longiorib. planiuscu' lisy cuhneis setaceo-coniplicatis sehr leicht von andern, ihr ähn- lichen zu unterscheiden. 12. myuros. Richtig ist die Bemer- kung des Verfassers , dafs Scheiichzers Gramen festuceum myurum minori spica heteromalla. Barrel, ic 99. agrostogr. n. 2. igo n. 2. p. 294. welclies Haller unter n. i44o. angezogen, keine varietas spicalis pubescentiLus, sondern die Festuca c'iliata De- cand. seye, welche bereits von Link (Schrad. lourn. II. p. 315) bescliricben worden. 15. hcterophylla. Auch diese nach Alter, Standort und Boden sehr varirende Grasart wird beliannllicK bald als eigene Art beachtet , bald als Abart zu duriiiscula ge- zogen, wohin sie aber auch unstreitig gehört, wie nach Schra- der , Yorzüglicb auch Sprengel, (Mant. II. n. 9. p. g.) dessen Siinime auch hier allerdings von grofseni Gewicht ist, bestinniit nachgewiesen hat. 16. duriiiscula. Ueber diesen Proteus im Gräserreich drückt sicli der Verfasser sehr richtig also aus : species omnium maxitne polymorpha, ut varictates nonnul- las facile pro specie habeas, nisi plantas intermedias frequen- ter invenires, quae vix patiuntur lltnites certos inter eas sta- tui. Cultura enim omnes inunutantur et in hortis fere ad ununi ciiiidenique typum accedunt. Um daher diese ansehn- liche Reihe von Abänderungen nur einigermassen übersehen zu können, theilt solche der Verfasser in besondere Horden ab. ^4. Glumis glabriusculis, w^orunter gehören: u) oliganthos: spicuiis 4 — 5 floris; in pratis et sylvis. ß) po- lyanthos : spicuiis 6 — 3 floris, ibidem, a et ß, habitus fere he- terophyllae. y) laevigata: humilior panicula imbricata, foliis glaucescenlibus rigidis, in alpibus. ^) grandißora rarior, non- nisi semel reperla; olim circa Nevidunum. B. Glumis uji~ dique puhesc entih us , wohin die ältere s) dumetoruDi rarius circa Nevidunum gehört. Die hier gesammelte Syiio- nymie beut weniges zur Berichtigung dieser vielgestaltigen Art dar; manche dieser hier aufgestellten Varietäten scheint selbst Berichtigung zu bedürfen. So würde wohl kaum dura Host. 191 IJost. und cinerea Vill. und Decand. der >) laevigata zuge- llieilt werden können, oder diese laevigata, quia tarn insis;ni- ter a vulgatlorlbiis varietatibiis recedit, ut eam diu pro spe~ cie genuina habiierim, dürfte einer dieser Arten selbst ein- verleibt werden können. 17. nigrescens. Eine eigene selbst- sländige Art, und die nämliche mit Fest, laxa (olim) Iloppe^ nunc Festiica alpina , ejiisd. Agrostol. Dec. IV. vom Loibel. Leers 76. t. ß. T. 1. kann in keinem Fall bielier gehören. 18. arundinacea Sclircher. IQ. pratensis Hudson. Der Verfas- ser unterscheidet diese beiden Arten nach Schrader, wie bisher auch von andern geschehen ist. Dieses kann jedoch in der Folge nicht angehen, denn F. elatior Linn. Fl. Suec. ist keine ande- re, als die in den spec pl. aufgeluhrle und von Schreber (Gram. 1. p. 34. tab. 2.) abgebildete, und die F. arundinacea Schreb. spicil. p. 52. bleibt mit Smiths (Fl. brit. 1. p. 24. Gurt. n. 66. tab. 3.) elatior eine für sich bestehende eigene Art. Vergl. Schweigger et Körte Fl. Erlangens. S. 140. u. f. 21. laxa. Hie- her gehöre mit grofser Wahrscheinlichkeit Hall. n. 1470. — (^Schrady germ. 1., mufs statt 291 — stehen 531.) Die die- ser Art untergesetzte 05s. (S. 263.) illustrirt dieses Haller'sche Alpengras mit vieler Umsicht und Scharfsinn, mufs jedoch bei dem Verfasser selbst nachgelesen werden. 22. serotina. Sehr wahr und richtig bemerkt der Verfasser bey dieser Grasart: utique a Festucis abhorret, et crediderim speciem sui gene- ris esse. Denn die in ihrem Aehrchen so entfernt stehenden, schmahlen, pfriemenförmigen, schnell hinfäl- ligen Blümchen, mit fast ganz scariöser Blülhenhülle, scharf fünfnervichlem, an seiner weifslich zarthärigen Spitze so eminent zweyspitzigen Kelche, hinler welchem die 192 die starrende Granne üLerragt, mit so ungewölmlicli gehürz- len, versrlmiälilerten, am Rücken gefaltenen, doppelt dornspiz- zigen, helchähnlicKen Krönclien, \Yird man in diesem Zusam- meiilialt der einzelnen, zu diesem Blülhenbau gehörigen Theile, weder unter den eigentlichen Festucis, noch Palisot'schen Sche- donoris erwarten, noch wahrnehmen, sondern den Wink un- sers würdigen Verfassers Leiolgen. 23. sylvatica. Die Ilost'- sche sylvatica, (Gram. IL p. 56. tab. 78.) welche nach Schra- der (1. c. n. 16. p. 337.) bisher auch andere Agrostographen, so wie unser Verfasser zu dieser sylvatica, wohin ganz richtig sylvatica Fillars und calainaria Smith ( 1. c. 1. p. 121.) ge- hören, gezogen haben, und in welcher Zeichnung, wie sehr erklärhar, man nur mit Abweichungen diese sylvatica Fillars und Schraders erkannt hat, gehört nun dieser nicht an. Die- jenige sylvatica, welche Host. (1. c.) Leschriehen und ahge- hildet hat, ist genau diejenige Grasart, welche der hier clas- sisch mitsprechende Hoppe in der vierten Dec. seiner Agro- stologie unter dem Namen Schedonorus alpinus vorgelegt, -auf dem Untersberg, Muckenbrunn und Hohenthron entdeckt, und zugleich mit Arnica scorpioid. und Cacalia albifrons wahr- genommen hat. Hingegen hat Host unter calamaria ( Gram. IV. p. 34« tab. 60. ) diese früher schon bekannte sylvatica Vill. und unter Poa trinervata und Bromus trifiorus aufgeführte Grasart beschrieben und abgebildet, die nun auch von Hoppe in seiner Agrostol. vierten Dec. unter Schedonorus sylvaticus mitgetheilt worden ist. 24. Scheuchzeri. Die Zweifel, welche der Verfasser über die Identität seiner Scheuchzeri und RUe- lichhofers und Scliraders pulchella aufstellt, sind allerdings erheblich, und es liefs sich von einem so genauen Beobach- ter 193 ter olinelun erwarten , dafs er seine Grasart sclion nacli der radire repcnte parum rcspitosa, nlclit mit IMielldtliofcrs und Schradevs p idch el la, vad'ice fibrosa, oninino cespitosa, identisch Lenrtheilen ^verde. Cleiclnvohi findet er manche Merhmale in der trefflichen Schrader'schen Beschreibung der pulchella auch bei seiner Scheuchzeri zulreiiend, und es daher wahr- scheinhch, dafs dermoch beide Arten unsetrennt erhaUen wer- den könnten. Es findet sich aucli bei dem genauen Vergleich mit den von dem Verfasser selbst erhaltenen Exemplaren die- ser Scheuchzeri und mit den vor ihm liegenden zahlreichen Exemplaren der pulchella, aus sehr verschiedenen Alpenge- genden, nichts Wesentliches, welches gegen diese Aufstellung des Verfasssrs spräche, wenn man gleich in diesen Exemplaren der Scheuchzeri eine pulchella wahrnimmt, welche nach ih- rer verkümmerten, magern, zusammengezogenen llispe, nach ihren niedrigem Halmen, ungewöhnlich schmalen Blättern, kleinern liärger blüthigen, mehr grünlichten als braun- golde- nen Aehrchen, nur als eine vom Standort, Boden, etwa auch vom Alter abhängig gewordene Spielart zu beurtheilen seyn möchte. Vielleicht dafs die eine vorzüglichere Rücksicht ver- dienende Differenz der radicc rcpens und fibrosa nur auf ei- ner irrigen Ansicht beruhe; nur wenn solches nicht statt fin- den könne, rnögten es wohl beide Arten verdienen, um so schärfer gewürdiget zu werden , wozu sich Einsender dieses wenigstens wegen der Unzulänglichkeit seiner Exemplare der Scheu chz. für gegenwärtig nicht entschliefsen kann. Der Ver- fasser belehrt uns auch, dafs Scheuchzeri (diesemnach auch pulchella) schon eine viel frühere Entdeckung Schcuchzcrs seye, und unter Gramen alpimun latifolium, (Scheuchzer 25 hat 194 hat folia lineam unam fere lata, — aucK radice nititur fibrosa) panicula heteroinalla spadicea, locustis pennatis. NoL. agrost. 6. p. 278- gedacht, und welches Synonym von Seguier und andern bekanntlich ehehin, wenn schon sehr irrig, zur spa- dicea gezogen worden sey. Auch Haller habe diese nämliche Grasart schon in Scheuchzers Herbar. gesehen, ihrer unter n. 1436. gedacht, und für eine var. non arislat der mullifl. oder rubra gehalten. Es seye daher billig , dafs für diese Grasart der achtungswerthe Name des ersten Entdeckers beibehalten werde; und man kann hinzu fügen, dafs diesem Vorschlag gewifs nichts entgegen stehe, nur zu besorgen seye, es dürfe, bis die Identität der Scheuchzeri mit der pulchella ganz ausgemitlelt würde, die Benennung pulchella noch mehr Celebritat er- halten, als sie ohnehin schon besitzt. 25. spadicea, Hiebey die berichtigende Bemerkung, dafs PT^ulfen, ( Schrad. 1. c. p. 336.) welcher Hallei n. 1436. (die zur vorhergehenden Scheuchz. gehört) hieher gezogen, sich zuverläfsig geirrt habe, weil Halter unter n. 1463. der spadicea gedachte. Vielleicht exerrore calami? 2Ö.ßavescens Bellard. Diese Art, welche der Verfasser ehehin irrig für ßavescens Bellardi gehalten hat, ist solche, nach seiner eigenen (agrost. helv. II. p. 287.) damit vorgenommenen Verbesserung, nicht, sondern ßavescens Host. Defshalb ist obige Benennung mit acuminata umzutauschen, damit ßcavescens der BeUard^scJien Grasart verbleibe. 27. piunila Vill. Diese, nach Standort, Alter und Boden, in mehr- fachen Abänderungen vorkonnnende Grasart scheint nach den beigesetzten Synonymen ein compositum aus pianila Vill., pu" mila Schrad. und varia Host, zu seyn, welche letztere der Verfasser nicht genug zu kennen scheint. Es sind ihm da- her 195 her pycnilla Host, und Schradcr, so wie varia Host, und Schra- der nur uiilergeordncle Spielarlen, die er auch nur zweifel- hal't anfuhrt. 28. pilosa Hall. ßl. Ilieher gehört ausser poae- fonnis Host, und rhaetica Sitte r , (Fl. helv. i. n. 3- p. 56.) je- doch mit Ausschhifs der daselhst angeregten Synonyniie, zugleich auch die mit dieser pilosa ganz identische Poa violacea Bel- lard, app. 3« l^h. 1., ^reiche letztere Grasart , ohschon von Sprengel (Tug. IL n. 53. p. 20.) zu varia Haenhe und Host gezogen, sich jedoch von derselhen, nach unserer Beob- achtung, durch spiciilas subfjuadrißoras , hasin ßosciilorum divers^enti pilosain^ calyceni obsolete quinquenerviiun und corollam apice argifte ßssatn et ad ßexiirae angiilos pecti- nato ciliatatn, folglich durch Eigenheiten, von welcher die varia Haenhe und Host keine besitzt, wesentlich unterschei- det. Auch diese Grasart varirt nach der Verschiedenheit ihres Standortes und Bodens sehr, doch konnnen alle diese Varie- täten, im Bezug auf ihre wesentlichen Kennzeichen, stets wie- der V berein , w ie man sich durch sehr oft wiederholte Beobachtungen an einer grofsen Anzahl Exemplare , aus ver- schiedenen Alpengegenden, und zugleich auch durch den an- gestellten Vergleich im Garten gezogener überzeugen nnifsle. Den Beinamen pilosa \\ ill der Ferfasser als den um vieles iVü- her dieser Grasart beigelegten und derselben auch schicklicher zukommenden, weil er sich auf eine wesentliche Eisenheit die- ser Art bezieht, beibehalten wissen, und man mufs ihm schon defshalb beipflichten, w'eil der Beiname poaeformis einer fe- stuca (gesetzt auch diese pilosa dürfe fernerhin unter den/e- stucis verbleiben, welches jedoch nicht geschehen wird) bei- gelegt, beinahe eben so viel wäre, als einen vegetabilischen 25* Cen- igö Centauer damit Lezeiclinen zu wollon. — Nimmermelir kann eine Fesluca die Form einer Poa haben ! Aber aus diesem für diese Grasart gewählten Beinamen geht ganz unverhüllt die Verlegenheit hervor, selbige schicklich unlerzubringen. Nach Palisot (I.e. p. 99. tab. XIX. fig. XI.) steht sie unter der noch ungereinigten Gattung Schedonorus, S. 281. Broinus. l.syl- vaticiis Poll. oder festiica gracilis Schrader et reliquor. Sehr richtig hier die beiden Abänderungen , sylculis villosis und ^labris, wenn gleich als Ail ungetrennt, hier unterschieden. g. siinplecc. Ist keine andere Arl, als comniutatiis Schrader oder inidiißorus yliitJior. wenn solches gleich dem Verfasser, der irrig damit den raccinosus zu vereinigen sucht, noch zwei- felhaft zu seyn scheint. 12. ^rossus Desfont. ist velutinus Schrad. Hier fällt Host. Gram. I. p. 10. lab. 11. als Spielart dieser Art beigelegt, spicidis ^labris ylerinnque minoribus , richtiger unter coninuitalus gehörig, hinweg. Der Verfasser eignet auch dieser Grasart inuumeras varietates zu, die nach Einsenders Bekanntschaft mit derselben , die auch in sei- ner Gegend einheimisch ist, wohl nicht nach diesem gewähl- ten Ausdruck vorhanden sind, welches ihn auf den Gedanken bringt, der Verfasser mögle wohl derselben Spielarten aneig- nen, die ihr nicht gehören. 14. elongatus, ist der von dem Verfasser verkannte raceniosus Schrader et Author. S. 303. Ave na. 7. distichophylla. Der Fe7/a55(?r ist der Meinung-, dafs auch die brevijolia Host et Schrader mit derselben zu vereinigen seye; wozu man aber nicht beistimmen kann. Beide Arten sind wesentlich von einander verschieden. Der Verfasser scheint die distichophylla nicht zu kennen, denn die von demselben erhaltene distich. ist nichts anders, als die ei- 197 eigenllJcKe brevifolla Host unJ Sclirader. Ausser der Zahl der Aclircrd^lüllieii zeichnet sich disliclioph. durch peristachyi fo- liola inaequaliay altero feie duplo lojigiori , durch calycein apice brevissune bifidinn aus, dahingegen sich hreviioha durch peristachyi foliola fere longitudine aequalia, und durch ca- lycen^ oder gliitnam exterioreni longissune bißdarn unlcr- scheiJet; andere ähnHche wesentliche Eigenheilen hier zu ühergehen. Dafs der Verfasser die glumani exterioreni, oder den eigentlichen calyc, bey seiner dislichophyll. ( brevifoL Host.) plus nünifsve obsolete qinuqi(enervlinn, nervis nenipc quatiior lateralibns paruin consplcuis citoque evanldis , he- ohachlete, nicht aber nur, ut auctores citati (^Schrader. VFill- denow,) solchen als uninerviuin , will man gerne einräu- men, jedoch bemerken, dafs diese fünf Nerven auf der äussern Blüthenspelze dieser Grasart im getrockneten Zustand, in welchem es doch nur denen, die von dem natürlichen Stand- ort dieser Grasarl so \ycit entfernt leben, solche zu beobach- ten möglich ist, so gut als gar nicht da sind, und wenn sich ja noch eine leichte, kaum bemerkbare Spur solcher so schnell eintrocknender, und darum bald ganz unscheinbar werdender Saftgefäfse entdecken liefse, solche überdiefs noch durch diese valvulam exterioreni, fast ganz umschleiernden Härchen bei- nahe völlig unscheinbar werden müssen. Villars (Fl. delph. IL p. 144. tab. 4. fig. 4.) distichophylla, nach Schraders Vor- gange von dem Verfasser hieher gezogen , gehört nach fTilL denoivs fast letzter Schrift (Enum. pl. Iiorl. reg. berol. i.p. 124.J einer eigenen Art an, die er auch mit ziemhcher Evidenz un- terschieden hat. Diese Villar'sche Avena, die sich ausser den Jolils distichis subpiibesccntibiis und durch ore vaginaruni s:la- bro, IQÖ br-Of nocK durcK kleinere silhcrweifse Aehrchen, und beson- ders durch eine ganz verschiedene Bli'ithenfonn auszeiclinet, ist nun, welclies man nicht gut heifsen kann, in disticho' pJiylla , dagegen ScJiraders und Hosts (II. tab. 53.) di- slichoph. in argentea umgeändert worden. 11. Loeßingiana. Eine unter die schon errichtete Gattung Trisetiun gehörige Art. S. 329. Loliutn. 4. rigiduliun. Eine eigene, von perenne sich sehr auszeichnende Art, welche also unterschieden wird: spica niutica, spiculis calyce jnulto longiorihuSy corollis elon- gatis, ciihno siiperne scaherrimo : ad vias apricas, um Aosta. S. 335. Triticuin. li. Nardas Decand. Ist Fest, tenuißora Schrad. (1. c. 1. p. 545. n. 22.) oder Tritic. tenell. Host. Ge- wifs nicht unter Festuca gehörig, als eben so wenig unter Tri- tic. Unter Brachypodiiim Palisot, (1. c. p. 100. tab. XIX. flg. III.) eine noch nicht hinlänglich geprüfte Galtung, solche aber zu bringen, wird wohl nicht luglich angehen höimen. lieber die Calamaris oder über den zweiten Theil der Gaudin'schen agrostol. helvet. soll in der nächsten Abtheilung der Denk- schriften gesprochen werden. ■v-o'-^ -ijajij-^fi.-tJxn.irLnu>rtit.-L-» mrtrtrfc^^*^-^ ■ -■■■-»- -»»^»»» ■ ■■■■■■■■■■■ ■— ■ ■ ■■ v^,«^«. REGENSBURG, 1818. GEDRUCKT BEY CHRISTOPH ER^'ST BREISCr's WITTWE. ■»■^.■^.■»■^■^^■^^'*%.'^^/»/^."»>*^.'*»^^^>^'^^'^^ ^. Öctl/jC pülifi-lflOrU ^Jjf^^TU Ict*: .^Ittifii j Ü^L n. /./. TiZ^.t^iürrn. ^'c . cJ^/> G mtUtoc^aluin culcotctr-c/i QJtennl' lac.Sn, e't t e racuiiu .»7/ i Ic ttritf7i 2 ' tc i ul^. c^. L^zara. CctpcLztcz './l ees. et" ^httor dcl . I. 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